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Leit- oder Leidmesse? Fünf Meinungen zur dmexco 2017

Köln/Bonn 15.09.2017
Die wichtigste deutsche Messe für Digitalmarketing, die dmexco in Köln, polarisiert wie kaum eine andere. Für die einen das heiß ersehnte Klassentreffen und Wallfahrtsort digitaler Propheten, für die anderen eine vollgestopfte Messehalle ohne scharfen Themenfokus. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen – wie unsere Statements von Werbeagenturen und Dienstleistern zeigen.

Michael Preuss, Gründer und Kreativchef von PREUSS UND PREUSS (Berlin/Stuttgart):

„Klar ist, auf der Dmexco wird es auch in diesem Jahr um viele Trends in Werbung und digitalem Marketing gehen. Das klingt nach einem super Rundum-Package, um ein Teil der Elite in Sachen Innovation zu sein. Und ja jeder gern zur Elite gehören möchte, rennen alle hin.

Für mich ist dmexco eher wie die „Nacht der Museen“.
Alle Kunst, die es gibt, an einem Abend konsumieren. Aber spätestens nach der zweiten Ausstellung nicht mehr aufnahmefähig sein und zum Bier greifen.

Ich halte es eher so, mich das ganze Jahr mit Trends zu beschäftigen und immer mal wieder mit ausgesuchten Konferenzen wie Noah, Beyond Tellerrand oder z.B. auch auf kleineren Facebook-Events auf den neuesten Stand zu bringen. In Ruhe, in einer persönlicheren, inspirierenden Atmosphäre. Ohne Ballermann-Mucke.“

Hannes Richter (Media Consultant) & Sophie Weber (Kampagnenmanagerin) von Mindbox (Dresden):

„Laut, bunt, schnell – das waren 2 Tage dmexco mit vielen Gesprächen, neusten Trends & Innovationen. Ganz vorn dabei ist die Digitalisierung klassischer Medien: Digitale Out-of-Home-Flächen und Addressable TV bringen neue Möglichkeiten und punkten vor allem durch zahlreiche Targeting-Möglichkeiten & eine passgenaue Steuerung von Touchpoints. Auch Werbeformen, die ganz ohne visuelle Stütze emotional aktivieren können, waren Gesprächsthema: Audio Advertising steht durch digitale Assistenten am Tipping Point. Die Strategie „audio first“ könnte „mobile first“ schon bald ablösen. Deutlich spürbar war auch eine große Unsicherheit durch die neuen Datenschutzregularien. Vieles wird neu, nichts ist konkret. Hier hat die Politik noch viele Hausaufgaben zu erledigen.“

 

 

Heiko Mehnert von Brandcampus (Berlin):

„Im Westen nichts Neues.

Keine Revolution auf der DMEXCO 2017, aus unserer Sicht – aber das kann sie auch nicht mehr so ohne weiteres – Neues bieten. Viel mehr schreit die wirkliche Welt nach anwendbaren Lösungen und da war diese DMEXCO auch besser, als die Jahre zuvor. Es geht um Anwendungen. Das konnte man dann auch sehen, erleben und besprechen. Fazit: Aus Buzzwords werden endlich Realitäten. Aus Visionen Umsetzungen. Für uns als Beratungsagentur richtig gute Möglichkeiten im Allday-Business. Eben Marketing-Services. Das wollen wir, das brauchen wir. Und auch wenn die Branche "Digitale Transformation" nicht mehr hören mag – unsere Industrie- und Mittelstandskontakte sind mittendrin.“

 

Head of Sales Sven Poliwoda und Geschäftsführer Michael Eckstein von 3m5. (Dresden):

„Warum gehen wir zur dmexco? Weil wir dort unsere Kunden treffen. Die sind entweder auf der Messe, um sich von den Trends inspirieren zu lassen, oder stellen selbst dort aus. Wir arbeiten ja oft für Medien- oder Digitalunternehmen, deren Leitmesse das ist. Wir diskutieren mit vielen Interessenten in einem inspirierenden Umfeld neue Projekte. 

Neben den alten und neuen Kunden sind wir natürlich auf der Messe, um zu sehen, was in den kommenden Jahren auf uns zu kommt. Wir sind der Technologiepartner, der die Trends umsetzt und Kunden zu den technischen Trends berät. Ein Beispiel: Das erste Augmented-Reality-Projekt haben wir vor sieben Jahren entwickelt. Dann haben wir unsere Kunden dazu beraten. Heute kennt das jeder und arbeitet damit. Trends brauchen eben immer professionelle Technologie, um sich durchzusetzen.“


Frank Rauchfuß, CEO und Geschäftsführer intelliAd Media (München):

„Dass die dmexco in diesem Jahr mit 19 Slots in der Konferenz einen Programmschwerpunkt auf E-Commerce legt, ist nur folgerichtig. Der Siegeszug von Google Shopping und die verstärkten Aktivitäten von Amazon zeigen, dass E-Commerce-Marketing bzw. Digital Retail Media eine der derzeit spannendsten Themen sind. Mit den neuen Tools von intelliAd können Marketer zentrale KPIs auf Google und Amazon vergleichen und so eine intelligente Automatisierung ihrer Kampagnen umsetzen.“


 

 

Bildquelle: PREUSS UND PREUSS, Mindbox, BrandCampus, 3m5, intelliAd Media
 

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