201710-roemerwildberger-berliner-morgenpost-das-ist-berlin-titel.JPG

Kann Werbung Wahrheit sein?

Berlin 23.10.2017
Werbung funktioniert oft am besten, wenn sie auf den ersten Blick keine ist, sondern etwas, das die Leute interessiert und unterhält. In der crossmedialen Markenkampagne für die Berliner Morgenpost spricht Römer Wildberger deshalb lieber über Berlin als über die Zeitung selber.

2010 erfand die Agentur die „Berlin ist, wenn…” Kampagne. Das Briefing damals lautete: Die Berliner Morgenpost kennt sich in Berlin am besten aus. Bitte entwickeln Sie eine Kampagne dazu. Geschäftsführer Alex Römer erzählt:

„Uns sind viele Kampagnen eingefallen, die das  behaupten. Aber damit waren wir nicht zufrieden. Bis wir endlich auf die „ Berlin ist, wenn…“ Kampagne kamen, mit der die Berliner Morgenpost beweist, dass sie Berlin wirklich kennt. Wir haben dann ruckzuck die ersten 15 Motive entwickelt und die Präsentation ganz bescheiden eröffnet mit: Heute zeigen wir Ihnen die Morgenpost-Werbung der nächsten 20 Jahre. Ganz schön dicke Hose. Den Pitch haben wir  gewonnen, und seitdem läuft sie auf allen Kanälen.”

Unter dem neu entwickelten Claim „Das ist Berlin“ dokumentiert die Kampagne Berlin und seine Bewohner, ungeschönt und manchmal schmerzhaft ehrlich. Was der Mentalität des Berliners sehr entgegen kommt. Jedes Motiv, jeder Radio-Spot, fb-Post oder Film sind ein Stück pointierte Wirklichkeit und muss sitzen, sonst wird die Werbung gedisst. 

„Erst wenn der Berliner innerlich nickt und sagt: Stimmt, so sind wir! haben wir einen guten Job gemacht”, sagt Alex Römer. „Wir glauben an Wahrheit in der Werbung. Sie zu finden ist viel schwerer, als einfach was zu behaupten. Aber es lohnt sich, nach ihr zu suchen. Wahrheit macht glaubwürdig.”

Es gibt nicht viele Kampagnen in Deutschland, die über so viele Jahre nonstop laufen und dabei so spannend sind, dass sie jedes Jahr noch mehr Preise gewinnen. Und, noch viel wichtiger: Die Plattform sind für alles, was eine Marke kommunizieren will. Von Image-Themen über redaktionelle Inhalte bis hin zu Employer Branding.

„Es gab kein einziges Briefing in all den Jahren, das nicht mit “Berlin ist, wenn…” zu lösen war”

so Alex Römer.

Wahrheit macht erfolgreich.

Die Berliner lieben die Kampagne und schicken regelmäßig eigene Ideen. Begeistert sind auch die Kreativ-Jurys in aller Welt. Es gab Gold bei diversen Marketing-Awards; vielfach Gold, Silber und Bronze beim ADC Deutschland; Gold Silber Bronze beim wichtigsten internationalen Press-Award INMA in New York, und viele Auszeichnungen mehr.

„Doch das schönste Kompliment ist Ideen-Klau”, so Römer. Im Laufe der letzten Jahre bekam Römer Wildberger immer wieder Anrufe von Unternehmen, denen andere Agenturen Kampagnen im “Berlin ist, wenn…” Duktus präsentiert haben. Die ist mittlerweile so bekannt, dass der Schwindel aufflog. 

2016 dann der nächste große Schritt: Zusammen mit Nico Rebscher und Stephan Moritz gründete Alex Römer das Bandprojekt ENDLICH AUGUST. Sie schrieben und produzierten unter anderem einen Markensong für die Berliner Morgenpost, der in mehreren Radiostationen monatelang auf Heavy Rotation lief, es in die Spotify Top 6 Viral Charts schaffte und vom Goethe-Institut in den Lehrplan Deutsch aufgenommen wurde. Das Video dazu läuft in vielen Kinos und erzielte Millionen Klicks auf Facebook und Youtube, ganz ohne Seeding.

“Berlin ist, wenn…”: Eine Kampagne mit endlos langem Atem. Wir sind gespannt, was sich Berlin und Römer Wildberger in Zukunft noch alles einfallen lassen.

 
 

Bildquelle: RömerWildberger

Kommentare

Weitere Artikel von RÖMER WILDBERGER

Kann aus Werbung Kultur werden? Der Marken-Song der Berliner Morgenpost beweist es