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»Dieses Buch ist eine respektlose Liebeserklärung an diese Stadt«

Dresden 25.11.2016
Mit viel Idealismus, Euphorie und Fleiß sowie unzähligen Arbeitsstunden, Höhen und Tiefen haben Thomas Walther von Ö GRAFIK, Fotograf Amac Garbe und Journalist Peter Ufer eine Publikation mit Namen »Stadtluft Dresden« geschaffen.

Es ist Ende November und Sputnika wurde zur quasi “Vorab-Pressekonferenz” in die Dresdner Agentur Ö GRAFIK eingeladen. Der Grund: die am 2. Dezember anstehende Veröffentlichung des Bookzin (eine Wortneuschöpfung aus Book und Magazin) »Stadtluft Dresden«. Eine Sammlung von 18 essayistisch, fundierten und überaus vielseitigen und spannenden Geschichten von und über Dresdner und Nicht-Dresdner auf rund 140 Seiten und in einer 3.000er Auflage. Geschichten über und aus der sächsischen Landeshauptstadt. Aber was ist die Idee hinter »Stadtluft Dresden«? Einer der Hauptinitiatoren Journalist und Autor Peter Ufer reflektiert die Entstehung:

"Es war ursprünglich als Sammlung von Geschichten von normalen Menschen in und aus dieser Stadt gedacht. Als Statement für und aus Dresden. Dafür haben wir, Thomas Walther von Ö GRAFIK und ich, Verbündete gesucht und sehr schnell in Fotograf Amac Garbe einen begeisterten Mitstreiter gefunden. Das ist jetzt zirka 3 Jahre her. Seitdem begann es in dieser Stadt zu stinken. Die Menschen wurden stinkig, die Luft wurde schlecht. Wie kam das? Das fragten wir uns und dachten, dass es Zeit für etwas frische Luft in der Stadt wird. Stadtluft eben."

Das Team, Walther, Ufer und Garbe, entstand aber nicht von ungefähr, denn alle haben gemeinsam schon viele Projekte umgesetzt. Das Buch »Die feine sächsische Art - Manufakturen in Sachsen« ist beispielsweise solch ein Projekt. Aber »Stadtluft Dresden« sollte anders werden. Amac Garbe dazu:

"Diese Publikation sollte einfach langlebiger werden. Keine kurz- und schnelllebigen Storys, keine gekauften PR-Texte und auch keine barocke Kaffee-Gemütlichkeits-Dümpelei, die schnell gelesen, verdaut und vergessen ist. Stattdessen solle “Stadtluft Dresden” eine interessante Sammlung  teils literarischer, teils journalistischer Geschichten sein, die man über das ganze Jahr immer wieder neu entdecken kann."

Und Peter Ufer führt die Entwicklung weiter aus:

"Zur gleichen Zeit als wir mit dem Projekt begannen, kippte aber auch die Stimmung in dieser Stadt. Wir haben unseren Ansatz nochmal hinterfragt und uns entschieden, dass es gesellschaftskritischer und umfassender werden muss. Herausgekommen ist ein Essayband, der zum Nachdenken über die Stadt und zum Perspektivwechsel anregen soll. Eine aus unserer Sicht publizistische Notwehr"

In »Stadtluft Dresden« enthalten sind nun Beiträge und Portraits über und von Thomas Brussig, Michael Bittner, Peter Ufer, Anna Mateur, Peter Richter, Durs Grünbein sowie Schriftsteller und Lyriker Thomas Rosenlöcher, Schauspieler Utz Pannike, historische Recherchestücke von Heidrun Hannusch oder Artikel von Juliane Hanka über die Musiker Alec Troniq und Gabriel Vitel und die Band Komfortrauschen. Und natürlich noch vieles andere mehr. So gibt es beispielsweise auch eine Reportage über das urbane Wesen des Dresdner Fetscherplatzes.

Für dieses Projekt, dass die Initiatoren gänzlich ehrenamtlich gestemmt haben, galt es dennoch Sponsoren zu finden, um die angestrebte Buchform und einen Vertrieb im gesamten deutschsprachigen Raum zu ermöglichen. Nach vielen Sackgassen, Ablehnungen, ja sogar Anfeindungen für den für manche offenbar unbequemen Ansatz, wurden sie beim Unternehmen A. Lange & Söhne, der radiologischen Gemeinschaftspraxis Dr. Uwe Neumann und dem Verlag der Kunst Dresden fündig. Ohne großes Aufsehen, aber mit dem gleichen Idealismus haben diese Partner nun dazu beigetragen, dass »Stadtluft Dresden« am 2. Dezember erscheinen kann. In allen Buchläden Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

Layout und Gestaltung der Publikation hat Ö GRAFIK geleistet, die Fotografien sind durchweg von Amac Garbe erstellt worden. Das von den Initiatoren erstellte Vorwort ist nicht nur Einleitung, sondern spiegelt den tiefen Drang wieder, sich Fragen, neuen Wegen und auch unbequemen Antworten zu stellen. Sei es in die Vergangenheit, in der Gegenwart und letztlich natürlich für die Zukunft. Der Reigen der Autoren und der Beiträge von »Stadtluft Dresden - ein Bookzin zum Durchatmen« erfüllt diesen Ansatz nun mit gehörig Inhalt und Leben. Und sicher auch mit Gesprächsstoff. Thomas Walther von Ö GRAFIK:

"Das Buch ist ein einziger Perspektivwechsel. Es ist ambivalent. So wie die Stadt selbst. Und wir haben diese Ausgabe zudem mit einer “1” versehen, denn letztlich sind wir natürlich auch gespannt und zuversichtlich, wann und in welcher Form dieser Premiere die Fortsetzung folgt."

Und Peter Ufer fügt hinzu:

"Es ist eine respektlose Liebeserklärung an diese Stadt. Und eine Einladung an jeden, zum Lesen und Nachdenken.«

Und da auch Sputnika immer für einen kritischen Diskurs zu haben ist, finden wir dieses Projekt spannend und empfehlenswert.

»Stadtluft Dresden - ein Bookzin zum Durchatmen« erscheint am 2. Dezember im Verlag der Kunst Dresden und ist im gesamten deutschsprachigen Raum für 12,95 Euro erhältlich.

Die Buchpremiere mit Lesung von Durs Grünbein, Michael Bittner und Peter Ufer findet am 2. Dezember von 15 bis 16 Uhr in der Motorrad-Manufaktur Hookie Co, die von Stadtluft für eine Reportage begleitet wurde, auf der Großenhainer Straße 137 statt. Der Eintritt ist frei.

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