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Der Sichtbarkeitsindex - Das ultimative Erfolgsrezept?

Dresden 09.08.2017
Wenn es darum geht, den Wert, die Entwicklung und die Position einer Website darzustellen, wird der Sichtbarkeitsindex in vielen Fällen als Standardreferenz verwendet. Das ist ziemlich simpel und daher besonders verlockend, denn je höher der Wert ist, desto besser. Das wissen natürlich auch die Online-Marketing-Köche der SEO-Küche und verraten euch, was das Multitalent Sichtbarkeitsindex noch alles kann, aber auch welche Tücken er mit sich bringt.

Im Vergleich mit anderen Tools wie Google Analytics, hat der Sichtbarkeitsindex einen großen Vorteil: Man kann nicht nur die eigenen, sondern auch jede beliebige Seite analysieren. So können zum Beispiel Wettbewerber genau seziert werden, auch lassen sich die Daten über mehrere Jahre zurückverfolgen.

Wozu kann man den Sichtbarkeitsindex nutzen?

  • Auswirkungen von Google Updates veranschaulichen
  • Erfolg von SEO-Maßnahmen analysieren
  • Vergleich mit erfolgreichen Konkurrenten

 


Sichtbarkeitsindex Xing.com bei Sistrix: Starker Abfall im Februar durch Google Update.

Viele Tools, wie Sistrix, Searchmetrics, Seolytics oder Xovi stellen die Sichtbarkeit für die untersuchte Seite dar. Dabei nutzen sie ähnliche, aber dennoch unterschiedliche Berechnungen. Aus diesem Grund gibt es auch nicht den einen Sichtbarkeitsindex. Diese Tatsache birgt schon die erste Gefahr. Beim Vergleich verschiedene Seiten hinsichtlich der Sichtbarkeit ist es daher wichtig, immer nur die Daten eines Tools prüfen.

Sichtbarkeitsindex auf Berg- und Talfahrt

Zu Ausschlägen im Sichtbarkeitsindex kann es kommen, wenn die erwartbare Klickrate nicht der Realität entspricht, zum Beispiel durch:

  • Mehrfachrankings innerhalb der Top-10
  • Verluste durch Google-Updates
  • Rankings von Dritten für Brand-Keywords

Hier macht es Sinn, die Ursachen der Ausschläge genau zu analysieren, um daraus seine Lehren zu ziehen. Denn entscheidend sind nichtsdestotrotz langfristige Trends.

Wann ist meine Sichtbarkeit gut?

Dies ist eine Frage, die dem SEO oft gestellt wird. Doch dem Kunden einfach zu sagen, eine Sichtbarkeit von 4 ist gut, wäre natürlich nur die halbe Wahrheit. Ein Wert im Sichtbarkeitsindex ist nur dann gut, wenn er besser ist als die Werte anderer Wettbewerber und auch dann ist noch immer Luft nach oben.

 


Vergleich verschiedener Wettbewerber in Sistrix

Daher sind Zahlen allein nicht vergleichbar und prinzipiell eher unwichtig, entscheidender ist die Entwicklung und Relation. Je spezieller das Angebot der Website ist, desto geringer in den meisten Fällen die Sichtbarkeit. Doch auch ein Shop für ein Nischenprodukt kann beispielsweise mit einer deutlich geringeren Sichtbarkeit eine Tageszeitung sehr gut funktionieren. Die kleinere Zahl der Keywords führt zwar zu geringerer Sichtbarkeit, entscheidend ist jedoch, dass der Shop zu den für ihn wichtigen Keywords bestmöglich rankt. Somit können Spitzenpositionen in wenigen Keywords für wirtschaftlichen Erfolg völlig genügen.


Vergleich zwischen Spiegel.de und DVB.de: Die Dresdner Verkehrsbetriebe ranken natürlich zu „DVB“ und „DVB Dresden“ auf Platz 1, was entscheidend ist.

Sichtbarkeitsindex ≠ Traffic 

Häufig wird bei Sichtbarkeit sofort an Traffic gedacht und manchmal werden die beiden Begriffe sogar synonym verwendet. Hier ist jedoch Vorsicht angebracht! Die Sichtbarkeit drückt lediglich aus, wie gut eine Website für bestimmte Keywords bei Google gefunden wird. Gesteigerte Sichtbarkeit zeigt lediglich an, dass die Seite mit mehr Keywords oder einfach für die bestehenden Keywords besser rankt. Eine bessere Sichtbarkeit bedeutet jedoch nicht automatisch mehr Traffic. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben, zum Beispiel Trends und Saisonalität oder die Click-Through-Rate (CTR).
Der Sichtbarkeitsindex ist unabhängig von saisonalen Schwankungen (z.B. Winterurlaub, Reifenwechsel, Gartenmöbel, Weihnachtsgeschenke). Trotzdem sind Zugriffe je nach Thema bzw. Branche sehr unterschiedlich. Veränderungen im Sichtbarkeitsindex wirken sich daher nicht immer oder sofort auf den Traffic aus. Hier muss also genau zwischen Sichtbarkeit, Suchvolumen und Traffic getrennt werden. Für die Sichtbarkeit wird in der Regel ein Jahresdurchschnitt des Suchvolumens gebildet. Verbessert man die Sichtbarkeit einer Seite mit typischen Winterthemen im Sommer, kann dennoch davon ausgegangen werden, dass der Traffic sich erst zu Saisonbeginn wirklich verbessern wird.


Jährliches Suchvolumen für „Sommerreifen“

Ein anderer Faktor für den Sichtbarkeitsindex ist die Click-Through-Rate und damit die Auswirkung der Positionierung auf den tatsächlichen Traffic. Eine Änderung im Ranking wirkt sich in der Regel kaum auf den realen Traffic aus. Das ist nur dann der Fall, wenn man zum Beispiel auf den hinteren Seiten der Google-Suchergebnisse weiter vor rückt. Eine Verbesserung von Platz 30 auf Platz 15 macht jedoch kaum einen merklichen Unterschied. 

Während einerseits auch die SERPs (Search Engine Result Pages) an sich auf den Traffic einwirken, beeinflussen übrigens ebenso Featured- und Rich-Snippets oder Metadaten die CTR. Unabhängig von der Sichtbarkeit, kann Traffic auch über die Konkurrenz durch Anzeigen oder google-eigene Snippets (zum Beispiel bei ortsabhängigen Suchanfragen) gelenkt werden. Hier muss der SEO jedoch genau überlegen und klären, was eigentlich die genaue Suchintention der Nutzer ist und wie dabei maximaler Erfolg, beispielsweise durch optische Highlights oder einen Google Maps-Eintrag, erzielt werden kann. 

Ergo - Die Kombi macht’s

Letztendlich ist der Sichtbarkeitsindex nützlich, um Veränderungen oder Vergleiche darzustellen. Dabei sollte er jedoch nie als einziger KPI genutzt werden. Ja nach Branche, Zielvorstellungen und Möglichkeiten ist vielmehr eine Kombination von Traffic, Umsatz, Conversions, Sichtbarkeit und CTRs sinnvoll. Alleine durch eine Steigerung der Conversion-Rate kann beispielsweise der Umsatz ansteigen, ohne dass sich die Sichtbarkeit verändert. Besonders in Anbetracht von sprachbasierter Suche, ist der oberste Platz im Ranking sehr wichtig. Diese Spitzenpositionen erreicht man übrigens nicht nur durch eine bestimmte Menge an passenden Keywords, sondern auch durch holistischen Content und die Beantwortung spezifischer Fragen. Wenn eine Frage wie “Wie entferne ich bei Word einzelne Seitenzahlen?” und die dazugehörige Antwort direkt integriert und berücksichtigt werden, verlieren die einzelnen Keywords an Bedeutung. Dadurch könnte dann auch der Sichtbarkeitsindex von Seiten mit wenigen Keywords explosiv ansteigen, weil die Frage und Antwort wie eine Art “Keyphrase” wirken.

 

Bildquelle: SEO Küche

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