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It’s BETA, baby!

Dresden 20.12.2016
„Was lange währt, wird gut!“, sagt das Sprichwort - aber wohlgemerkt "nicht perfekt"! Das kann nach der heutigen gängigen agilen Entwicklungsmethode auch nicht der Anspruch bei einem Relaunch sein - oder besser sollte es in der schnelllebigen Zeit nicht sein. Hier zeigen wir Ihnen einen kleinen Blick hinter die Kulissen vom Sputnika-Relaunch von ujamii.

Das bewusst gewählte iterative Vorgehen und schrittweise Vorankommen spiegelt bei einem solchen Projekt viel besser die eigentliche Entwicklung wieder, da ja auch konzeptionell durchaus mit “Trial and Error” gearbeitet wird. Und genau so wurde dann gemeinsam vorgegangen.

Ein längeres Treffen fand im Mai 2015 statt, und noch eins im Juli 2015. Am 09. Juli gab’s den ersten Code im Git und die ersten Tasks im Jira, im August 2015 war der erste von drei Importern fertig und im November der letzte, dazu schon eine erste interaktive Version des Frontend… und dann das… 9 Monate Stillstand in der Entwicklung, es fehlten weiterführende Konzepte und entsprechend die Designs. 

Letzten August/September, als Rüdiger Henke bei Sputnika einstieg, kam wieder Bewegung ist das brachliegende Projekt.  

Da bereits erste Entwicklungsschritte gegangen waren, entschlossen ujamii und Sputnika sich, bei der Grundsatzentscheidung zu bleiben: Ein individuelles Symfony-System soll es werden, das alte TYPO3 wird abgelöst. Die Gründe für diese wichtige und grundlegende Entscheidung war die schlechte Usability für die Redakteure im Backend (TYPO3 v4.5) und dass einige Individualisierungswünsche und SEO-Ansprüche nicht zufriedenstellend integriert werden konnten. Außerdem war die Performance unzureichend und musste in dem neuen System besser werden.

Ansonsten wurden alle Relaunch-Entscheidungen noch mal neu gedacht: neue Konzepte und ein komplett anderes Design als beim ersten Entwurf. Damit gingen auch geänderte Strukturen als im „alten“ System einher. Dies erforderte also eine Anpassung aller Importer. Der Wunschtermin für den Beta-Launch war der 1.12.2016, der unbedingt einhalten werden sollte. Das bedeutete eine Umsetzung der Konzepte und neuen Designs in nur 3 Monaten  - achso, und natürlich kam noch ein Server-Wechsel dazu.

Das Ergebnis ist seit dem 1.12. online, jeder kann es nun live sehen und für sich bewerten. Gern auch feedbacken, dafür ist eine Beta-Phase da. Tatsächliche Nutzer statt Testern geben echtes Feedback, man kann die Plattform an die Bedürfnisse anpassen und sukzessive auf Basis der tatsächlich gebrauchten bzw. gewünschten Features ausbauen. Das ist der Sinn eines agilen Vorgehens: man geht mit der minimal sinnvollen Version online und erweitert dann auf Basis der Unternehmensstrategie, des Nutzungsverhaltens und der sich ändernden Anforderungen. Im Gegensatz zu früheren Vorgehen ist man schon sehr früh online und spart im Zweifel die Implementierung von Funktionen, die konzeptionell toll sind, aber am Ende doch keiner benutzt.

Das agile Vorgehen hat automatisch zur Folge, dass man auch mal alte Zöpfe abschneiden und sich von Funktionen und Inhalten trennen muss. Manchmal nur für kurze Zeit, manchmal für immer. Das führt wiederum automatisch dazu, dass man sich immer wieder mit den Nutzern, dem Geschäftsmodell und jedem einzelnen Feature beschäftigen muss. Dieser Ansatz sorgt dafür, dass Dinge schneller angepasst und neue Ideen schneller integriert werden können - und unsinnige Ideen oder nutzlose Features nicht mehr mitgeschleift werden müssen.

In Summe ist mit dem Launch der Beta-Version ein guter Stand erreicht worden. Die Basis für die Weiterentwicklung und damit weitere Features ist gelegt, die Strukturen stimmen. Dazu gehört zum Beispiel, dass das System schnell ist. Das Deployment kann dank Symfony im laufenden Betrieb erfolgen und dauert vollautomatisch nicht mal 30 Sekunden. Damit sind Änderungen innerhalb von kürzester Zeit vom Entwicklerrechner über das Git auf dem Livesystem. Und testen kann man alles auf einem Stage-System. Auch das lässt sich mit der gleichen Logik in weniger als 30 Sekunden mit einem neuen Stand bespielen, inkl. eines kompletten Inhalts-Abgleichs mit der Liveversion.

Die Live-Schaltung des neuen Systems und damit der Wechsel von alt auf neu lief leider nicht so reibungslos wie erhofft, da die Updates der Server-IP mit großen Zeitunterschieden auf den DNS-Servern der großen Netz-Provider gelandet sind. Bei manchen war schon am Abend des 30.11. umgestellt, also ca. 2h nach dem Go, bei anderen erst mit mehr als 24h Verzögerung. Es wurde viel Aufwand investiert, möglichst viele der über 15.000 bei Google indizierten Seiten korrekt auf die neue Seite umzuleiten. Das war nicht ganz so einfach, da es auf der alten Seite beispielsweise schon vier verschiedene URLs gab, die zum selben Profil einer Agentur geführt haben. So ist aktuell ein Stand von etwa 90% korrekten redirects erreicht, manche alten Anfragen landen auf den Einstiegsseiten der Bereiche, alle anderen auf einer eigenen Fehlerseite. So sind alle URLs entweder bereits weitergeleitet oder aber werden sukzessive von Google wieder indexiert. 

Natürlich wurde auch die Seite selbst schneller gemacht. Mit dem Wechsel von Apache, PHP5 und MySQL zu nginx, PHP7 und MariaDB sowie einem Varnish-Cache und einem schnelleren, bei Bedarf auch automatisch skalierbarem Server erreichen wir nun Auslieferungszeiten, die aktuell Spaß machen. Der Load-Event der Startseite kommt beim ersten Besuch mit einer 30mbit-Verbindung nach 2,2sek und mit aktiviertem Browsercache ab dem zweiten Besuch nach 1,1sek. (alle anderen Unterseiten sind noch schneller). Damit ist Sputnika ungefähr doppelt so schnell wie SPON.de, faz.net oder etwa heise.de. Ziel ist es, auch hier noch schneller zu werden. Ansätze dafür gibt es genug, angefangen bei der Größenoptimierung der Bilder, die ja sehr zahlreich vorhanden sind. Über 9 GB Bildmaterial liegen bereits jetzt auf dem Webserver, Tendenz schnell steigend. Hier wird aktuell an einem Bildoptimierungsansatz gearbeitet und gleichzeitig das bestehende Bildmaterial mit Sputnika gemeinsam verbessert.

Aber das ist nur einer von über 50 Tasks, die im Jira-Projekt aktuell offen sind. Insofern wird es noch einiges an neuen Features zu entdecken geben in den nächsten Wochen und Monaten. Letzte Woche kam dann auch endlich der Brief von XING mit dem API-PIN (Ja, es kommt echt ein Brief!). So kann man sich bald auch endlich mit seinem XING-Account einloggen.

Das Projekt führt sukzessive zu weiteren Funktionen und Verbesserungen auf der Seite. Alle Nutzer sind aufgerufen, Feedback oder Verbesserungsvorschläge zu geben. Es werden sicher nicht alle sofort umgesetzt werden können, aber es werden alle aufgenommen und diskutiert.

Vielen Dank!

Bildquelle: ujamii

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