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Ihr wollt Mitarbeiter finden, die wirklich zu Euch passen? So geht’s!

Dresden 30.06.2017
Wie findet man eigentlich richtig gute Leute? Diese Frage dürfte die meisten Kreativ-Agenturen umtreiben. Die Dresdner Erklärfilmer von easyclipr haben in den vergangenen Monaten jede Menge herumexperimentiert. Im Interview erzählen Personalerin Sandra Richter (41) und der noch ganz frische Marketing-Kollege Samuel Müller (25), was sie anders machen, als andere, und was das bringt.

Sputnika: Wie kam es überhaupt, dass Ihr Euer bisheriges Recruiting hinterfragt habt?
 

Sandra: Wir suchen kreative Menschen, dann muss die Stellenausschreibung auch kreativ sein, das ist doch klar! Als ich Ende 2016 zu easyclipr kam, gab es ganz klassische Stellenanzeigen mit „wir suchen, wir bieten, Ihre Ausbildung“. Aber das ist viel zu platt. Wir erzählen ja Geschichten! Also habe ich gemeinsam mit Arnd, unserem Gründer, angefangen, Stück für Stück auch in unseren Stellenausschreibungen das Thema „Geschichten erzählen“ aufzugreifen. Und wir haben uns gefragt: Wollen wir Mitarbeiter, die einfach nur ihre Aufgaben abarbeiten oder wollen wir gemeinsam mit ihnen unser Unternehmen gestalten? Wir möchten Letzteres, also gehört auch das mit in die Ausschreibungen. Mittlerweile sind wir übrigens bei Überarbeitungs-Version 12 (lacht).
  
Was heißt das konkret? Wie sehen Eure Stellenanzeigen aus?
 
In unseren Stellenausschreibungen suchen wir niemanden mit X Jahren Berufserfahrung oder einer konkreten Qualifizierung. Wir wissen, es gibt sehr viele Quereinsteiger im kreativen Bereich. Genau die haben häufig sehr viel Lebenserfahrung und diese Kombination aus Kreativität mit Lebenserfahrung macht unseres Erachtens einen guten Mitarbeiter im Kreativbereich aus. Menschen, die ohne Ziel „rumzeichnen“ oder „rumanimieren“ brauchen wir nicht wirklich. Denn wir sind ein kleines Unternehmen und müssen Geld verdienen, damit wir unsere Brötchen kaufen können. Menschen mit Lebenserfahrung, die wissen, dass man die Brötchen mit Geld bezahlt, sind also wichtig für uns.
 
Ihr schaut also gar nicht auf Abschlüsse, Noten oder Arbeitszeugnisse?
 
Das ist für uns nebensächlich. Wenn uns jemand mit seiner Persönlichkeit und seinen Referenzen anspricht, laden wir die- oder denjenigen zum Gespräch ein. Das Anschreiben ist für mich in der ersten Auswahl der Bewerber viel wichtiger, als der Lebenslauf. Wenn es jemand schafft, mich damit neugierig zu machen, beschäftige ich mich mit der Person und die Chancen, in die nächste Runde zu kommen, steigen überproportional. Im Übrigen bauen wir durch unsere etwas ungewöhnlichen Stellenausschreibungen schon eine Brücke für die Bewerber. Vielen fällt es damit leichter, ein fluffiges und vor allem authentisches Anschreiben zu formulieren, anstatt uns einen Standard-Brief zu schicken.
 
Wie viele machen das denn?
 
Bei der letzten Ausschreibung für einen Grafiker haben wir rund 40 Bewerbungen bekommen, 8 hatten wirklich tolle Anschreiben, sie hatten sich die Mühe gemacht, es auf den Stil der Anzeige anzupassen. 4 davon habe ich dann auch direkt zum Gespräch eingeladen. Plus einige, die fachlich herausstachen oder deren Arbeitsproben einfach herausragend waren.
 
Ok, nun gehört zum Recruiting noch etwas mehr als die Ausschreibungen umzuformulieren. Wie geht’s bei Euch danach weiter?
 
Zuerst einmal spreche ich nicht von einem Bewerbungsgespräch, sondern von einem Kennlerngespräch. Denn darum geht es doch: dass wir uns kennenlernen – von Person zu Person. Um herauszufinden, ob wir zusammenpassen. Ich versuche, das immer so entspannt wie möglich zu gestalten. Gern biete ich zeitig das „Du“ an. Viele duzen mich auch von Anfang an, da die Stellenausschreibung ja auch in der Du-Form geschrieben ist.
 
Was ich hier beobachtet habe: Unsere Bewerber erkennen ja schon auf unserer Webseite, dass wir viel im Comic-Stil arbeiten. Menschen, die Comic nicht mögen, kommen logischerweise auch seltener mit uns ins Gespräch. Diejenigen, die aber dafür brennen, melden sich auch mit der entsprechenden Vehemenz, setzen sich in der Regel länger mit uns und dem Job auseinander. Das Kennenlerngespräch geht dann immer viel tiefer und ist auch nachhaltiger, in dem Sinne, dass wir die Person im Kopf behalten, auch wenn es mit der aktuell zu besetzende Stelle vielleicht doch nicht klappt.
 
Samuel, Du bist ja erst seit ein paar Wochen bei easyclipr? Wie hast Du den Bewerbungsprozess denn aus Deiner Sicht erlebt?
 

Samuel: Ich war erstmal mega verwundert über den Stil der Stellenausschreibung und fand das sofort extrem spannend. Die meisten Anzeigen sind ja doch sehr klassisch, hier passte einfach alles zusammen. Die Filme, also das Produkt, und die Ausschreibungen ergaben ein stimmiges Gesamtbild für mich. Ich hab ein sehr individuelles Anschreiben verfasst und wurde dann auch zum Gespräch eingeladen. Sandra hat mir gleich das “Du” angeboten und wir hatten schnell eine sehr gute persönliche Ebene. Das hat mir geholfen, ein bisschen die Aufregung und die Beklemmung abzubauen, mit der ich zu dem Gespräch gekommen war. Auf das sehr interessante Treffen mit Sandra folgte dann noch eins mit Arnd, so dass auch wir uns kennenlernen konnten, das fand ich gut.
 
Nun bist Du seit Anfang Juni Teil des Teams. Ist die Zusammenarbeit denn auch so entspannt, wie der Bewerbungsprozess vermuten lässt?
 
Absolut, ich fühle mich vom ersten Tag an gut aufgehoben. Ich habe hier viel Freiraum, kann viel ausprobieren. Es ist wirklich, wie ich es mir vorgestellt habe.
 
Sandra, gibt es aus Deiner Erfahrung noch andere Dinge zu beachten?
 
Ja, zwei Sachen: Für kreative Menschen ist es wichtig, dass sie weiterhin freiberuflich tätig sein können. Solange es keine Konkurrenztätigkeiten zu unseren Aufgaben sind, ermöglichen wir unseren Mitarbeitern Nebentätigkeiten. Diese Freiheit kommunizieren wir von Anfang an. Und auch der Ort der Stellenausschreibung ist ganz wichtig: wir suchen über Portale, wo wir kreative Menschen vermuten: Sputnika, das Auge aber eben auch ganz klassisch über die Arbeitsagentur. Denn Menschen mit Lebenserfahrung kennen die klassischen Portale und außerdem werden die Stellenausschreibungen der Agentur automatisch so weit verbreitet, da denken wir oft gar nicht dran.  
 
Wenn Du ein Resümee aus den letzten sechs Monaten ziehst, was hat Euch das Ganze bisher gebracht?
 
Ich bin seit 15 Jahren im Personalbereich und hab schon einiges gesehen und probiert. Ich kann wirklich sagen, es lohnt sich, das eigene Recruiting zu hinterfragen! Die gestiegene Qualität der Bewerbungen ist für mich die beste Bestätigung. Wir haben das Ganze jetzt drei Mal gemacht und ich bin davon überzeugt, wir haben es wirklich geschafft, die besten Leute für uns zu gewinnen.
 

Bildquelle: easyclipr

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