20150803_Interview_Minack_Zukunft_web.png

Größe ist kein Gewinn an sich.

Berlin 03.08.2015
Benjamin Minack, Geschäftsführer von ressourcenmangel Berlin, über die Agentur der Zukunft

Benjamin Minack und Andreas Nickel haben 2004 ressourcenmangel in Frankfurt/Oder gegründet. Die Stadt am Fluss ist alles andere als eine Werbehochburg, deshalb zog es beide auch schnell in die nahegelegene Hauptstadt. Mittlerweile gibt es vier rechtlich selbstständige Standorte in Berlin, Dresden, Stuttgart und Hamburg. Außerdem gehört ressourcenmangel zur Hirschen Group. Wir haben Benjamin Minack gefragt, was es mit seiner Standortstrategie auf sich hat und wie sich wohl in Zukunft das Bild der Agenturen verändert.


Benjamin, welchen Vorteil bringt eurer Vorgehen, rechtlich selbstständige rsm - Standorte in Deutschland aufzubauen?

Wir finden kleinere, wandlungsfähige Agentureinheiten einfach richtig gut. Größe an sich ist ja wirklich kein Gewinn – weder für die Kunden, noch für die Kollegen. Viele kleine Büros über das Land verteilt sind zudem näher an den Kunden, als das eine große in einer der Kommunikationsmetropolen. Für die verantwortlichen Geschäftsführer ist die räumliche Distanz zum „Original“ eine große Chance, ihren Standort nach eigenen Vorstellungen zu entwickeln. Das motiviert mehr, als wenn jeden Morgen der Chef auf dem Schreibtisch sitzt und nach dem werten Befinden fragt. Die Frage der rechtlichen Selbständigkeit ist dabei eher Formsache und dient dem Sichtbarmachen der Idee. 

Was glaubst Du, wie muss eine Agentur in der Zukunft agieren und worin unterscheidet sie sich von einer heutigen?

Der langweilige Teil der Antwort lautet: Die Agentur der Zukunft ist entweder Spezialist oder Generalist, Kreativagentur oder Umsetzungsdienstleister.

Der etwas spannendere Teil geht so: Agenturen werden in naher Zukunft nur noch dann langfristig erfolgreich arbeiten können, wenn sie das Dreieck aus Mitarbeitern, Qualität der Arbeit und Kundenbeziehung und den daran hängenden kaufmännischen Fragestellungen ausgewogen gestalten. In jedem dieser drei Bereiche ist der Veränderungsdruck groß.

Auf welche 3 Dinge muss ein Gründer im Agenturbusiness heute achten, damit er auch noch in 15 Jahren existiert?

Wie gesagt, Größe ist kein Gewinn an sich. Agenturmodelle, die sich darauf beschränken mit wenigen festen Mitarbeiter erfolgreich zu sein, sind für den schnellen Wandel am besten gewappnet. Führungskompetenz wird für die Arbeit mit vielen freien Kollegen noch wichtiger. Diese zu erwerben und zu trainieren, gehört in den Weiterbildungsfahrplan eines Gründers. Weiterbildungsfahrpläne braucht es auch für alle Mitarbeiter, abgeleitet aus der langfristigen Strategie zur Unternehmensentwicklung. Wie so oft haben wir eine solche für die Kunden lange diskutiert. Den Agenturen aber selbst mangelt es einer solchen meist. Mindestens einmal im Jahr sollte die eigene Strategie im Fokus stehen und die Frage nach dem „Was sind wir eigentlich“ gründlich durchleuchtet werden.

Geld spielt gegen alle Erwartungen doch eine recht große Rolle. Ein Gründer sollte schon Beginn an eine Idee von denen für sein Geschäft relevanten Kennzahlen entwickeln, diese nach seinen Bedürfnissen anpassen und regelmäßig überprüfen und dann mit dem Korrigieren und Nachsteuern lernen. Je tiefer das in der Unternehmens DNA sitzt, desto sicherer wir das Wachstum.

Danke für das kurze Gespräch. 

von ressourcenmangel, Berlin 


Bildquelle: ressourcenmangel GmbH, Berlin

Kommentare

Weitere Artikel von ressourcenmangel

Wie Marken sich im Facebook-Newsfeed zukünftig behaupten müssen
Hochschulmarketing-Tag 2017: die besten Studierenden für sich gewinnen
Verbandszeitschrift des BDEW mit neuem Look und unter neuem Titel
Moin, Moin! Cross-Media-Kampagne führt uns zu den schönsten Orten Hamburgs