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Der Beginn der Erfolgsgeschichte von Because Software

München 25.05.2018
Wie wird man vom Reiseleiter in Jordanien zu einem der erfolgreichsten Entwickler von Agentursoftware? Wieso hilft ein gutes Frühstück beim beruflichen Erfolg? Warum kann auch ein 3-Kilo-Laptop Gold wert sein? Auf dem Weg zum 30-jährigen Firmenjubiläum von Because Software gibt es viele kuriose Episoden.

Strenggenommen wurde der Grundstein für Because Software sogar schon vor 33 Jahren gelegt – mitten in Wien bei einer Firma, die für Philips Data kaufmännische Lösungen für Mediaagenturen entwickelt: Zwischen neuer Soft- und (damals oft klobiger) Hardware lernen sich Wolfgang Dinstl und Lorenz Mrkos kennen. Dass der eine später Entwicklungschef und der andere Geschäftsführer des gemeinsamen Unternehmens sein werden, davon wagt in dem Moment sicher keiner der Beiden zu träumen. Dinstl hat kurz zuvor sein Informatikstudium abgebrochen, um sich ganz seiner Leidenschaft als Programmierer zu widmen. Mrkos wagt den Quereinstieg in die Software-Entwicklung und betreut die Kunden, nachdem er zuvor unter anderem als Reiseleiter in Jordanien sein Verhandlungstalent erprobt hat. 

Der IT-Alltag ist Mitte der 80er-Jahre noch terabyteweit von heutigen Lösungen entfernt – der Standard heißt „Mittlere Datentechnik“. Darunter versteht man einen zentralen Rechner mit Server, auf dem alle Programme laufen. Die Mitarbeiter arbeiten an Terminals auf Applikationen. Klingt gar nicht easy – und ist es auch nicht. Es mangelt nicht nur an echter Vernetzung, sondern auch an bezahlbaren Lösungen für kleinere Unternehmen. Genau das wollen Dinstl und Mrkos ändern, indem sie Software-Lösungen speziell für Mediaagenturen entwickeln und programmieren. Bald merken sie jedoch: Wir müssen zunächst besser verstehen, was genau die Agenturen brauchen. Doch wie herausfinden? Die innovative Lösung: Frühstück mit Fachfrauen! So trifft sich Mrkos regelmäßig zum Arbeitsessen mit den (überwiegend weiblichen) Verantwortlichen für den Mediaeinkauf und lässt sich detailliert erklären, was diese sich von einem durchdachten Programm erhoffen.

Die Anforderungen sind bald klar: Die Media-Agenturen erwarten vor allem Unterstützung beim Beauftragen der Mediaschaltungen und Abrechnung der Leistungen – verbunden mit maximal einfacher Anwendung. Was heute selbstverständlich klingt, erschien Ende der 80er jedoch fast utopisch. Doch dann erfährt Lorenz Mrkos von einer geradezu revolutionären Programmiersprache aus Israel mit dem passenden Namen „Magic“. Deren Entwicklungsgeschwindigkeit ist außergewöhnlich, und sie vereinfacht viele Prozesse. Mrkos wendet die neuen Möglichkeiten umgehend an. Er macht sich selbstständig und entwickelt auf Basis von Magic einen Software-Prototypen für die Mediaabwicklung, der auf dem Betriebssystem DOS basiert und ohne Mittlere Datentechnik auskommt. Zum Programmieren nutzt er einen geborgten Laptop, 1988 noch eine drei Kilo (!) schwere Rarität – aber perfekt, um vor Ort bei den Agenturen professionell präsentieren zu können. 


Die jungen Firmengründer Mrkos und Dinstl neben ihrem drei Kilo schweren Arbeitsgerät, einem der ersten Laptops in Österreich
 
Mit dem neuen Produkt „Magic Media“ wendet Mrkos sich an Media-Agenturen und Unternehmen, die sich meist schnell von der neuen Softwarelösung begeistern lassen, erste Aufträge kommen rein. Schnell merkt der Entwickler, dass er weitere clevere Köpfe und helfende Hände braucht und schließt sich mit seinem früheren Kollegen Wolfgang Dinstl zusammen. Gemeinsam gründen sie 1988 die Projektgemeinschaft Magic Media – zunächst noch in Mrkos’ Wohnung angesiedelt. 
 
Erste Erfolge lassen nicht lange auf sich warten, bald stoßen Büroraum und Ausstattung an ihre Grenzen. 1991 folgt die nächste Erweiterung: Martin Votzi, ein weiterer Ex-Kollege stößt dazu und bringt neue Ideen ein, etwa die Paketentwicklung. Indem sie zusammengehörende Anwendungsprogramme verbindet, kann die Firma den Wert ihres Produkts beständig erweitern – ein erster Schritt hin zur Standardsoftware, die nicht für jeden Kunden individuell entwickelt werden muss und somit mehr Ressourcen für Weiterentwicklung schafft.

Dieser Fortschritt hilft beim weiteren Wachstum, die Jungunternehmer können erste Mitarbeiter einstellen. Zudem ändert sich der Name, aus Magic Media wird Media Software. 


Lorenz Mrkos, Martin Votzi und Wolfgang Dinstl (v.r.)
 
Auch die Software entwickelt sich weiter. Das Team programmiert das erste Zusatzmodul easyPLAN unter dem damals noch neuen Windows mit einer grafischen Benutzeroberfläche – eine bahnbrechende Entwicklung, die bei vielen Firmen überhaupt erst Interesse am Umstellen auf Digitaltechnik weckt. Neben der Abrechnung, die weiterhin unter Magic Media läuft, integriert easyPLAN die Mediaplanung mit einer Tarifdatenbank als Basis. Schon damals ist die Lösung für Mac wie auch Windows nutzbar; eine Leistung, an der heute noch so manche Software scheitert… 

Das Unternehmen verschiebt nicht nur Grenzen, sondern geht auch über sie hinweg – Anfang der 90er auch geografisch. 1993 gewinnt die Firma über einen guten Vertriebskontakt Jürgen Klenk dazu, den ersten Kooperationspartner auf dem deutschen Markt, weitere folgen bald. Allerdings zeigt sich bei den ersten Präsentationen, dass den Agenturen in Deutschland die Medialösung sehr wohl gefällt, sie aber vor allem Tools für die kaufmännische Abwicklung von Projekten brauchen. Denn es gibt zwar Programme für die Warenwirtschaft, jedoch nicht für die Abwicklung und Abrechnung kreativer Leistungen.


Jürgen Klenk, späterer Vorstand der Because Software AG, im damals modernen Look der frühen 90er

Aus diesen Anforderungen entsteht noch im selben Jahr easyJOB, das erste Full-Service-Paket, um Agenturprojekte kaufmännisch zu steuern, ebenfalls auf Basis der neuen Windows-Technologie. Später werden auch die bisher in Magic Media vorhandenen Funktionalitäten (Abwicklung, Beauftragung, Abrechnung, Statistik) integriert und 1996 als easyMEDIA eingeführt. Durch diese Kombination der Tools in einer einzigen Datenbank gewinnt die Media Software GmbH ein Alleinstellungsmerkmal in der hart umkämpften Kommunikationsbranche. 

„Mit unserem Paket Job- und Mediaabwicklung auf PC-Basis konnten wir viele Lösungen ersetzen, die noch auf riesigen IBM-Maschinen liefen. Damit hatten wir nachhaltigen Erfolg in Deutschland.“

Lorenz Mrkos (Gründer Because Software)

 

Bildquelle: Because Software

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