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Marketingentscheider im Gespräch: “Digitale Nähe für unsere Versicherten” mit Christian Bock, Abteilungsleiter Marketing BARMER

Dresden 11.06.2018
Eine eigene Digitalstrategie fürs Marketing? Nicht bei der BARMER! Abteilungsleiter Christian Bock verrät im Sputnika-Interview, wie die Krankenkasse die Möglichkeiten der Digitalisierung in die Marken- und Marketingstrategie integrieren will und welche Rolle Marketing Intelligence bei ihr künftig spielen wird. Nicht verpassen: Vortrag und Workshops der BARMER beim Sommermarketing Dresden 2018!

Sputnika: Im letzten Jahr sprach Ihr Kollege Frank Kebbekus, Hauptgeschäftsführer der BARMER in Dresden, beim Interview mit Sputnika.de u.a. über die Digitalisierungsbemühungen bei der BARMER. Wie sind Sie in Sachen Digitalisierung denn seitdem vorangekommen?

Christian Bock: Wir sind auf unserem Weg der Digitalisierung gut vorangekommen. Wir folgen dabei unserem Anspruch, dass Digitalisierung nicht an sich ein Vorteil ist, sondern wir entwickeln für unsere Kunden relevante und bedürfnisorientierte Dienstleistungen in unseren Kernbereichen und ermöglichen den Zugang zu innovativen und qualitätsgesicherten digitalen Marktangeboten. Digitale Nähe soll dem Nutzen unserer Versicherten dienen. Die adressierten Zielgruppen müssen mit den digitalen Angeboten mindestens so zufrieden sein, wie mit den persönlichen Prozessen!

Wir bauen stetig unser Angebot unserer Onlinegeschäftsstelle „Meine BARMER“ und unserer Service-App aus. Versicherte, die sich dort registriert haben, können unkompliziert z.B. ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per Foto Upload an die BARMER schicken. Ebenso können Mutterschaftsgeld, Kinderkrankengeld oder Haushaltshilfe digital beantragt werden. Studierende erhalten ihren Versicherungsnachweis für die Hochschule. Und wer Transparenz über seine ärztlichen Behandlungen haben möchte, kann sich seine Patientenquittung ansehen. Das Ganze ist unkompliziert. Wir legen aber auch sehr viel Wert auf die Sicherheit der Daten. Digitalisierung bedeutet ja nicht nur die Übertragung von Prozessen in den digitalen Raum, sondern drückt ja auch ein verändertes Kommunikationsverhalten und auch veränderte Arbeitsweisen innerhalb der Organisation aus.

Was bedeutet das für Sie?

Wir kooperieren mit Start-Ups, dabei lernen wir deren Methoden und Arbeitsweisen und die Start-Ups sehen bei uns, welche Bedingungen und Voraussetzungen erforderlich sind, um Produkte erfolgreich zu entwickeln und zu vermarkten. Dazu veranstalten wir regelmäßig Pitches für Start-Ups zu unterschiedlichsten Themen, zuletzt zum Thema Prävention. Besonders beeindruckt hat mich das Angebot von Mimi Hearing Technologies. Exklusiv bieten wir mit diesem Start-Up kostenfrei die Apps Mimi Hörtest und Mimi Music an. Nach einem digitalen Hörtest und der Ermittlung des individuellen „Höralters“ kann man sich mit der App Mimi Music Musik individuell an die eigene Hörfähigkeit anpassen. Nutzer hören danach Musik besser und deutlicher, auch wenn sie leiser gehört wird. Damit wird das Gehör geschont. Eine wunderbare präventive Maßnahme insbesondere für junge Menschen.    

Und was sind weitere nächste Projekte auf dem Weg zur digitalen Krankenkasse?

In unserer zuständigen Organisationseinheit (BARMER.i), werden alle Maßnahmen zur Digitalisierung strategisch nach den drei Säulen „medizinische Innovationen für Patienten, „digitale Serviceangebote für Kunden“ und „interne Prozesse und Organisationsabläufe“ gebündelt. Generell werden alle Prozesse auf ihre Notwendigkeit und Eignung zur Digitalisierung untersucht und nach der jeweiligen Priorität im Unternehmen bearbeitet. Eine ganz konkrete wichtige Neuerung wird der Gesundheitsmanager sein. Mit dem Gesundheitsmanager erleichtern wir unseren Versicherten die Organisation ihrer Vorsorgeuntersuchungen für sich und ihre Familie. Damit erhalten unsere Versicherten individualisiert einen Überblick über empfohlene Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen. Es gibt einen Erinnerungsservice per E-Mail dazu und man erhält einen kompletten Überblick über die wahrgenommenen Untersuchungen.

Die BARMER bietet beim Sommermarketing des Dresdner Marketing-Clubs einen ganzen Workshop zum Thema "Gesundheitsmanagement" an. Tickets für Workshop und die Netzwerkveranstaltung am Abend gibt es hier.

Sie sind die Krankenversicherung mit den mit Abstand meisten Facebook Fans, haben in den Kanal in den vergangenen Jahren viel investiert. Haben Sie - mit Blick auf die aktuelle Datenschutzdebatte und die Tatsache, dass vor allem junge Menschen Facebook verlassen - hier vielleicht auf das falsche Pferd gesetzt?

Zunächst einmal haben wir leider nicht die meisten Facebook Fans unter den Krankenversicherungen. Richtig ist, dass wir in den letzten Monaten ein sehr starkes Fanwachstum hatten und haben. Das freut uns und wir sehen momentan auch nicht, warum wir hier auf ein „falsches Pferd gesetzt“ haben sollen. Nach wie vor ist Facebook das Soziale Netzwerk mit den größten Reichweiten. Richtig ist aber auch, dass insbesondere sehr junge Menschen häufig andere Netzwerke wie Instagram und Snapchat vorziehen. Bei Instagram sind wir aktiv und erreichen auch dort unsere Zielgruppen, auch Snapchat werden wir aktiv bespielen. Entscheidend ist, für jede Plattform eine eigene Kommunikationsstrategie zu entwickeln, denn alle Kommunikationsmaßnahmen sollen die Markenkommunikation der BARMER optimal unterstützen. Der Datenschutz und auch der Umgang der Social Networks damit ist ein riesengroßes Thema, gerade in der Digitalisierung. Selbstverständlich beobachten wir sehr genau, was bei Facebook und Co. passiert und sind auch jederzeit in der Lage, zu handeln und unsere Strategie anzupassen.

Vor welchen Herausforderungen steht die BARMER in Sachen Marketing in den kommenden Jahren?

Die Herausforderungen sind vielfältig. Selbstverständlich wird uns die Digitalisierung auch im Marketing sehr beschäftigen. Wobei wir keine eigene Digitalstrategie für das Marketing der Zukunft benötigen, sondern Wege, wie sich die Möglichkeiten der Digitalisierung optimal in die Marken- und Marketingstrategie einfügen lassen. Die Frage danach, wie und wo wir am besten unsere Zielgruppen mit unseren Botschaften erreichen ist eine ständige Herausforderung. Marken sind heute nicht mehr durch bloßes „Broadcasting“ zu führen. Die Marken der Zukunft müssen sinnstiftend mit den Nutzer/innen interagieren können und die Lebenswelten tatsächlich bereichern. Ein ganz großes Thema der nächsten Jahre wird sicherlich auch das Thema Marketing Intelligence sein. Wie können wir aus Daten lernen und wie können Daten und Analytics uns unterstützen, optimale Kommunikationswege zu unseren Zielgruppen zu finden? Und das auf allen Kanälen, integriert und vernetzt.

Was erwartet die Besucher des Dresdner Sommermarketing bei Ihrem Vortrag?

Ich werde vorstellen, wie wir unsere Marke in ihrer Positionierung weiterentwickeln. Dazu bedienen wir uns der gesamten Bandbreite der geeigneten Marketingmethoden. Zudem möchte ich aufzeigen, welche Insights wir gewonnen haben und wie wir das in Marketingmaßnahmen übersetzen. Dazu gibt es auch einige Fallbeispiele aus unseren Marketingkampagnen.  

Vielen Dank für das Gespräch!

 

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