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Bilder eines technischen Denkmals

Leipzig 14.12.2018
Michael Bader Fotografie hält für eine Reportage der IG BCE die Atmosphäre in einer historischen Brikettfabrik fest.

Gewaltige Kohlebunker und zischende Pressmaschinen – für KOMPAKT, das Mitgliedermagazin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (kurz: IG BCE), hat Michael Bader die Domsdorfer Brikettfabrik Louise besucht. Bei der Fotoreportage sind authentische Aufnahmen des technischen Denkmals und der Menschen, die es erhalten, entstanden.

Ein Stück Industriegeschichte

Die Louise hatte von 1882 bis 1991 fast ununterbrochen Kohle zu Briketts gepresst. Doch mit dem Rückgang der ostdeutschen Braunkohle nach der Wende, stellte die Brikettfabrik in Domsdorf die Produktion ein. Dies war dank engagierter ehemaliger Mitarbeiter jedoch nicht das Aus für die historische Anlage. Denn ab 1994 verwandelten sie den Ort unter Führung eines eigens dafür gegründeten Vereins Stück für Stück in ein Museum. Heute können Besucher hier Kesselhaus, Kohlebunker und zwei der alten Brikettpressen bestaunen. Die weit über 100 Jahre alten Maschinen wurden 2007 eigens dafür wieder in Betrieb genommen.
Die Sanierung der Anlagen versucht der Verein dabei selbst zu finanzieren. Um beispielsweise die Instandsetzung der Esse bezahlen zu können, verkaufen die Mitglieder ihr eigenes Craft beer – das sogenannte Schlotbier. Bei Aufgaben wie der Etikettierung packen alle mit an.

Menschen und Maschinen

Michael Bader hat gemeinsam mit Redakteur Wolfgang Lenders einen halben Tag in dem technischen Denkmal verbracht und Menschen, Orte und Stimmungen eingefangen. Neben Detailaufnahmen und Übersichtsbildern entstanden so auch Porträts.

Erschienen ist die Reportage in der Oktoberausgabe des KOMPAKT-Magazins. Für uns beschreibt der Fotograf noch einmal die besondere Situation vor Ort:

„Die ganze Anlage scheint irgendwie aus der Zeit gefallen. Es ist ein Industriedenkmal, das von der Geschichte der Braunkohle erzählt – in einem Industriegebiet, das kaum noch existiert. Früher hatte die Kohle die ganze Region geprägt und die Menschen ernährt. Heute sind kaum noch Spuren davon zu erkennen.“


Genauer Beobachter

Nicht nur das Umfeld und die Atmosphäre des Ortes, die schwere, altmodische Technik und die riesigen Räume haben einen bleibenden Eindruck bei Michael Bader hinterlassen:

„Neben dem ganzen Ambiente haben mich besonders die Menschen in der Louise interessiert. Es gibt da zum Beispiel jemanden, der vor über 50 Jahren seine Lehre in der Anlage gemacht und jahrzehntelang dort gearbeitet hat. Heute ist er immer noch vor Ort und führt Touristen durch die Hallen. Er hat quasi sein ganzes Leben in der Brikettfabrik verbracht.“

Damit die Arbeiten möglichst natürlich und authentisch wirken, setzte der Fotograf auf Reduktion: minimaler Technikeinsatz beim Shooting und nur äußerst behutsame Nachbearbeitung.

Die Bildsprache, Beobachtungsgabe und den scharfen Blick des Fotografen für Details schätzt auch die IG BCE. Sie hat ihn schon oft für Reportagen engagiert und zu besonderen (Arbeits-)Orten wie der traditionellen Glashütte Lamberts in Waldsassen geschickt.

 

Bildquelle: Michael Bader Fotografie

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