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Nahrung statt Nägeln: Blood Actvertising setzt Zeichen gegen Award-Zirkus

Hamburg 16.02.2018
Am Wettbewerb des Art Directors Club (ADC) nehmen alle Werbeagenturen teil, die in Deutschland Rang und Namen haben. Alle? Nein. Blood Actvertising hat beim diesjährigen ADC Award keine Idee eingereicht. Die Werbeagentur beteiligt sich grundsätzlich nicht an Wettbewerben und wollte ein Zeichen gegen den Award-Zirkus setzen. Das eingesparte Geld spendet sie für einen guten Zweck. Mit einem Video macht die Werbeagentur auf ihre Aktion aufmerksam.

#Kreativitätfüttert: 100 Euro Budget

Blood Actvertising hat berechnet, dass es sie knapp 10.000 Euro kosten würde, ihre Ideen beim ADC Wettbewerb einzusenden. Dieses Geld spendeten sie der Initiative ShareTheMeal des UN World Food Programme. Mit der Summe können 67 Kinder ein Jahr lang ernährt werden.

Ein kurzes Video erklärt die Aktion. Es wurde über Facebook unter dem Hashtag #Kreativitätfüttert verbreitet. Dieser ist an das Motto des ADC Awards 2018 „Füttere deine Kreativität“ angelehnt. Beworben wurde der Film mit dem knappen Budget von 100 Euro.

„Damit wir möglichst viel Geld spenden können, haben wir die Kosten niedrig gehalten. Das Video hat dankenswerterweise unsere Praktikantin Lu gemacht. Der Song stammt von Blue Ducks, die uns erlaubt haben, ihn gratis zu nutzen. Die Summe, die im Film genannt wird, haben wir 1:1 gespendet“

sagt Lars Kempin, Geschäftsführer von Blood Actvertising.

Spender für 74.000 weitere Mahlzeiten gesucht

Bislang haben die Hamburger knapp 26.000 Mahlzeiten gespendet (Stand Anfang Februar 2018). Blood Actvertising ruft andere Agenturen auf, sich der Aktion anzuschließen: Das Spendenziel sind 100.000 Mahlzeiten. Die Aktion lief ursprünglich bis Ende 2017. Die Werbeagentur hat sie in Absprache mit ShareTheMeal bis Ostern verlängert.

#Kreativitätfüttert richtete sich nicht speziell gegen den ADC Award, bei dem die berühmten bronzenen, silbernen und goldenen Nägel vergeben werden. Er steht exemplarisch für den Award-Zirkus, weil die Teilnahmefrist in den gleichen Zeitraum fiel, in dem die Aktion startete. 

Der Boykott des Wettbewerbs von Blood Actvertising hat in der Werbebranche hohe Wellen geschlagen. Viele Branchenmedien berichteten darüber, teilweise gab es scharfe Kritik. So hieß es, dass der ADC als eingetragener Verein auf die Einnahmen aus dem Wettbewerb angewiesen sei. Zudem verfolge er ideelle Ziele.

“Die Welle der Empörung ist schnell wieder verebbt. Das ist typisch für unsere Branche: oberflächlich und kurzlebig. Wir haben aber auch viel Zuspruch erfahren, interessanterweise auch von Geschäftsführern namhafter Agenturen, die unsere Aktion richtig finden, obwohl sie selbst zu den Top-Award-Einreichern der Branche gehören. Doch ihre Agentur-Philosophie ist auf Award-Hunting ausgelegt. Die Mitarbeiter erwarten das als Incentivierung und Karriere-Booster”

schätzt Kempin. Blood Actvertising hofft, dass sich weitere Agenturen beteiligen und Mahlzeiten spenden.

“Ein Freund von mir, branchenfremd, hat sofort reagiert als er den Aufruf gesehen hat. Ich glaube so muss es laufen: gut finden, aktiv werden, spenden”

sagt der Geschäftsführer.
 

 

Bildquelle: Blood Actvertising

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