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Methoden, Tools, Techniken: Was macht Agenturen so erfolgreich, Teil 1

Berlin 06.02.2018
Sie tun es ständig und mit großem Erfolg: Agenturen entwickeln ein neues Produkt oder einen Service, analysieren Zielgruppen und Wettbewerber, pitchen kreative Kampagnen und führen die Absprache mit dem Kunden ganz nebenbei. Dabei hat jede Agentur ganz eigene Techniken und bevorzugte Arbeitsmethoden, die wir uns mal genauer angesehen haben: In Teil 1 widmen wir uns einer ausgefeilten Zielgruppenanalyse, klassischen Workshops und Brainstorming, der Persona Methode und dem erfolgreichen Einsatz von Storytelling.

Mit der Vier-Säulen-Technik zum B2B-Konzept: Zielgruppenanalyse bei meeco Communication

Wie tickt die Zielgruppe „Energiedatenmanager“? Das war die Ausgangsfrage bei der Entwicklung eines ganzheitlichen Kommunikationskonzepts für das Ilmenauer Unternehmen ifesca. Genauso komplex wie die Software sind auch deren Branche und die Zielgruppen. Wie muss also die Kommunikation aussehen, um die Zielgruppe zu erreichen und deren Vertrauen zu gewinnen? Um Analysefehler zu vermeiden, haben wir unsere Technik der Vier-Säulen-Zielgruppenanalyse angewandt, indem wir die Klientel „Energiedatenmanager“ aus vier unterschiedlichen Richtungen untersucht und die generierten Daten einander gegenübergestellt haben.



Die erste Säule beinhaltete ein ausführliches Kick-off mit dem Kunden. Hier haben wir detaillierte Angaben zur Zielgruppe aus Kundensicht gewonnen. Die zweite Säule bestand aus der Befragung der Zielgruppe im Rahmen einer Face-to-Face-Analyse. In Phase drei wurden mit einer detaillierten B2B-Onlinestudie via Picture Testing und speziellen Test-Fragen Markenkernwerte und Bildwelten ermittelt. Die vierte Säule beinhaltete eine ausführliche Netz-Recherche u.a. mit der Analyse von Stellenprofilen und Social-Media-Kanälen zur Erstellung von Persona. Die investierten vier Analyse-Wochen haben sich mehr als rentiert. Nur so konnten wir ein exakt auf die Zielgruppe abgestimmtes Kommunikationskonzept inkl. Corporate Design maßschneidern, das die Bedürfnisse sowie den daraus abgeleiteten Markenkern repräsentiert. Die vierteilige Zielgruppenanalyse ist fester Teil unserer Agentur-Maxime „Think. Create. Impress.“.

(Sarah Reichelt, Strategy und Content bei meeco Communication Services)

Brainstorming bei Sandstein: Altbewährt in bunter Mischung

Unser Favorit zur Ideenfindung ist immer noch das gute alte Brainstorming. Der Hauptkritikpunkt an dieser Methode ist ja bekanntlich, dass die Effektivität davon abhängt, inwieweit die Gruppenmitglieder offen und kooperativ miteinander arbeiten können – das ist bei uns halt gegeben :-) Wenn unsere Konzepter, Designer und Softwareentwickler zusammen diskutieren, ist das eine ziemlich bunte Mischung. Da treffen sich die Lebenswelten von Nerds und Schöngeistern und wir haben Altersunterschiede von zum Teil mehr als zwanzig Jahren. So entstehen immer wieder wirklich neue und gute Ideen für unsere Projekte.



Das jüngste Beispiel ist die Kampagne #deineEntscheidung zur Förderung der dualen Berufsausbildung. In Rekordzeit entwickelten wir für das Sächsische Wirtschaftsministerium die Kampagnenidee und darauf basierend das Konzept für eine Microsite, einen interaktiven Wahl-O-Mat für die Messe "Karrierestart" sowie Ideen für Videos mit Testimonials. Die Resonanz auf der Messe war super, der Kunde dementsprechend hochzufrieden.

(Markus Pieper, Geschäftsführer von Sandstein NEUE MEDIEN)

Back to the roots bei September: Mit echtem Dialog und klassischen Workshops

Unsere Techniken sind auf das Wesentliche fokussiert, den Menschen zugewandt und vielfältig in den Perspektiven. Ein Schwerpunkt unserer Agentur für Markenführung ist die Analyse von Identitäten – hauptsächlich die der Unternehmen; aber auch die dahinterstehenden menschlichen Visionen wecken unsere Neugier. 'Back to the roots', lautet hierbei unser Motto, denn um Menschen herauszufordern, braucht es keine abgefahrenen Werkzeuge, sondern Empathie und Ehrlichkeit.



Dieses Prinzip unserer Arbeit ergänzen wir mit Expertisen aus Marketing, Betriebswirtschaft,
Coaching und natürlich dem visionären Unternehmertum, das auch uns leitet. Viele unserer Kunden setzen sich im klassischen Workshop-Format erstmals tiefer mit sich selbst und ihrem Unternehmen auseinander. Meist sind es (zwischen-)menschliche Geschichten, die erfolgreiche Markenstories verhindern. Auf den ersten Blick wirkt alles harmonisch, aber wenn jeder Teilnehmer anonym Stellung beziehen darf, kommt einiges zutage. Dass wir mit Techniken wie systemischem Fragen oder nachhaltiger Ratgeberkultur so viele Aha-Erlebnisse stiften, zeigt uns: In einer Welt voller Skills, Tools und Checklisten wirkt die Methode des echten Dialogs immer noch Wunder.

(Frances Heinrich, Projektmanagerin bei September)



Der Zielgruppe Leben einhauchen: Mit der Persona Methode bei balleywasl*

Mit der sinnvollen Beschreibung von Zielgruppen tun sich Unternehmen, Verbände oder Behörden gleichermaßen schwer. Reichen ein paar soziodemographische Angaben? Oft erzeugen die abstrakten Werte kein klares Verständnis. Die Persona-Methode schafft Abhilfe. Mit ihr lassen sich die Menschen hinter den Ziffern verstehen. Was braucht es dafür? Ihre Mitarbeiter, etwas Zeit, einige Statistiken und Moderatoren. Ausgangspunkt sind die persönlichen Erfahrungen der Mitarbeiter. Wie beschreiben sie die Zielgruppe? Die Begriffe lassen sich clustern und Motiven zuordnen.



Aus den Beschreibungen, Motiven und Statistiken lassen sich fiktive Figuren entwickeln, die für die Zielgruppen stehen. Wie im Roman sind sie handelnde Personen: Wie leben sie? Wie sieht der Alltag aus? Welche Überzeugungen haben sie? Stück für Stück entstehen lebendige Protagonisten – die Personas. Organisationen bekommen dadurch ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Zielgruppen. Was spricht sie beispielsweise an oder was würden sie niemals tun. So lassen sich nicht wirksame Kampagnen umsetzen, sondern auch passende Produkte oder Services entwickeln.

(Martin Sieler, Senior Advisor und Leiter Content bei balleywasl*)

Storytelling am laufenden Band: Wie easyclipr komplizierte Sachverhalte erklärt

Komplizierte Sachverhalte leicht verständlich zu erklären ist unsere Herzensaufgabe, darin sind wir Spezialisten. Und das geht nur mit Methodik. Wir verwenden Kenntnisse aus der Kommunikationswissenschaft und Lernpsychologie und haben sie für unsere Erklärmedien optimiert.

Das Storytelling bildet dabei unser Kernelement. Das heißt wir packen trockene Fakten in lebendige Geschichten. Wie wir unsere Geschichten kreieren? Ganz nah zusammen mit dem Auftraggeber. Dabei sind Zuhören und Nachfragen unverzichtbare Bestandteile. Wir schauen uns seine Zielgruppe, ihre Bedürfnisse und ihren Nutzen durch das Produkt, die Dienstleistung oder den Prozess an.



Dann entwickeln wir eine Story, die aus dem Leben gegriffen sein könnte, aber trotzdem kurios anmutet. Das unterstützt die Aufmerksamkeit. Der Protagonist im Film muss die Zielgruppe so ansprechen, dass sie sich mit ihm identifiziert. Das erhöht ebenfalls den Verständnisfaktor. Unsere Geschichten folgen dabei der klassischen Dramaturgie: Exposition (Problem) – Lösungsweg zeigen – Problem lösen (= Happy End). Elementar für unsere Erzählart ist unsere didaktische Methodik, denn wir wollen in erster Linie nicht unterhalten, sondern Wissen vermitteln.

(Arnd Wenzel, Gründer und Geschäftsführer, und Franziska Kleeberg, Konzeption und Marketing, von easyclipr)

Co-kreativ zum Erfolg: Mit Co-Creation bei Cromatics

Seit 2017 steht – ganz offiziell – bei CROMATICS alles unter dem Motto "In Co-Creation we trust". Immer öfter haben wir bemerkt, dass Kunden aktiv am Arbeitsprozess teilhaben wollen, statt Ideen oder Logos einfach vorgesetzt zu bekommen. Das macht auch Sinn, denn in unserer immer komplexer werdenden Welt, sind sie die wahren Experten für ihren Markt. Wir wiederum bringen das Wissen zu Zielgruppen, Trends und methodischem Vorgehen sowie eine Menge Passion und Kreativität mit. Wenn man diese Kompetenzen auf Augenhöhe mixt, kann nur Großes entstehen.



Wie das konkret aussieht? Wir bereiten Arbeitsworkshops vor, in denen wir mit dem Kunden live Ideen oder eine Gestaltung entwickeln. Dafür braucht es besondere Regeln der Zusammenarbeit und eine Menge Vertrauen. So arbeiten wir beispielsweise bei Brainstormings gern mit der 6-3-5-Methode, da hier ganz co-kreativ Ideenansätze von anderen weiterentwickelt werden dürfen. In der Kommunikation achten wir darauf, dass sich alle auf Positives in Ideen konzentrieren, statt sie durch Zweifel zu begrenzen. Da sind wir mal streng. Dass Co-Kreation funktioniert, konnten wir in Projekten mit Ärzte ohne Grenzen, BROOKS Running und der Radeberger Gruppe erleben. Die Qualität der gemeinsam entwickelten Ideen hat uns und die Kunden echt beeindruckt und bestärkt, diesen Weg weiter zu gehen. Trust us.

(Nora Hilsky, Markensoziologin und Konzepterin bei CROMATICS)


Noch nicht genug? Lest mehr Techniken für Software- und Webentwicklung sowie Online Marketing hier in Teil 2!

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