201712-dieckertschmidt-rhymes-against-rape-titel.JPG

Mit Reimen gegen Sexismus

Berlin 18.12.2017
Auf seinen privaten Social-Media-Kanälen setzt Stefan Schmidt, Kreativchef von dieckertschmidt, ein Zeichen gegen Sexismus. Mit kurzen Reimen möchte er seine Geschlechtsgenossen daran erinnern, „not to be a**holes“.

Mit der Kampagne „Rhymes against rape” möchte Stefan Schmidt einen ganz persönlichen Appell an alle Männer leisten. Die Motive, die wir seit kurzem auf Instagram, Twitter und Facebook finden können, zeigen Ausschnitte weiblicher Körper in aufreizenden Posen. Doch genau dort, wo der Blick des Betrachters fällt – auf den Schambereich, das Dekollete oder geöffnete Lippen –, erinnert ein Reim daran, dass die gezeigte Haut keine Einladung zu sexuellen Handlungen ist.

Reime hätten dabei eine ganz bestimmte Funktion, so der Werber von dieckertschmidt. Sie seien eingängig und laden zum Wiederholen ein, ähnlich einer Litanei. Wir kennen Reime auch im Zusammenhang von politischen Mottos, wie sie auf Demonstrationen verwendet werden.

„Ich wollte also – mit ein wenig Augenzwinkern – Männern litanei-hafte Texte zum leichteren Erinnern an die Hand geben.“

Der Hinweis Schmidts „A little semi-poetic reminder for men not to be a***holes.“ sowie die Hashtags #stoprapeculture und #rhymesagainstrape verweisen zudem auf das Ziel der Kreation. Im Gespräch mit Sputnika erläutert Schmidt seine Motivation:

„Ich habe über eine Frau gelesen, die im Zuge der Weinstein-Enthüllungen sinngemäß sagte: Manche Frauen provozieren mit Kleidung, Benehmen und Sprache ja auch die Übergriffe der Männer. Das finde ich eine fürchterliche Theorie.“

In einer freien Gesellschaft, wie sie sich Stefan Schmidt vorstellt, dürfen Frauen immer und überall selbstbestimmt mit ihrer Sexualität umgehen. Sie dürfen sich sexy fühlen, sexy kleiden und trotzdem muss ihr „Nein!“ als genau das gelten. Männer seien keine triebgesteuerten Monster, die man vor einem sexy Anblick schützen müsse, da sie sonst übergriffig würden, so Schmidt weiter.

„Ich glaube nicht, dass Frauen sich verschleiern müssen, damit ein Mann sie nicht anfällt. In keiner Kultur! Frauen endlich in allen Belangen den Stellenwert zu geben, den sie schon immer hätten haben müssen, ist ein Beitrag, die Freiheit gewinnen zu lassen. Die Selbstbestimmtheit in Sachen Sexualität ist in diesem Kampf elementar. Und wir dürfen uns durch den kulturellen Backlash nicht ins Mittelalter zurückwerfen lassen. Wie Emma Watson schon sagte: Alle Männer müssen Feministen werden.“

 

Bildquelle: dieckertschmidt / Stefan Schmidt

Kommentare

Weitere Artikel von dieckertschmidt

Langformat: Schönes für den Content-Friedhof?
When everybody zigs, zag!

dieckertschmidt

04.04.2018

When everybody zigs, zag!

Berlin
„Jetzt ficken!“ schreien funktioniert ja nicht.
Klickrate bei E-Mails erhöhen: Neues Medium. Bewährtes Schreiben.