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360 GRAMM - so könnte das neue Dresdner Stadtmagazin aussehen!

Dresden 18.07.2016
Acht Dresdner Autoren, Grafiker und Illustratoren haben Bock auf Print. Darunter Katja Zadnicek, Frieda Pirnbaum und Maxi Albrecht. Allesamt mit Agenturerfahrung. Mit Ihren Mitstreitern möchten sie ein neues Stadtmagazin initiieren und sammeln aktuell in einer Crowdfunding-Kampagne die letzten Gelder für das Vorhaben. 9.000 haben sie schon, 4.000 fehlen noch. Warum sich das Invest lohnt, erzählen sie im Sputnika-Interview.

360 GRAMM - so der Name des zukünftigen Magazins - widmet sich kulturellen, gesellschaftlichen und lokalpolitischen Entwicklungen in Dresden, die über das aktuelle Tagesgeschehen hinausreichen oder einfach vergessen werden. Die Autoren wollen sich Zeit nehmen, Hintergründe tiefgründig zu recherchieren und den Dingen auf den Grund zu gehen. 360 GRAMM möchte dort ansetzen, wo andere Dresdner Printmedien an ihre Grenzen stoßen – inhaltlich, formal und gestalterisch.

Katja Zadnicek, Frieda Pirnbaum und Maxi Albrecht haben Agenturerfahrungen und sind Teil des achtköpfigen Teams. Katja Zadnicek ist Teil von VOR Werbeagentur beschäftigt. Frida Pirnbaum ist Texterin arbeitet für viele regionale Agenturen. Sie alle verbindet die Liebe zu hochwertigen Printmagazinen und der Glaube daran, das es sich noch immer lohnt, die aufwendige Produktion anzugehen.


  

Sputnika: Ihr drei habt langjährige Agenturerfahrung. Und gerade da wird Print immer weniger nachgefragt. Also, erklärt uns doch kurz, warum braucht Dresden so ein Printmagazin? Katja: Für mich ist Print nach wie vor nicht tot. Ich mag einfach die haptischen Erlebnisse und Möglichkeiten, die wir mit unserem Magazin natürlich auch spielen wollen. Zur inhaltlichen Tiefe soll 360 GRAMM als Heft optisch und haptisch Qualität liefern. Wir bauen auf mehr Weißraum und Freiheiten innerhalb der Gestaltung des Magazins, so sollen neben einem spannenden Layout Arbeiten verschiedenster Illustratoren ihren Platz finden und es soll eigene Fotoreportagen geben. Im Druck setzen wir auf Naturpapier und wir wollen regional produzieren lassen. Frieda: Print wird tatsächlich bei Stadtmagazinen immer weniger relevant im Bereich Aktuelles, News und Veranstaltungen. Deshalb haben wir diese Inhalte auch bewusst aus dem Heftkonzept ausgeklammert. Es wird ein Magazin mit dem Fokus auf längeren Lesestücken, mit Raum für ausgedehnte Bildstrecken und Illustrationen,. Also nichts für das schnelle Lesen am Bildschirm, sondern mit Ruhe und Zeit auf dem Sofa oder im Liegestuhl. Das haben die Geschichten aus Dresden, die wir im Magazin erzählen möchten, unbedingt verdient. Ihr möchtet zeigen was gut und was schief läuft in Dresden. Was läuft denn gut? Maxi: In Dresden wird viel im Bereich Kultur auf die Beine gestellt. Ich bin Fan vom DAVE, von der Cynetart oder vom Schaubudensommer, um nur einige zu nennen. Dresden hat zwar den Ruf, Themen gern aufzugreifen, wenn sie anderswo schon längst durch sind, aber ich finde, das hat sich schon gebessert. Als junge Mutter entdecke ich auch immer wieder Dinge, die gut laufen. Ich behaupte Dresden ist sehr kinderfreundlich, schafft viele Angebote für Familien und tut so einiges für die Jüngsten der Stadt. Immerhin gibt es auch immer mehr Tagesväter, diesen Trend finde ich besonders gut. Frieda: Es gibt in Dresden glücklicherweise immer noch viele Menschen mit Ideen, Träumen und Plänen für sich und ihre Stadt. Die den Mut haben, diese Pläne in die Tat umzusetzen, auch wenn man dabei etwas riskieren muss und immer die Gefahr da ist, zu scheitern. Mir fallen da zum Beispiel die Akteure des LackStreicheKleber-Festivals ein, die es seit 2014 erfolgreich schaffen, die Akteure der Dresdner Urban-Art-Szene und die vielen Einzelveranstaltungen, die es schon seit Jahren gibt, in einem Festival zu bündeln und einem breiten Publikum zugänglich zu machen.


Die Crowdfunding-Kampagne für 360GRAMM läuft noch 3 Tage bis zum 21.07.2016 auf Startnext. Noch fehlt etwas Geld. Unterstützen Sie hier das Projekt und werden Sie Teil der Community. Mehr Infos auch unter www.360gramm.de.

Im Teaser zum Magazin, sprecht Ihr davon Menschen vorzustellen, die eine Mission haben. Wer sind denn zum Beispiel Dresdner, die ein wenig anders sind als der ganze Rest? Katja: Wir wollen Personen und Ihre Projekte vorstellen, die im Dresdner Stadtbild präsent sind, und bisher wenig Aufmerksamkeit erhalten haben. In Dresden gibt es tolle Projekte denen es oft an Öffentlichkeit fehlt, das wollen wir ändern. Wir wollen Ideen und Herangehensweisen vorstellen, Projekte, Dresdner Originale und neue Denkweisen. Interessant sind da zum Beispiel das Hole of Fame oder auch das Zentralwerk. Maxi: Ich bin Fan von Prof. Fettweis von der TU Dresden. Gefühlt hat er seine Finger überall im Spiel, bspw. arbeitet er unter anderen an immer einfacheren Chips um Energie zu sparen, was wiederum der Umwelt zu gute kommt. Auch das Projekt Cool Silicon fand ich beispielgebend. Personen, die dafür kämpfen, Dinge an die Öffentlichkeit zu bringen und Ideen zu erkennen, die Zukunftspotential haben. Hinter so einem Projekt steckt auch eine gehörige Portion Gründergeist. Was sind eure eigenen persönlichen Intentionen für das Projekt? Frieda: Zu beweisen, dass Print nicht tot ist. Und schon gar nicht in Dresden. Maxi: Ich will nicht nur Bewohnerin von Dresden sein, sondern etwas auf die Beine stellen. Immer nur zu schimpfen, was alles nicht funktioniert oder in anderen Städten besser ist, wird nichts ändern. Ich möchte zeigen, welche guten Seiten Dresden hat, aber auch welche Mängel und wo die Lücken sind, die wir sinnvoll füllen können. Katja: Für mich als Designer ist es ein Traum, ein eigenes Magazin zu gestalten, wenn wir das mit Dresden, der Stadt in der wir leben, verbinden können: herrlich!

So könnte das neue Stadtmagazin 360 GRAMM aussehen: 

Warum nennt ihr das Printmag eigentlich „360 Gramm“? Katja: Die Namensdiskussion war lang und nicht ganz einfach. Da hatten wir zum Teil recht unterschiedliche Vorstellungen. In der Diskussion waren da auch Zitronenpresse, Blattgold und Fließtext. Auf 360 Gramm in Verbindung mit dem Gewicht des Heftes konnten wir uns dann gut einigen. Aktuell läuft eure Crowdfunding-Kampagne für das Projekt und ihr seid knapp vor Zielerreichung. Es fehlen lediglich noch knapp 4000 EUR bis zur Fundingschwelle. Wie gehts dann konkret weiter? Frieda: Mit einem erfolgreichen Funding bei Startnext können wir den Druck der ersten Ausgabe von 360 GRAMM, den Aufbau des Vertriebsnetzes und alle Marketingmaßnahmen, die mit dem Launch des Magazins einhergehen, finanzieren. Es gibt viel zu tun! Im nächsten Schritt wird es also eine Redaktionssitzung zur inhaltlichen und organisatorischen Planung der ersten Ausgabe von 360 GRAMM geben. Das haben wir ja bisher alles nur theoretisch durchspielen können. Wir hoffen also, dass wir nach dem 21. Juli nun endlich richtig loslegen können! Bildquellen: 360 Gramm / Redaktion

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