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20 Jahre Leidenschaft für digitale Medien – Geschäftsführer Sven Haubold im Sputnika-Interview zum runden webit!-Jubiläum

Dresden 06.09.2017
„Wir möchten unsere Kunden mit webit!-Ideen anstecken,“ lautet die Devise von Geschäftsführer Sven Haubold. Die Begeisterung für digitale Medien regte den gebürtigen Dresdner 1997 zur Firmengründung an. Heute ist Sven Haubold Chef eines 59-köpfigen Teams und blickt für Sputnika auf 20 bewegte Jahre webit! zurück.

Sputnika: Vor 20 Jahren war das Internet absolutes Neuland. Was hat Dich dazu bewegt, in diesem Bereich eine Firma zu gründen?

Sven Haubold: Uns faszinierten damals die schier unendlichen Möglichkeiten des Web 1.0. Bereits neben der Uni haben wir mit anderen Studenten Websites und CD-ROMs für Kunden erstellt und später auch den ersten Deutschen Multimedia Kongress mit vorbereitet. 1996 gründeten wir dann die Interactive Media Consulting (IMCO) und zogen in unser erstes Büro bei ROBOTRON ein, was auf das Wesentliche reduziert war: Wir hatten ein Zimmer, einen Mac und eine Kaffeemaschine. Die spartanische Einrichtung hat unserer Motivation keinen Abbruch getan. Im Gegenteil. Mit vielen Ideen und unkonventionellen Methoden haben wir unsere ersten Kundenprojekte wie die Websites für das Brauhaus am Waldschlösschen und für das Hotel Bülow Residenz umgesetzt. Wir haben die vielen Möglichkeiten des Internets gesehen und alles selbst gemacht – wie z. B. 360-Grad-Panoramen mithilfe einer Kamera und eines Bürostuhls.

Als Gründer und Unternehmer durchlebt man ja immer Höhen und Tiefen. Was waren für Dich Meilensteine in der bisherigen Unternehmensgeschichte?

Ein absoluter Meilenstein war unser Auftrag vom Sächsischen Landtag im Jahr 2000. Hier konnten wir zeigen, dass wir auch Projekten von größerem Umfang gewachsen sind. Es war eine Art Initialzündung, denn danach haben wir viele öffentliche Aufträge gewonnen. Auch unsere Arbeit für enviaM hatte diese Schubwirkung für webit!. Ein weiterer Meilenstein war der Auftrag von JENOPTIK vor drei Jahren, unser erster großer international agierender Kunde. Beim Stichwort Tiefen denke ich an das Jahr 2005. Damals erlebten wir den ersten harten wirtschaftlichen Einschnitt und mussten auch Mitarbeiter entlassen. Diese Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen. Doch wir haben uns aus dem Tal wieder herausgekämpft. Sieben Jahre später, im Jahr 2012, expandierte webit! wieder. Wir haben zwölf neue Mitarbeiter eingestellt und sind von der Villa in unser heutiges Großraumbüro im südlichen Striesen eingezogen. Aktuell besteht unser Team aus 59 Mitarbeitern – jeder ein engagierter Experte auf seinem Gebiet.

Sich 20 Jahre erfolgreich auf dem Markt zu behaupten, heißt auch, sich ständig den Veränderungen in der digitalen Welt anzupassen. Welche Auswirkungen hatten diese Veränderungen auf Euer Geschäftsmodell und wie habt Ihr es entsprechend weiterentwickelt?

Mit dem großen Internet-Boom wuchsen auch die Themenfelder für Kunden. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, auf jeden Zug aufzuspringen. Stattdessen haben wir uns von Beginn an auf unsere Stärken besonnen und auch die technologische Bandbreite überschaubar gehalten. Dadurch konnten wir unsere Kräfte bündeln und Experten-Know-How aufbauen. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir uns gegenüber neuen Themenfeldern verschließen. Ganz im Gegenteil: Im Team evaluieren wir regelmäßig, welche neue Technologie es gibt und welchen Mehrwert diese unseren Kunden bietet. Aber erst, wenn wir eine Technologie auf Herz und Nieren geprüft haben und überzeugt sind, setzen wir sie beim Kunden ein.

Vom Startup zum etablierten Internet-Unternehmen mit kontinuierlichem Fachkräftebedarf. Was tut webit!, um für junge Talente attraktiv zu sein?

Eine Menge! Die Digitalbranche ist schnelllebig. Deswegen legen wir großen Wert darauf, dass sich unsere Mitarbeiter immer auf Ballhöhe bewegen. Wir tun viel beim Thema Weiterbildung: Vom firmeninternen Scholar-Day, über Konferenzteilnahmen, Usergroups und vieles mehr. Wir schaffen zudem ein motivierendes Umfeld mit flachen Hierarchien, in denen sich junge Talente wohlfühlen. Neue Mitarbeiter werden von Anfang an in Teams eingebunden und lernen Methoden und Fertigkeiten „on the job“. Zudem bieten wir betriebliche Altersvorsorge und das Arbeiten in flexibler Gleitzeit. Seit neuestem gibt es bei webit! auch die Möglichkeit, ein Jobrad zu nutzen.

Worauf legst Du als Geschäftsführer besonderen Wert?

Jedes unserer Projekte ist ein Teamergebnis. Deshalb ist eine ausgeprägte Teamfähigkeit eine Grundvoraussetzung, um bei webit! zu arbeiten. Der respektvolle Umgang miteinander, ein angenehmes Agenturklima und die Förderung von Mitarbeitern sind weitere Werte, für die wir als Team gemeinsam stehen. Mit Blick auf unsere Kunden sind mir besonders ein offener und fairer Umgang, transparente Arbeitsabläufe und eine Kommunikation auf Augenhöhe wichtig. Erfolg sehen wir nicht in schnellem Umsatz, sondern im Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen.

Nun bist Du nicht nur Unternehmer, sondern auch Vater von zwei Kindern. Wie sieht Deine persönliche Work-Life-Balance aus?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig das Familienleben als Ausgleich zum manchmal stressigen Berufsalltag ist. Deshalb gibt es bei webit!, im Gegensatz zum üblichen Agenturklischee, kaum Überstunden. Alle Mitarbeiter führen eine Stundenerfassung, auf deren Basis wir die Ressourcen realistisch planen. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren zeigt, dass dadurch die Mitarbeiterzufriedenheit und auch die Effizienz der Mitarbeiter steigen.

Du hast Dich bewusst für Dresden als Unternehmensstandort entschieden. Was macht Dresden so attraktiv?

Für mich kam nie ein anderer Standort in Frage. Ich bin hier geboren und lebe gern hier. Für mich stimmt in Dresden einfach das Gesamtpaket: eine Stadt mit hervorragendem Ruf in der Informatik, exzellent ausgebildetem Nachwuchs von der TU Dresden und ein familienfreundliches und lebenswertes Umfeld.

Ein Jubiläum wird gern zum Rückblick genutzt. Doch, mit Blick nach vorn, was sind Eure nächsten großen Ziele?

Wir haben noch einiges vor. Wir sehen am Markt gerade eine große Dynamik in den Bereichen Marketing-Automation, Leadgenerierung und -management und auch zum Thema Digitale Transformation. Wir glauben auch, dass diese Themen hervorragend zu unseren Kernthemen passen. Deshalb haben wir uns entschieden, einen eigenen Strategiebereich zu gründen. Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, Sven Jänchen, für die Leitung dieses Bereich gewinnen zu können. Dadurch können wir unsere Kunden einfach noch ganzheitlicher entwickeln – quasi von der digitalen Roadmap bis hin zur Umsetzung. Ehrlich, ich kann es kaum erwarten, da loszulegen. Außerdem steht wohl im nächsten Jahr wieder mal ein Umzug an. Wir platzen aus allen Nähten und müssen nun auch die räumlichen Voraussetzungen für mehr Wachstum schaffen. Auf Kundenseite konnten wir ja gerade im letzten Jahr vor allem einige international agierende B2B-orientierte Unternehmen wie Paul Hartmann und Comparex überzeugen. Das ist eine tolle Basis, die wir gern ausbauen wollen, um auch überregional als relevanter Experte wahrgenommen zu werden. Zudem möchten wir weiter an großen Projekten arbeiten, an denen wir als Team wachsen können.


Sven Jänchen


Operation Seemöwe: Zum Jubiläum ging es mit dem gesamten Team per Segelboot ein paar Tage übers IJsselmeer
 

Bildquelle: webit!

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