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Nachhaltig gut verpackt: Rückblick auf die SOLPACK 2.0:

München 28.06.2017
Bereits zum zweiten Mal veranstalteten die Packaging-Design-Spezialisten von pacoon die zweitägige Konferenz für nachhaltige Verpackungen.

„Verpackungen schützen Produkte und helfen, Food Waste zu reduzieren. Trotzdem stehen wir weltweit vor der Herausforderung, mit weniger Müll unsere Umwelt zu schützen. Nachhaltige Verpackungen können wesentlich dazu beitragen. Ressourcen schonen und der Cradle-to-Cradle-Gedanke ist unsere Motivation.“

sagt Micha Goes, Vorstand der pacoon AG

Dass auch innovative Verpackungskonzepte zu einer positiven Ökobilanz beitragen, weiß die Münchner Strategie- und Designagentur pacoon, die sich auf nachhaltiges Packaging-Design spezialisiert hat. 2012 organisierte pacoon die erste SOLPACK-Veranstaltung mit spannendem Wissen rund um Neuigkeiten, Strategien und Hintergründen zu nachhaltigen Verpackungskonzepten. Die Agentur zeichnete auch für die Gestaltung des Webauftritts www.solpack.de, des Marketingkonzepts und der Marketingmaterialien verantwortlich. Die Veranstaltung fand in München im Rahmen der MCBW, Deutschlands größten Design-Event, statt. 


Das Markenzeichen der SOLPACK 2.0 ist nachhaltiges und innovatives Verpackungsdesign

Auch die Neuauflage der internationalen Veranstaltung am 8. und 9. März zog über 20 Referenten aus unterschiedlichen Branchen nach München. Auf der SOLPACK 2.0 präsentierten Veranstalter und Sprecher erfolgreiche Beispiele und innovative Entwicklungen im Bereich Verpackungslösungen und beleuchteten das Packaging Design aus einem 360°-Blickwinkel. Neben Vorträgen, Workshops und Best Cases schuf pacoon in den Räumlichkeiten der Ketterer Kunst Location für die rund 100 anwesenden Experten eine Netzwerk-Plattform mit Gelegenheiten zum Austausch in den Pausen und bei lockeren Abendevents.

Besonders nennenswert waren die Vorträge:

Uwe D’Agnone, Creapaper, Karton 2.0 – Alternative Faserrohstoffe als Basis für Karton und Papier: Dieser Vortrag war sicher auch Inspiration für ein großes Handelsunternehmen zukünftig Graspapier für Bio-Gemüse-Schalen zu verwenden.

Michael Hahl, Unilever, Nachhaltige Verpackung – ein Muss für unsere Zukunft! Herr Hahl zeigte auf, wie relevant das Thema auch für sogenannte Global Player ist und die Herausforderung „Nachhaltige Verpackungen“ nur zusammen gelöst werden kann.

“Die SOLPACK 2.0 der Pacoon AG war ein Quell der Freude und weitreichenden Erkenntnis – außergewöhnlich, enorm inspirierend und motivierend!”  
(Dr. Harald Käb, narocon – InnovationConsulting)


Impressionen von der SOLPACK 2.0, die internationale Konferenz für nachhaltige Verpackungen

Insbesondere Ideen für eine konsequent nachhaltige Kreislaufwirtschaft unter dem Stichwort Circular Economy standen im Fokus der Diskussionen. Das Konzept setzt unter anderem auf Recycling und auf Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen. Es stellt eine Chance dar, um mit dem Image der Verpackungsbranche als Müllverursacher aufzuräumen. Der umfassende Blick auf neueste Lösungen und Themen soll Unternehmen langfristig bei ihren Nachhaltigkeits-Bestrebungen unterstützen. Der Mitveranstalter und Vorstand von pacoon Micha Goes sieht hier großes Entwicklungspotenzial und bietet mit der SOLPACK 2.0-Konferenz Industrievertretern die Gelegenheit, über Innovationen für ökoeffektives Cradle2Cradle®-Design zu sprechen:

“Der Weg ist aber mühsam. Die eine einfache Lösung gibt es nicht und die Aspekte sind sehr vielschichtig. Wir stehen noch am Anfang einer wirklich nachhaltigen Verpackung im Sinne des Cradle2Cradle® Konzeptes oder der neuerdings fokussierten Circular Economy. Diesen Weg wollen wir unterstützen und widmen daher dem Thema "Nachhaltige Verpackungen" auf der Veranstaltung einen Schwerpunkt, um die einzelnen Sichtweisen und Entwicklungen zu beleuchten.”


Im Video: Rund 100 Experten aus Dienstleistung, Handel, Industrie und der Kreativbranche tauschten sich auf der SOLPACK 2.0 über nachhaltiges Packaging Design aus.

 

“Organisation, Location, Programm und Ablauf haben mir sehr gut gefallen, ich konnte zahlreiche inspirierende Gespräche mit interessanten Menschen führen und wertvolle Kontakte knüpfen.”
(Alfred Mayr, Geschäftsführer Umweltcluster Bayern)

 

“Wirklich ein sehr gelungenes Programm mit tollen Möglichkeiten neue, interessante Kontakte zu knüpfen. Wir werden mit Sicherheit das ein oder andere Thema für uns aufgreifen und freuen uns schon auf die Solpack 3.0!”
(Silivia Steinert​, Director Corporate Responsibility​ Cosnova GmbH)

Micha Goes, Vorstand von pacoon, Designagentur für nachhaltige Verpackungslösungen im deutschsprachigen Raum, gab im Rahmen der "SOLPACK 2.0 – Internationale Konferenz für nachhaltige Verpackungen" eine Übersicht der aktuellen Anforderungen an und Herausforderungen für nachhaltige Lebensmittelverpackungen:

Beim Thema Verpackungen denken umweltbewusste Verbraucher sofort an eines: viel Müll. Obwohl die Deutschen in Europa Recyling-Vorreiter sind und 74% der Deutschen Müll zuhause sowie unterwegs trennen, ist insgesamt 90% der Befragten wichtig, dass die Unternehmen weniger Verpackungsmüll produzieren. Aber geht das wirklich so einfach?

“Unverpackt”-Läden, Kauf direkt beim Erzeuger auf dem Land, Markthallen und Wochenmärkte: Es gibt nachhaltige Alternativen zum Supermarkt. Wichtiger ist den Verbrauchern jedoch, dass einkaufen schnell und spät abends auch noch geht, die Auswahl groß ist, die Ware einwandfrei aussieht und in Discount-Deutschland auch noch günstig ist.

Hier kommen die Verpackungen ins Spiel. Sie halten Waren frisch oder knusprig und bewahren sie vor dem schnellen Verfall. Trotzdem werden ca. 15-20 % der Nahrungsmittel im Handel oder beim Verbraucher weggeworfen. Darum werden die Materialien ständig optimiert, um die Haltbarkeit zu verlängern und über Qualitätszustand oder Allergene zu informieren. Insgesamt steigen die zunehmend individuellen Ansprüche der Verbraucher an die Verpackung. Zudem kommen laufend neue Erkenntnisse über den gegenseitigen Einfluss von Verpackung, Produkt und Lagerung hinzu, die sich in gesetzlichen und lebensmittelrelevanten Bestimmungen widerspiegeln: Ein simpler Joghurtbecher hat allein bis zu 200 verschiedene Bestandteile!

Die Verpackungsindustrie versucht diesen vielfältigen Ansprüchen gerecht zu werden. Gleichzeitig soll der Verpackungsabfall reduziert werden; bei steigenden Anforderungen an Funktionalitäten, Schutz vor Gerüchen, Hygiene beim Einkauf, leichter Transport und sichere Lagerung. Je leichter die Packung werden soll, desto schwerer wird die Aufgabe. Welcher Verbraucher weiß schon, dass eine einfache Schutzfolie für Käse aus 10-12 Lagen unterschiedlicher Materialien bestehen kann?
 
Die zunehmende Komplexität dieser ‘Verbundverpackungen’ macht die Wiederverwertung kompliziert, aufwändig und teilweise immer noch unmöglich. Was nicht getrennt werden kann, geht zumindest für die Energiegewinnung in die Verbrennung. Benötigt werden jedoch innovative und nachhaltige Lösungen, die untrennbaren Müll gar nicht erst entstehen lassen: Darauf hat sich pacoon spezialisiert.

Durch Recycling wird heute schon ein Großteil als neue Rohstoffe für Packungen oder Produkte zurückgewonnen; Recyclate aus Verpackungsabfall sind damit eine wichtige Ressource, die nicht mehr aus Rohöl oder aus nachwachsenden (pflanzlichen) Rohstoffen gezogen werden muss. Damit schonen wir unsere endlichen Ressourcen wie z.B. Erdöl. Als großes Vorbild dient hier die Marke Frosch, mit ihren Reinigern in 100 % Recyclat-Flaschen. Ähnliche Teilansätze gibt es u.a. schon bei Getränkeflaschen sowie anderen Unternehmen, vor allem auch im europäischen Ausland.

Ein anderer Ansatz ist die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen für Verpackungen. Papier aus kontrollierter Produktion ist ein sehr nachhaltiges Material, doch auch dafür setzen sich Alternativen langsam am Markt durch. So etwa Karton und Papier aus Agrarabfällen, also Pflanzenfasern, die ähnlich wie Holz verarbeitet werden können. Da ca. 80-90% der Agrarpflanzen nicht zu Lebensmitteln verarbeitet werden, hat diese Ressource ein enormes Potenzial. So auch Graspapier aus Gras, das beim Mähen brachliegender Nutzungsflächen übrig bleibt und erst jetzt als Rohstoff genutzt werden kann. Die Verarbeitung ist aufgrund der weicheren Fasern einfacher und stellt eine umweltfreundliche Chance für die regionale Papiererzeugung samt Arbeitsplätzen dar. Auch Kunststoffe können heute aus nachwachsenden Rohstoffen produziert werden, womit fossile Ressourcen bei nur geringem Einfluss auf die landwirtschaftliche Produktion geschont werden.

Auch dank des internationalen Austauschs auf Konferenzen wie der SOLPACK 2.0 von pacoon gewinnt die Entwicklung alternativer, klimaschonender Materialien nach dem Cradle2Cradle®-Konzept für die Circular Economy an Bedeutung.

“Es gibt viele Optionen  zu nachhaltigen Verpackungen und keine wird eine 100% Lösung sein - aber jeder Schritt in die richtige Richtung ist besser als Stillstand. Die Konferenz hat mit ihrer positiven Resonanz und hohen Teilnehmerzahl gezeigt, dass Nachhaltigkeit im Packaging kein Modetrend sondern dauerhafte Anforderung geworden ist. ”

resümiert Micha Goes nach der Konferenz - und ist gespannt, wie sich die Themen der diesjährigen Veranstaltung bis zur nächsten Ausgabe entwickeln. 
 

Bildquelle: pacoon

 


 

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