201805-cromatics-vour-2.jpg

Feministische Markenbildung? Echt jetzt?

Dresden 18.05.2018
Sputnika sprach mit Markensoziologin Nora Hilsky, Art Direktorin Anne Stautmeister von CROMATICS und deren Kundin Stephanie Oppitz über ihre neueste Markenkreation "Von Ocker und Rot", einem Label für nachhaltige Frauenhygieneprodukte.

Es geht bei Von Ocker und Rot schon um Markenbildung unter feministischen Vorzeichen, verrät Markensoziologin Nora Hilsky von CROMATICS

„Das ist für uns in der Agentur ein wichtiges und unterstützenswertes Thema, was wir acht Frauen mit den sieben Männern im Team oft und gern diskutieren. Für uns bedeutet die Emanzipation auch, dass die Männerrolle Chancen bekommen sollte, sich weiterzuentwickeln. Die Marke „Von Ocker und Rot" spricht aber tatsächlich ein reines Frauenthema an, das gesellschaftlich aktuell noch zu wenig Gehör findet.”

Ihr kreiert ja aber nur die Marke, nicht das Produkt. Wer steht denn als Gründer hinter "Von Ocker und Rot"?

„Hinter den Produkten steht die Unternehmerin Stephanie Oppitz aus dem Dresdner Hechtviertel, die aktuell sehr erfolgreich nachhaltige Stoffwindeln produziert und vertreibt. Es geht ihr, und natürlich auch uns, nun darum eine neue Marke für nachhaltige Frauenhygieneprdodukte an den Markt zu bringen. Also Stoffslipeinlagen, Stoffbinden und Menstruationstassen und vieles mehr. Der weibliche Zyklus und die Menstruation ist auch im Deutschland des Jahres 2018 immer noch ein Tabuthema. Es ist also klar, dass diese neue Marke auch Aufklärung in dieser Richtung leisten können muss."

Die CROMATICS Markensoziologin erläutert wie der Prozess der Markenbildung ablief:

„Zunächst ging es mit dem Namen los. „Von Ocker und Rot" klingt sicherlich erst einmal ungewöhnlich. Wir spielen damit auf die Unterschiedlichkeit von Frauen und auch deren Regel an. Im zweiten Schritt wurden die Marke, speziell deren Werte und die Positionierung so ausgerichtet, dass sich die Markenkommunikation, zum Beispiel im Bereich Social Media, immer um die Umweltfreundlichkeit, Emanzipation der Frau und Selbstfürsorge drehen wird."

Mehr zur Geschichte des Namens kann man auf der Website des Labels "Von Ocker und Rot" lesen. Stephanie Oppitz selbst ist eine engagierte Unternehmerin, die mit der ebenfalls von ihr ins Leben gerufenen "Windelmanufaktur" bereits im letzten Jahr Preise abgeräumt hat. Zur Verbreitung der Marke "Von Ocker und Rot" trägt sie selbst aktiv im Social Media bei. Darüber hinaus schreibt Stephanie Oppitz Blog-Beiträge und hat auch einen Newsletter. Mit ihren Produkten ist sie übrigens Vorreiterin in Richtung wiederverwendbarer Hygieneprodukte. In eigenen Worten sagt die Gründerin

„Meine Produkte haben nicht nur einen praktischen Nutzen, sondern sprechen das wichtige Thema des weiblichen Zyklus an, ohne den nunmal kein Leben entstehen könnte. Wir Frauen haben damit einmal im Monat zu tun, sei es durch Stimmungsschwankungen oder Schmerzen, und doch bleibt man mit dem Thema meistens allein. Selbst unter Frauen. Es geht hier also auch darum, das weibliche Selbstbewusstsein zu steigern und Frauen zu ermutigen, sich an den oft unbequemen Tagen auch etwas Schönes zu gönnen. Deswegen auch der Claim "Für schönere Tage". Aus diesem Grund haben die Stoffslipeinlagen der Marke „Von Ocker und Rot" alle besonders schöne Designs und Muster, die aber nur die Frauen sehen werden. Und davon abgesehen wäre es einfach ein riesiger Vorteil für die Umwelt, wenn Frauen auf solche nachhaltigen Hygieneprodukte umsteigen würden. Unterm Strich möchte ich Frauen einfach darin unterstützen, möglichst umweltschonend, naturverbunden und nachhaltig mit sich und ihrem Zyklus umzugehen."

Stephanie Oppitz fertigt all die Produkte in Handarbeit mit ihrem Team in einer Werkstatt im Hechtviertel, wo man die Sachen auch vor Ort kaufen kann. Sie vertreibt die Produkte auf ihrem Onlineshop und gelegentlich trifft man sie auch auf den passenden Märkten an. 

Anne Stautmeister, die als Art Direktorin bei CROMATICS für Konzepte und generatives Design zuständig ist, beschreibt, was bei "Von Ocker und Rot" alles optisch transportiert wird und wie die Erscheinung entstand:

„Die Werte Handarbeit, Nachhaltigkeit, Ästhetik und Qualität spiegeln sich im Design der Marke wieder. Entwickelt wurde eine Wort-Bildmarke, die auf einem individuellen handgeschriebenen Schriftzug mit Rundfeder basiert. Für die Bildmarke wurde eine Frau in unterschiedlichen Positionen stilisiert gezeichnet. Sie steht für selbstbewusste Weiblichkeit, die sich dynamisch durch verschiedene emotionale und physische Phasen bewegt. Die Wort-Bildmarke wird vor allem für die Imagekommunikation eingesetzt. Für die Kommunikation direkt am Produkt gibt es eine reine Wortmarke, da die Produkte für sich sprechen. Auch die Farbwahl spiegelt den Markennamen beziehungsweise die Nuancen des weiblichen Zyklus in verschieden Rottönen wider. Ergänzt werden die warmen Töne durch einen erfrischenden Farbton in Minze. Gestaltungselemente in Form von spontanen Pinselstrichen und skizzenhaften Strukturen werten das Thema künstlerisch auf und sorgen für eine lockere Natürlichkeit der Marke."

Gelauncht wurde die neue Marke von Stephanie Oppitz und ihrem Team natürlich am Weltfrauentag (8. März). Die bisherige Resonanz seitdem fasst die Gründerin wie folgt zusammen:

„Wir haben wahnsinnig viel positive Resonanz bekommen. Alle, die sich unser neues Logo angesehen haben, sind davon begeistert. Am wichtigsten war mir, dass das Design unsere Ansprüche an unsere Produkte widerspiegelt. Und die Rückmeldung unserer Kunden ist, dass das mit Bravour gelungen ist."

 

Bildquelle: CROMATICS

Kommentare

Weitere Artikel von CROMATICS

Feuer frei für die PAINT CLUB BATTLE LEAGUE
Wie viel Wahrheit zeigen die Medien? Kunstaktion von Sven Sauer unterstützt durch CROMATICS
City-Take-Over für H&M - mit Ace Tee und The Saxonz in Hamburg
Milka-Waves-Rutschengaudi in Berlin