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Live in den sozialen Netzwerken: Worauf Sie achten müssen

Leipzig 25.10.2017
Live-Videos bieten eine gute Gelegenheit für echte und ehrliche Kommunikation. Das ist ein Grund dafür, warum sie immer populärer werden. Hier gibt es keine Nachbearbeitung, sämtliche Handlungen gehen direkt online. Trotzdem sollten Unternehmen die Arbeit mit Live-Videos nicht unterschätzen, denn auch diese wollen gut geplant sein. Die Onlinemarketing Agentur SAG’S LAUT erklärt, worauf zu achten ist.

Die Live-Funktion in den sozialen Netzwerken bietet eine große Chance für Unternehmen. Vor allem, wenn sie jetzt mit dieser Art der Kommunikation beginnen und damit zu den First-Movern am Markt zählen. Viele Marken scheuen sich noch davor, ihre Aktionen live zu zeigen. Zu groß ist die Angst, einen Fehler zu machen und sich damit bloßzustellen. Doch genau darin liegt die große Chance. Über Instagram, Facebook etc. werden zu tausenden Hochglanzfotos von Menschen in den schönsten Momenten ihres Lebens verbreitet. Dank der integrierten Fotofilter wird selbst ein schnöder Backstein so zu einem Kunstwerk. Die Authentizität bleibt dabei auf der Strecke.

Bei Live-Videos geht die aufgenommene Handlung direkt ins Netz, es bleibt kein Raum für eine nachträgliche Bearbeitung. Auf diesem Wege haben Unternehmen die Möglichkeit, ihre offene, ehrliche Seite zu zeigen. In einer Welt mit austauschbaren Produkten ist es häufig die Geschichte hinter der Marke, die Käufer zu einem Produkt zieht. Mit einer ehrlichen Darstellung seiner selbst kann ein Unternehmen diese Geschichte erzählen und fortschreiben.

Trotz allen Anspruchs an Authentizität, sollte ein Live-Video nicht einfach aus der Hüfte gedreht werden. Um den gewünschten Effekt zu erzielen, ist eine detaillierte Vorbereitung notwendig. Dazu gehört die Analyse der Zielgruppe, die passende Wahl des Kommunikationskanals, das Erstellen der Story und das Planen des Drehs.

Analyse der Zielgruppe

Bei der Analyse der Zielgruppe müssen ein paar grundlegende Punkt geklärt werden. Wer soll mit dem Video angesprochen werden? Ist es die schon vorhandene Kundschaft oder neue Kunden? In welchem Alter ist die Zielgruppe und welches Geschlecht haben ihre Mitglieder? Was sind die Bedürfnisse der Gruppe und was ihre Motive für einen Kauf? Mit diesen grundlegenden Fragen kann die Zielgruppe gut eingegrenzt werden.

Wahl des richtigen Kanals

Darauf aufbauend wird der Kommunikationskanal gewählt. Die bekanntesten Kanäle für Live-Videos sind derzeit Facebook, Instagram und YouTube. Jeder Kanal hat seine eigene Nutzergruppe, auch wenn sich diese teilweise überschneiden. Die größte Community findet man bei Facebook, das derzeit in Deutschland 31 Millionen Mitglieder verzeichnet. Instagram verzeichnet in Deutschland immerhin 15 Millionen Mitglieder. Diese sind im Schnitt deutlich jünger als die Mitglieder bei Facebook. Dadurch sind sie noch stärker an das Video-Sehen über mobile Endgeräte gewöhnt. Mit Instagram-Live hat Instagram jetzt auch eine Funktion bekommen, mit der Live-Videos geschaltet werden können. YouTube als reine Video-Plattform bietet auch die Möglichkeit, Live-Videos zu schalten. In Deutschland nutzen ca. sechs Millionen Menschen die Plattform aktiv, also selber zum Hochladen von Videos. Wie hoch die Zahl an Konsumenten in Deutschland ist, ist leider nicht bekannt. Weltweit sollen es rund eine Milliarde Menschen sein. Eine pauschale Empfehlung, wann wo welches Video gezeigt werden soll, gibt es nicht. Durch die oben beschriebene Zielgruppenanalyse zeichnet sich aber meistens ab, welcher Kanal am besten geeignet ist.

Entwicklung der Story

Bei aller Liebe zu ehrlichen Videos, sollte man sich vorher trotzdem Gedanken über die Storyline machen. Was will man sagen und mit welchen Bildern will man das vermitteln? Wer muss dazu im Video auftauchen und welche Requisiten braucht man gegebenenfalls?

Ein Live-Video muss also mindestens dieselbe Vorbereitung erfahren wie ein normales Video, das noch nachbearbeitet wird. Im Zweifel sogar etwas mehr. Die Kunst dabei ist es, den schmalen Grad zwischen "ehrlich spontan" und "künstlich vorbereitet" zu treffen.

Einplanen von Interaktion

Ein weiterer Vorteil von Live-Videos ist die Interaktion mit dem Publikum. Alle eben vorgestellten Kanäle bieten die Möglichkeit für Live-Kommentare.
Bei einer guten Story ist diese Funktion mit eingeplant. Die Geschichte im Video wird dann so erzählt, dass der Zuschauer zwischendurch zum Kommentieren aufgefordert wird. Entsprechend der Kommentare kann man auch verschiedene Handlungsalternativen für die Fortsetzung des Videos einplanen.

Beachtung der Spannungskurve

Ganz besondere Beachtung sollten die ersten Sekunden und Minuten des Videos bekommen. Gerade wenn Menschen Videos auf mobilen Geräten sehen, entscheiden die ersten Sekunden, ob sie dabei bleiben oder nicht. Wenn das Video nicht in den ersten Sekunden - im Glücksfall Minuten - fesselt, ist der Zuschauer wieder weg.

Ankündigung und Nachnutzung

Die schönste Vorbereitung und die spannendste Geschichte helfen nichts, wenn niemand das Video sieht. Entsprechend muss das Live-Schalten vor- und nachbereitet werden. Die Bewerbung vorab (auf der Unternehmensseite und den diversen Social Media Kanälen des Unternehmens) ist extrem wichtig, damit zum Startzeitpunkt auch genug Zuschauer da sind.

Aber auch bei bester Vorbereitung haben nicht immer alle Personen der Zielgruppe Zeit, sich das Video im Moment der Ausstrahlung anzusehen. Deshalb empfiehlt es sich, einen Mitschnitt des Videos später noch einmal hochzuladen. Bei Facebook und YouTube ist das kein Problem, bei Instagram werden Videos hingegen automatisch nach 24 Stunden gelöscht.
Ein Re-Live-Video wird dann am besten wieder über die eigene Website und die eigenen Social Media Seiten beworben. So können auch Menschen am “Live-Erlebnis” teilhaben, die zum Sendezeitpunkt keine Zeit hatten.

Die Onlinemarketing Agentur SAG’S LAUT ist vor kurzem mit dem Enchilada Leipzig zum ersten Mal live gegangen. Dabei wurde der ganz normale Ablauf - von der Bestellung über die Zubereitung bis zum Servieren - im Tagesgeschäft gefilmt. Die Kamerafrau geht hinter die Bar und zeigt, wie die Cocktails gemixt werden und worauf geachtet wird, sie läuft in die Küche und filmt die Köche beim Zubereiten der Speisen. Anschließend geht es wieder an den Tisch, wo das fertige Menü verzehrt wird.
Mit diesem Video wird dem Zuschauer ein Blick hinter die Kulissen ermöglicht, das Enchilada kann durch Offenheit punkten und der Zuschauer erhält kleine Einblicke.
Zur Vorbereitung wurde das Video über die Homepage und die Facebook-Seite des Enchilada angekündigt. Nach der ersten Ausstrahlung kann man das Video immer noch in der Timeline des Enchilada finden und sich ansehen. 

In diesem Video gibt es auch das perfekte Beispiel dafür, dass Live nicht alles klappt wie geplant: Einer der Gäste hat einen Wrap bestellt. Beim Zubereiten reisst dem Koch der Weizenfladen allerdings ein und er muss ihn neu zubereiten. Jeder Zuschauer, der schon einmal selber Wraps gemacht hat, denkt sich in dem Moment: “Jawoll, ich bin nicht der Einzige dem das andauernd passiert. Selbst bei den Profis geht es mal schief.” Mit diesem kleinen Fauxpas gewinnt das Enchilada wahrscheinlich an Sympathie. In einem nachbearbeiteten Video hingegen hätte man diese Szene wohl rausgeschnitten.


 

Bildquelle: Sag's laut!

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