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Design Special: Immer mit Gefühl

Dresden 17.04.2018
Visitenkarte ist nicht gleich Visitenkarte und doch haben sie immer eins gemeinsam: Durch sie bekommen Kunden einen ersten Eindruck von der Firma, der Marke und vom Produkt selbst. Welche Rolle haptische Effekte dabei spielen, erklärt uns das Dresdner Designbüro HERBSTWEST.

Oberfläche, Dicke, Farbton, Steifigkeit, Geruch, Rascheln – alle Sinne sind beim Interagieren mit Papier beteiligt. Vielfach erfolgt die Wahrnehmung unbewusst – und doch beeinflussen äußeres Erscheinungsbild und Papier die qualitative Wahrnehmung des Inhalts und der Produkte. Das Dresdner Designbüro HERBSTWEST hat viel Erfahrung gesammelt, wie haptische Effekte zielgerichtet bei der Gestaltung von Kommunikationsmedien eingesetzt werden können, um den Gesamteindruck einer Marke zu stärken. 

Was heißt hier Haptik?

Zunächst heißt es: Augen zu, denn hier ist Fingerspitzengefühl gefragt: Textur, Konsistenz, Masse, Temperatur und Form. All das sind Kriterien, die im Zusammenspiel so charakteristisch sein können, dass haptische Marken wie die Coca-Cola-Flasche entstehen können, die sofort anhand ihrer unverwechselbaren Formen, Materialien oder ihrer Handhabung erkennbar sind.

HERBSTWEST weist Kunden bei der Markenentwicklung darauf hin, dass Material, Veredelung und Verarbeitung bei Printsachen immer einen Teil der Botschaft tragen. Wertigkeit, Nachhaltigkeit oder Einzigartigkeit lassen sich demnach über die Haptik überzeugend kommunizieren. 


Die aufwändige Umsetzung mit Stanzung und Lack kommt durch die reduzierte Gestaltung besonders zur Geltung

Handgemacht - der erste Eindruck zählt

Kommunikation beginnt also schon mit der Wahl des Papiers, welche die Wahrnehmung der darauf gedruckten Botschaft bereits beeinflusst. Der erste Eindruck zählt, was insbesondere für Visitenkarten gilt. Neben Markenzeichen und Kontaktinformationen sind es hier nämlich vor allem Material und Verarbeitung, die das Unternehmensimage transportieren. 


Subtil aber wirkungsvoll: betonte Kanten mit Farbschnitt oder Farbkern

Insbesondere bei kleinen Auflagen lohnt es sich, handwerkliche Umsetzungen in Betracht zu ziehen: Klassischer Bleisatz oder Letterpress-Verfahren ermöglichen - ebenso wie Siebdruck - die Verarbeitung besonders starker Materialien. Eine größere Materialdicke ensteht auch durch die Kaschierung mehrerer Papierlagen. Das Ergebnis ist ein besonders biegesteifes Produkt mit interessanter Farbschichtung. Beim Farbschnitt hingegen werden auch die Kanten von Buchblöcken oder Karten bedruckt, die dann wie edle Rahmen wirken. 

"Für Mailings in kleinen Auflagen haben wir auch schon genäht, per Hand Ösen angebracht oder mit aufwändigen Faltungen einen AHA-Effekt erzeugt. Besondere Anlässe erlauben es eben allen Kunden, auch mal außergewöhnliche Materialien mit besonderer Oberfläche einzusetzen oder jedes Jahr etwas neues auszuprobieren."

Anne Recknagel, HERBSTWEST


Klassische Hochdrucktechniken wie Bleisatz oder Letterpress erleben in den letzten Jahren eine Renaissance. HERBSTWEST druckte die letzte Weihnachtskarte selbst: bei carpe plumbum in Leipzig. 

Furnier statt Papier! 

Wer sagt, dass es immer Papier sein muss? Holz, Metall oder Stoff – mit der richtigen Technik lässt sich fast alles bedrucken. Material und Botschaft gehen häufig eine enge Verbindung ein, wobei der besondere Trägerstoff beim Empfänger lange in Erinnerung bleibt. Frei nach McLuhan gilt hier: “The Medium is the Message”.

Anfassen und Mitmachen erlaubt

Im Zusammenspiel mit Druckfarben, Drucktechnik, Material und Oberflächenveredelung entstehen unterschiedlichste Ergebnisse im Wechselspiel von matt und glänzend, hoch und tief sowie von Licht und Schatten. Wie wichtig die Einbeziehung des Tastsinns in die Gestaltung von Kommunikationsmedien ist, zeigt die Kognitionsforschung: Berührungsreize bleiben besser im Gedächtnis als visuelle oder auditive. Wer seine Kunden außerdem zum falten, malen, kleben und mitspielen animiert, erreicht eine noch höhere Aufmerksamkeit, weil diese Aktionen der natürlichen Interaktion entsprechen.


Interaktion macht Marken zum Erlebnis

Druck mit Herz und Hand

Verwunderlich ist es somit nicht, dass auch das HERBSTWEST-Team insbesondere bei der Herstellung eigener Printsachen gerne mal selbst mit Hand anlegt. Ansonsten vertrauen sie für Kleinauflagen in verschiedenen Drucktechniken auf ihre erfahrenen Partner wie carpe plumbum und paperARTist

 

Fotos: HERBSTWEST

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