201701-oe-grafik-erzgebirge-unesco-studie-titel.JPG

Erzgebirge meets UNESCO-Welterbe. Mit Unterstützung aus Dresden

Dresden 06.01.2017
Wenn das Erzgebirge im Sommer als UNESCO-Welterbe anerkannt wird, dann hat Ö GRAFIK das passende Konzept für die künftigen Welterbezentren parat. Wir haben mit Ö GRAFIK-Projektmanager Lutz-Wolfram Reiter über das Projekt gesprochen.

Mit Welterbe kennt man sich in Sachsen ja aus. Auch im Erzgebirge regt sich seit vielen Jahren der Wunsch, die dortige Region als Kulturlandschaft ausgezeichnet und dadurch belebt zu sehen. Aus diesem Grund streben viele Gemeinden und Kommunen im Erzgebirge den UNESCO-Status “Weltkulturerbe” an. Für dieses Ziel schrieb das Landratsamt Mittelsachsen im vergangenen Jahr eine Machbarkeitsstudie für die Konzeption, Planung, Bau und Gestaltung von Besucherzentren in der “montanen Kulturlandschaft Erzgebirge/Krušnohoří” aus. Besucherzentren, die im Zuge des angestrebten UNESCO-Welterbestatus, über den in den kommenden Monaten entschieden wird, gebaut werden sollen. 

In der beschränkten Ausschreibung des Landratsamtes Mittelsachsen im Frühjahr 2016 wurde der Partner für das Projekt ermittelt. Die Fördermittel kamen hierbei vom Land Sachsen, welches das Projekt “Welterbetitel Erzgebirge” ebenfalls auf der Agenda hat. Im Zuge der Ausschreibung wurden knapp 10 Agenturen angeschrieben. Darunter auch Ö GRAFIK. Die Dresdner Agentur ist im Bereich Tourismus und Regionalmarketing erfahren, wie zuletzt Projekte für die Marketing Gesellschaft Oberlausitz oder den Sächsischen Heilbäderverband zeigten.

Für die Ausschreibung bildete die Agentur eine Arbeitsgemeinschaft mit KEM Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH. Ö GRAFIK-Projektmanager Lutz-Wolfram Reiter hierzu:

“Wir haben als Agentur den Vorteil, dass wir uns im Tourismus-Bereich in der Region Erzgebirge schon recht gut auskennen. Mit der KEM Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH haben wir zusätzlich einen Partner, der seit vielen Jahren im Bereich kommunaler Beratung spezialisiert ist. KEM verfügt außerdem über Architekten, die auf die Planung und Gestaltung von Besucherzentren spezialisiert sind. Know-how, das schon bei der Gestaltung des Bergbaumuseums von Oelsnitz eingeflossen ist. Gemeinsam war es möglich, den Auftrag binnen der vergangenen 6 Monate durchzuführen.”

Aber warum wurde die Machbarkeitsstudie eigentlich in Auftrag gegeben noch ehe der noch nicht sichere UNESCO-Titel verliehen wurde? Lutz-Wolfram Reiter hierzu:

“Das war nötig, um einen inhaltlichen Vorlauf zu gewährleisten. So können die Besucherzentren möglichst zeitnah zum erwarteten Welterbestatus errichtet werden.”

Das Ergebnis der Projekts ist ein umfangreiche Studie, die sich in vier Arbeitspakete gliedert. Das erste Paket analysiert infrastrukturelle, technische und personelle Voraussetzungen für Standorte von Welterbe-Besucherzentren beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze. Im zweiten Themenblock wird ein modulares Ausstellungskonzept im Baukastenprinzip entwickelt. Dieses dient als Vorschlag für zielgruppenspezifische Präsentationen des künftigen Welterbes. Es enthält zudem erste Entwürfe zu der technischen und musealen Ausstattung der Besucherzentren. Lutz-Wolfram Reiter erklärt die übrigen beiden Arbeitsschwerpunkte:

“Arbeitspaket 3 beinhaltet das Konzept für die Gestaltung der Ausstellungen und der technischen Ausstattung von Besucherzentren im Zusammenhang mit dem Arbeitspaket 2 und unter Berücksichtigung des Corporate-Design-Manuals des Welterbe Erzgebirge e.V. sowie bereits vorhandener Werbemittel. Im vierten Teil haben wir einen Vorschlag für ein modulares Umsetzungskonzept entwickelt, inklusive Kostenkalkulation, Ausstattungsvorschläge und Zeit-Maßnahmen-Plan.”


Bildunterschrift: Beispielhafte 3D-Ansicht eines Teilmoduls von oben gesehen

Doch was genau ist das Ziel der Machbarkeitsstudie?

“Das Ziel besteht darin, eine hohe Qualität, eine optimale Funktionalität sowie ein einheitliches, zeitgemäßes und inhaltlich passendes Erscheinungsbild der Besucherzentren im gesamten, über 5000 km² großen Gebiet zu gewährleisten. Dazu wurden Kriterien und Grundparameter festgelegt, die überall dort, wo künftig Besucherzentren eingerichtet werden sollen, berücksichtigt werden. Wesentlicher Ansatz ist dabei die Festlegung und Beschreibung gleichartiger Module. Gleichartig in Bezug auf inhaltliche Gliederung der Gesamtausstellung wie auch in Bezug auf diverse gleichartig einzusetzende Ausstattungselemente und Gestaltungsformen.”

Das klingt alles nach einem Plan, um langfristig auch mehr Touristen und Investoren ins Erzgebirge zu locken. Ist das so?

“Definitiv. Mit der Studie sollen potenzielle Betreiber von Besucherzentren im Erzgebirge einen Leitfaden für die Wahl des geeigneten Standorts und der Einrichtung und Ausstattung von Besucherzentren erhalten. Von ausgewählten gesetzlichen Vorgaben über Angaben zu technisch-infrastrukturellen sowie Gestaltungsfragen bis zum Überblick über Zeit und Kosten.”

Bleibt noch zu hoffen, dass das Antragsverfahren bei der UNESCO letztlich auch wirklich mit der Verleihung des Titels einhergeht. Aber selbst wenn nicht, so sind schon jetzt Städte wie Schwarzenberg, Dippoldiswalde oder Annaberg an der Gestaltung neuer Besucherzentren interessiert. Welterbe hin oder her. Nach Aussage der Agentur könnte Ö GRAFIK dann die inhaltliche und grafische Ausgestaltung sowie die didaktischen Elemente erarbeiten. In enger Zusammenarbeit mit dem Partner KEM, der die Planung und den Bau der Zentren übernehmen kann.

Matthias Damm, Landrat des Landkreises Mittelsachsen, dürfte die ganze Entwicklung in jedem Fall freuen, denn er betonte bereits in seiner diesjährigen Neujahrsansprache die Attraktivität seines Landkreises, für den er sich in Zukunft noch mehr Perspektiven erhofft. Wir drücken die Daumen!

Und Lutz-Wolfram Reiter? Wie empfand er die Arbeit an diesem Projekt?

“Das war ein Auftrag, bei dem wir irrsinnig viel lernen und entdecken konnten. Ich selbst bin im Schwarzwald aufgewachsen. Zwischen beiden regionen gibt unglaublich viele Gemeinsamkeiten, wenn auch längst nicht so viel Bergbau. Faszinierend ist allein schon wie viele Erfindungen im Bereich des Montanwesens aus dem Erzgebirge kommen. Und es macht auch Spaß, sich all die Dinge in Orten wie Annaberg, Freiberg oder Dippoldiswalde selbst anzusehen.”

Kommentare

Weitere Artikel von Ö GRAFIK

Das Chamäleon der Oberlausitz
Wie Ö GRAFIK auf den letzten Sputnika Web-Check-up reagiert
campus-halensis.de - das neue Online-Magazin der Martin-Luther-Universität
TEDx Dresden - ein Rück- und Ausblick