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DrupalCon Vienna 2017. Ein Rück- und Ausblick

Dresden 01.11.2017
Vom 26. bis 29. September fand im Herzen Wiens die 12. DrupalCon Europe statt. Seit 2005 trifft sich die weltweite Drupal-Community einmal im Jahr in Europa, um Erfahrungen und neueste Entwicklungen rund um das OpenSource CMS auszutauschen. Auch zwei Mitarbeiter von XIMA waren dabei. Und sind als frisch gebackene Zertifizierte aus Wien zurückgekommen.

Über 1.600 Teilnehmer waren auf dem Wiener Messegelände unterwegs, um sich vier Tage lang über Drupal und den neuesten Stand der Dinge auszutauschen. Das Hauptaugenmerk der DrupalCon Vienna lag dabei auf den Vorträgen, den sogenannten Sessions. Ebenfalls zu Gast waren Philipp Michael und René Opitz, zwei XIMA-Entwickler, die innerhalb der Agentur auf den Bereich Drupal spezialisiert sind. Für die Beiden sollte es jedoch mehr als “nur” der Besuch einer Drupal Convention werden. Doch dazu später mehr, denn zuerst erläutert René Opitz die diesjährigen inhaltlichen Schwerpunkte:

„Das Spektrum reichte von Themen wie Frontend und Performance über PHP/TWIG bis hin zu Sicherheit, Skalierbarkeit und Deployment. Aber auch Showcases und Metathemen zu Projektmanagement, Business und „Being Human“ waren dabei. Zusätzlich zu den Vorträgen gab es noch sogenannte BOFs (Birds of a Feather). Das sind spontane, informelle Diskussionsrunden zu einem bestimmten Thema. Auch viele Sprints und Einführungen, wie man auf verschiedensten Wegen Teil der Community werden kann, waren in Wien dabei.”

Nach Aussage von Philipp Michael zählt die Verwendung von Drupal als so genanntes Headless CMS zu dem Top-Thema, das aktuell unter Drupal-Entwicklern und Anwendern besprochen wird. Dazu nochmal der Entwickler:

„Drupal wird als Headless CMS nur für Pflege, Verarbeitung und Ausspielen des Contents verwendet, nicht aber für das Frontend selbst. Das Drupal-Backend speist damit als zentrale Anwendung verschiedenste Apps, Webseiten, Widgets und vieles mehr. Auch kann man Dank der gewonnenen Flexibilität mittels React, Angular und Co komplexe und äußerst bedienfreundliche User Interfaces entwickeln.”

Ein weiteres großes Thema der diesjährigen DrupalCon war die Optimierung der Nutzerfreundlichkeit für Redakteure. Während der vier Tage wurden deshalb verschiedene Ansätze präsentiert, die von Tabellen-losen Backend-Themes über bessere Menüstrukturen bis hin zu vereinfachten Arbeitsabläufen und neuen Gruppenrichtlinien reichten. René Opitz zu weiteren Neuerungen aus dem Hause Drupal:

„Nicht nur Redakteure können mit konkreten Verbesserungen rechnen. Auch die Entwicklung und Planung, der Deployment-Prozesse und das automatische Testen werden weiter verbessert und stehen ganz oben auf der Agenda. Für das Frontend waren die Themen Living Styleguide mit Hilfe von verschiedenen Werkzeugen (z. Bsp. Fractal), das Umsetzen der Themes über sogenannte Komponenten und die Barrierefreiheit sehr wichtig. Äußerst spannend war auch das Thema Migration: Drupal 8 bietet dafür endlich eine Standardschnittstelle, mit der sich nicht nur alte Drupal-Versionen leichter migrieren lassen, sondern auch verschiedenste Drittsysteme, sei es über CSV, JSON oder direktem Datenbankzugriff.”

Auf der DrupalCon Vienna gab es neben viel Zukunftsmusik aber auch die Möglichkeit, sich die eigene Fachexpertise vor Ort bestätigen zu lassen. Steffi Hötzel, Teamleiterin bei XIMA, erklärt, wie solche Drupal-Zertifizierungsprozesse vonstatten gehen:

„Es ist bei Drupal ähnlich wie bei TYPO3. Das heißt, dass man sich für verschiedene Bereiche zertifizieren lassen kann. Da gibt es Zertifikate für Entwickler im Bereich Backend, Frontend und ein so genanntes Drupal Site Builder Exam. Philipp Michael hat in diesem Fall das Site Builder Exam abgelegt und René Opitz hat die Prüfung zum Frontend Spezialisten erfolgreich bestanden. Die Drupal-Zertifizierung selbst wird über den Anbieter Acquia angeboten. Das ist ein Unternehmen, dessen CTO von Drupal stammt und das mehrere Tests für Drupal entwickelt hat, deren Ergebnisse als sehr ausschlagend anerkannt sind. Die Tests selbst werden nach Anmeldung in der Regel online innerhalb einer bestimmten Zeit und an einem festen und kostenpflichtigen Termin vorgenommen. Oder man meldet sich bei einer Veranstaltung wie der DrupalCon Vienna an und macht das gleich vor Ort.”

Für René Opitz und Philipp Michael war die Teilnahme an der mehrtägigen Veranstaltung also eine Mischung aus Convention und Prüfungssituation mit ein wenig Vorbereitungsarbeit. Aber der Aufwand hat sich gelohnt, denn beide Entwickler besitzen nun eine Drupal8-Zertifizierung.

René Opitz fasst die DrupalCon Vienna abschließend zusammen:

„Uns hat es viel Spaß gemacht, mit dabei gewesen zu sein. Die Drupal-Community ist eine offene und sehr progressive Gemeinschaft mit dem stetigen Ziel, Drupal für alle noch weiter zu verbessern. Schlechte Nachrichten gibt es aber leider auch: Im nächsten Jahr wird es wohl keine DrupalCon in Europa geben. Erst 2019 soll es wieder so weit sein. Die Zwischenzeit wollen die Organisatoren dafür nutzen, das Konzept der Convention wieder attraktiver für Entwickler zu gestalten. Denn die Tendenz ging in den letzten Jahren eher zu den kleineren, praxisnäheren Konferenzen und vor allem den zahlreichen DrupalCamps.”

Als nächstes trifft sich die Drupal-Community bei den Drupal Developer Days im kommenden Jahr. Wo diese stattfinden wird, das steht aktuell noch nicht fest.

Und auch René Opitz und Philipp Michael haben weitere Pläne, denn die beiden XIMA-Entwickler wollen gemeinsam mit anderen Drupal-Usern die Drupal User Group Dresden zu neuem Leben erwecken. Interessierte, Anwender, Programmierer und alle anderen, die die Drupal Community voranbringen wollen, sind dort gern gesehen. Ganz gleich, ob es sich dabei um Profis oder Einsteiger handelt. Organisiert wird das Ganze aktuell über www.drupal.slack.com (Stichwort: Channel #dresden)
 
Frei verfügbare Vorträge der 2017er DrupalCon Vienna kann man hier finden.
 

Bildquelle: XIMA MEDIA

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