201701-webzunder-kuratieren-kpcb-internet-trends-2013-titel.JPG

“Ihr seid, was Ihr teilt” - Pilotprojekt zum Aufbau der “Marke” über das Kuratieren

Dresden 13.01.2017
Dirk Spannaus von webZunder wünscht sich, dass die Qualität der geteilten Beiträge in Sozialen Medien steigt. Richtig eingesetzt, hilft das Kuratieren die Wahrnehmung der persönlichen “Marke” und die des Unternehmens zu definieren und zu stärken. Ein Gastbeitrag von Dirk Spannaus.

Kuratieren heißt der Fachbegriff, der ursprünglich im Journalismus geprägt wurde. Dabei werden in erster Linie fremde Inhalte bewertet, kommentiert und weiterverteilt. Durch die Kombination verschiedener Quellen können ganze Dossiers entstehen - auch ohne eigene Inhalte zu produzieren. 

In einer Studie von Kleiner Perkins Caufield & Byers (2013) wird u.a. das Teilen von Inhalten verschiedener Länder verglichen. In anderen Ländern ist die Kultur des Online-Teilens im Vergleich zu Deutschland sehr weit fortgeschritten. Während im Durchschnitt 24% der Teilnehmer “alles” oder “die meisten Sachen” online teilen, sind es in Deutschland weniger als 10%. Damit nimmt Deutschland vor Japan den vorletzten Platz ein.

Teilen - was bringt es? 

Wie geht es Euch als Leser, wenn Ihr Links in Eurer Timeline seht, die ganz ohne Kommentar daherkommen? Manchmal klicke ich drauf, weiß aber nicht wieso ausgerechnet dieser Artikel wert war, geteilt zu werden.

Erstaunlicherweise funktioniert das Kuratieren im privaten Umfeld scheinbar sehr gut. Da werden fast ausschließlich Inhalte geteilt, selten selbst produziert. Mit eigenen Bewertungen wird sich im privaten Umfeld meiner Meinung nach weniger zurückgehalten - Meinungen werden kundgetan und auch - mal mehr mal weniger gut - vertreten. 

Dabei fällt mir auf, wie stark geteilte Inhalte meine Wahrnehmung prägen. Ich fange unbewusst an, meine Mitmenschen mit Labels zu versehen: z.B. “kennt sich mit der Startup Szene und WordPress aus” (Chris Kloß von Frische Fische), “teilt immer die coolsten, kreativen Projekte im Bereich Street Art” (Andreas Schanzenbach von cromatics), “ist Insider in der sächsischen Politik- und Medienlandschaft” (Peter Stawowy - Stawowy Verlag). Mit der Zeit verlasse ich mich einfach darauf, dass die Personen, denen ich folge, das Thema im Griff haben und kann meinen Aufwand für Recherche in diesen Gebieten minimieren. Auch klar, dass ich bei Fragen in diesen Bereichen zuerst auf diese Kontakte zugehen werde. Wie ist das bei Euch? Habt Ihr Euch je Gedanken darüber gemacht, wie Euer Umfeld Euch wahrnimmt? Mit welchen Inhalten verbindet man Euch? 

Übertragung auf die Business-Welt

Genau diese Gedankengänge könnten wir auf Euer Unternehmen übertragen. Mit welchen Inhalten verbinden Kunden und Fans Euch? 

Hier rückt der Begriff Content Marketing - also Marketing, bei dem die von Euch publizierten Inhalte für Euch sprechen sollen - in den Fokus. Eigene Inhalte sind die hohe Kunst, bedeuten aber viel Aufwand. Gutes Content Marketing besticht mit einem ausgewogenen Mix aus selbstständig verfassten Gedanken gepaart mit wertvollen fremden Aussagen bezüglich Eures Themas. 

Ausgehend davon ist Kuratieren nicht nur privat oder im Journalismus eine gute Idee, sondern unserer Meinung auch im Business. 

So funktioniert es

  1. Identifiziert qualitativ hochwertige Quellen für Eure Themen. Das können z.B. Fachmedien, Geschäftspartner oder Lieferanten sein. Dafür bieten sich - falls vorhanden - RSS Feeds oder auch deren Social Media-Kanäle an.
  2. Wenn möglich, filtert diese noch weiter nach Euren eigenen Themen und Interessen.
  3. Schaut regelmäßig in diese Beiträge und sucht regelmäßig die besten Beiträge aus, um diese zu teilen.
  4. Zeit ist bekanntlich Geld - stellt also sicher, dass der Beitrag das Lesen wert ist und Eure Leser sich innerlich dafür bedanken werden.
  5. Ganz wichtig: Verseht den Beitrag mit einem Kommentar. Der sollte den Punkt beinhalten warum ihr teilt und was Eure Meinung / Bewertung dazu ist.
  6. Teilt nicht nur, weil es wieder an der Zeit ist - teilt, weil es wertvoll ist. 

So prägt und schärft Ihr Schritt für Schritt das Bild, wie Ihr und Eure Agentur in der Öffentlichkeit wahrgenommen werdet. 

Aktuell testen wir mit ersten Agenturen und deren Kunden, wie einfach sich das Kuratieren mit webZunder in den Unternehmensalltag integrieren lässt. Unsere Partner definieren gemeinsam mit Ihren Kunden die Kommunikationsstrategie und legen dabei auch die Schwerpunkte beim Kuratieren fest. Im nächsten Schritt identifizieren wir geeignete Quellen und Filterbegriffe. Den Feed stellen wir dann innerhalb der webZunder Agenturlösung bereit, so dass die jeweiligen Redaktionsteams immer frische Inhalte erhalten, die kommentiert und geteilt werden können.

Für weitere Interessenten haben wir in unserem Pilotprojekt aktuell noch Platz. Einfach melden!

Kommentare

Weitere Artikel von webZunder

Warum ein Tool nicht reicht: webZunder erweitert sich um Agentur
Individuelle Zielgruppenansprache durch Marketing-Automatisierung - geht das?!
#webZundergoesinsta - webZunder Social-Media-Management nun auch für Instagram
Das sind Dresdens Agentur-Champions im Social Web!