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It's all about innovation, Baby!

Dresden 31.07.2016
Es gibt unzählige Buzz Words, die im Unternehmensbereich rumschwirren. Disruption, Transformation, Globalisierung, Design Thinking, Crowd-Sourcing, Innovation. Aber um welchen Nukleus kreisen all diese Worte und welches Gefühl von Unsicherheit kommt durch sie vielleicht zum Ausdruck? Und was für Ideen und Antworten hält CROMATICS für Marken und Unternehmen bereit, die den Sprung in die Zukunft (noch) nicht gewagt haben.

Innovationen zu verkaufen wäre viel zu platt gesagt. Das Ganze in Workshops anzustoßen und Selbstläufe entstehen zu lassen, die Unternehmen in die Zukunft bringen, ist jedoch ein Geschäftsfeld, dem sich CROMATICS seit gut einem Jahr verschrieben hat. Was dahinter steckt und was da so abgeht, verraten die beiden Ideenschleudern Andreas Schanzenbach und Ronny Ullrich.

Warum und wo gibt es aktuell Bedarf nach Innovation?

AS: »Es gibt ganz viele Unternehmen in Deutschland, die aufgrund von Erfolg irgendwann aufgehört haben innovativ zu sein. Da wurde zwar immer verbessert und erweitert, aber eben nichts grundlegend Innovatives eingeführt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Automobilindustrie und ihre Zulieferer.«

RU: »Das ist typisch deutsch: Dein Urgroßvater hat ein Produkt entwickelt und die kommenden Generationen machen es einfach hübsch, aber denken nicht mehr über das Produkt selbst und seine Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit nach. So werden Produkte zwar besser, effizienter, leichter und manchmal auch umweltfreundlicher. Aber am Ende bleibt es das Gleiche und das Unternehmen dreht sich nur um die eigene Historie, geht aber nicht nach vorne. Da ist Andreas' Beispiel aus der Automobilindustrie sehr passend. Wenn nämlich in 10 Jahren vielleicht nur noch Teslas da draußen rumfahren, dann haben viele Industriezweige weltweit ernste Probleme, wenn sie vorher keinen Masterplan entwickelt haben. 60 Prozent aller Bauteile, die aktuell in Autos stecken, könnten dann überflüssig sein, wenn alles auf Elektro umgestellt ist.«

Nun ist aber nicht jedes Unternehmen genau nach jenem Muster gestrickt. Ronny Ullrich nennt als Beispiel Samsung, die eine eigene Abteilung besitzen, die den ganzen Tag recherchiert und darüber nachdenkt, wie das eigene Geschäftsmodell verändert beziehungsweise erweitert werden kann und wo Geschäftsfelder entstehen, die Samsung gefährlich werden könnten. Letztlich geht es also um innovatives Denken. Aber wo setzt man da wie an?

RU: »Wir sind ja heute nicht mehr produkt- sondern dienstleistungsgetrieben. Die Digitalisierung lässt komplette Geschäftsmodelle erodieren. Da müssen sich Unternehmen stärker denn je fragen, wo ihr eigenes Produkt bei diesem Wandel bleibt. Zusätzlich pusht die Globalisierung den Innovationsdruck, denn wenn jeder alles machen kann, herrscht halt mehr Druck auf jedem Einzelnen.«

AS: »Ein gutes Beispiel ist Hilti. Die haben erkannt, dass man in Zukunft weniger Werkzeuge verkaufen wird und machen deswegen nur noch Gerätepark-Management. Der Verleih von Werkzeugen. Quasi: Weg vom Produkt, hin zur Dienstleistung. Und wie sind sie darauf gekommen? Indem sie sich einfach Gedanken gemacht haben, wie sich der Bedarf verändert und wie man am Besten darauf eingehen kann.«


Foto von Andreas Schanzenbach: Thomas Schlorke


Und was bietet CROMATICS jenen Unternehmen nun an, die solch einen Weg in die Zukunft noch nicht beschritten haben?

AS: »Wenn ein Unternehmen merkt, dass es in Zukunft nicht mehr so laufen wird wie in den letzten 20, 30 oder 100 Jahren, dann eignen sich unsere Innovationsworkshops. In diesen Workshops denken wir nicht nur outside the box, sondern wir schmeißen die Box weg und denken eine neue. Klar, gibt es auch Unternehmen, die so was intern machen. Sennheiser ist da ein gutes Beispiel. Aber deren Innovationskultur könnten sich nur die wenigsten Leute leisten.«

RU: »Wir sind dann einfach ein externer Dienstleister, der Innovationsmanagement lebt und dann ins Boot geholt wird, wenn es um Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und neue Herangehensweisen geht. Wir holen in den Workshops alle Mitarbeiter eines Unternehmens aus ihrer Komfortzone raus. Das können wir, weil wir neben Innovationsmanagement auch das Prinzip der Unternehmenskultur einfließen lassen.«

AS: »Da geht es dann stark um Methodik, Didaktik, Perspektiv- und Ansprachenwechsel und darum, alle Mitarbeiter einzubeziehen und eben nicht nur die Trendkarten rauszuholen und irgendwas zusammenzurühren. Auch bei Unternehmen, die Fusionen hinter sich haben, kann man so neue Nenner finden. Wir sind nur diejenigen, die das Neue und die Trends in der Schublade haben und das individuell angepasst auf das jeweilige Unternehmen einbringen. Wir helfen anderen, selbst zu wachsen und sind dabei nicht Berater, sondern Coach. Und wir haben dann einen geilen Job gemacht, wenn uns das Unternehmen nicht mehr braucht.«


Foto von Ronny Ullrich: Thomas Schlorke


Wie laufen solche Workshops dann in der Vorbereitung und vor Ort ab?

AS: »Also im Vorfeld arbeiten wir uns in das jeweilige Unternehmen ein und durchleben den Prozess des späteren Workshops bereits komplett durch. Das wird häufig unterschätzt. Dann geht’s immer um die Zielstellung: Wollen die Kunden neue Produkte oder geht’s eher um Mitarbeiterkultur. Solche Aspekte fließen bei der Planung ein, wobei wichtig ist, dass wir nie für, sondern immer gemeinsam mit dem Kunden neue Leistungen entwickeln. Der Prozess ist also ein nutzerzentrierter Vorgang. Vor Ort bilden wir dann häufig Teams, die völlig gemixt zusammengestellt werden. So entsteht schnell ein unbefangener Rahmen ohne Hierarchien, in dem kreatives Denken entstehen kann. Auf dieser Basis kann man gezielte Produktideen oder Strategien entwickeln, um am Ende des Tages wirklich was in der Hand zu haben.«

RU: »Es hängt einfach immer von der Zielstellung ab. Mal gibt es einen Workshop, der den Prozess anstößt. Mal gibt es mehrere Phasen. Generell stiftet ein Initialworkshop jedoch meistens Nachfrage.«

AS: »Es ist etwas Neues. Individualisiertes. Und eben kein Retorten-Produkt, was wir hier anbieten. Ein Innovationsworkshop ist am Ende des Tages nichts weiter als ein Element im Innovationsmanagement. Ein Teil eines Transformationsprozesses. Eine Schleife, die sich selbst immer wieder anschiebt. Und CROMATICS kann ein Katalysator sein, um diesen Prozess in Gang zu bringen und zu lenken.«

Solche Innovationsworkshops können gut und gerne auch mehrere Tagen dauern. In solchen Fällen nimmt CROMATICS noch die Agentur reddo mit ins Boot, um schon vor Ort Prototypen von Soft- oder Hardware zu kreieren. Oft auch mit 3D-Drucker und Lötkolben vor Ort. Abschließend noch: Welche Unternehmen habt ihr mit diesem System bisher gecoached?

AS: »Zum Beispiel Jägermeister. Direkt in Wolfenbüttel. Das hat richtig gut funktioniert.«

RU: »Und dann noch Brooks Running, ein amerikanischer Laufschuhhersteller und aktuell arbeiten wir mit einer deutschen Konsumgütermarke aus dem Elektronikbereich.«

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