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Recruiting 2.0 - Wie man zukünftige Mitarbeiter durch Filme gewinnt

Dresden 16.05.2018
Videos spielen bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter und Auszubildender eine immer größere Rolle. Eine Entwicklung, von der die Dresdner Filmproduktionsfirma AVANGA direkt profitiert. Aktuell in Form einer Zusammenarbeit mit der Unternehmensgruppe Theo Müller, für die AVANGA mehrere Filme produziert hat, die gezielt neue Mitarbeiter ansprechen sollen.

In einer Gesellschaft, in der die Jüngsten bereits problemlos YouTube und Vimeo bedienen können, verändert sich auch Art und Weise, wie man seinen Arbeitgeber findet. Die Möglichkeit, sich als attraktiven Arbeitgeber darzustellen, möchte auch die Unternehmensgruppe Theo Müller nutzen und hat im vergangenen Jahr die Dresdner Filmproduktionsfirma AVANGA damit beauftragt, Filme zu entwickeln, mit denen neue Mitarbeiter für das Unternehmen gewonnen werden können.

Tina Illgen, Produzentin und Geschäftsführerin bei AVANGA, erklärt den generellen Marktwandel, der sich im Bereich der Mitarbeitergewinnung vollzieht und der der Anfrage zugrunde lag:

„Recruiting- und Azubifilme sind etwas, das sich in den letzten fünf Jahren ganz stark verändert und entwickelt hat. Hier schlägt auf der einen Seite die generelle Affinität der Gesellschaft für Videos durch. Und auf der anderen Seite hat sich ganz einfach der Ausbildungsmarkt geändert. Früher gab es einen Anbietermarkt, der sich die Azubis rausgesucht hat. Jetzt läuft das so, dass sich die zukünftigen Azubis ihre Firmen und Stellen selbst aussuchen können. Daraus ergeben sich für die Unternehmen natürlich neue Anforderungen, wie man an diese Zielgruppe herantritt. Firmen wissen mittlerweile, dass es schwieriger ist, gute Leute zu finden. Deshalb ist es nötig geworden, stärker in das Recruitment eines Unternehmens zu investieren. Wenn man all diese Faktoren betrachtet, ist es nur folgerichtig, dass Videos eine immer größere Rolle spielen und dass deren Qualität in den letzten Jahren gestiegen ist. Einfach weil mehr Firmen sich bemühen, qualitativ gute Filme zu produzieren, in denen sie potenzielle Bewerber ernst nehmen und sie mit den Dingen ansprechen, die sie wissen wollen.”

Eine Studie, die sich mit den “Azubi-Recruitment Trends 2017” beschäftigt, unterlegt diese Aussagen recht gut mit Zahlen. Mit ganzen 53,8 % ist bei den 2.635 befragten Bewerbern “die gute Atmosphäre” der Hauptgrund, um sich auf eine Stelle zu bewerben. Eine Atmosphäre, die solch ein “Bewerbervideo” - neben aller Information - auch deutlich vermitteln soll. 54,8 % der befragten Personen setzen bei ihrer Suche nach einer Ausbildungsstelle außerdem auf Karriere-Websites von Unternehmen. Das unterstreicht auch die letzte Ausbildungsstudie des Institut für Demoskopie Allensbach, die seit 2013 jedes Jahr durch McDonald's in Auftrag gegeben wird. Dort nehmen “Spezielle Internetseiten zu Ausbildung, Studium, Beruf” mit 60 % sogar den vierten Platz ein, wenn es um berufliche Informationsquellen von 15- bis 24-jährigen geht. Tina Illgen zu früheren AVANGA-Aufträgen im Recruiting-Segment:

„Wir haben in der Vergangenheit unter anderem die “Verdächtig gute Jobs”-Videos der Polizei Sachsen in Zusammenarbeit mit Heimrich & Hannot produziert. Mit diesen Filmen konnten wir damals einen deutlichen Anstieg der Bewerberquote bei der Polizei in Sachsen erzielen. Weitere Recruiting Videos haben wir für die sächsische Feuerwehr, den Windenergieanlagenhersteller ENERCON, das Sächsische Staatsministerium für Kultus und die Landestalsperrenverwaltung produziert. Das Besondere im Falle des Filmes für die Landestalsperrenverwaltung war, dass unser Mitarbeiter Jeremias Erbe, der zu jenem Zeitpunkt selbst noch Auszubildender bei uns war, den Film gemeinsam mit den Azubis der Landestalsperrenverwaltung entwickelt hat. Er war quasi noch Teil der Zielgruppe und konnte so sehr gut deren Bedürfnisse nachvollziehen und einfließen lassen.”

Anschauen kann man all diese Filme in der Recruiting-Rubrik der AVANGA-Website. Tina Illgen rückblickend über den Ansatz des Films für die sächsische Polizei:

„Kein anderes Medium kann so spannend erzählen und dabei mehrere Sinne ansprechen wie ein Film. Bei der Polizei mussten wir die Ausgangslage besonders beachten: Die Zielgruppe hatte offenbar wenige bis gar keine Vorstellungen des Berufsalltags eines Polizisten. Also haben wir ihnen genau den gezeigt.”

Und Carsten Klunker, Geschäftsführer bei Heimrich & Hannot, ergänzt zur Relevanz von Recruitingfilmen und zum Erfolg der Kampagne “Verdächtig gute Jobs” Folgendes:

„Die Bewerberzahlen der sächsischen Polizei haben sich durch den Erfolg der Kampagne und des Films vor einigen Jahren verdreifacht. Die schon angesprochenen Veränderungsprozesse hin zum Bewegtbild und zu schnellerem Informationsverhalten sind dabei als prägend zu verstehen. Das sieht man allein schon an den Klickraten von Recruiting Videos. Bei Filmen, die zum Bewerben anregen sollen, ist es außerdem wichtig, nicht gekünstelt oder witzig rüberkommen zu wollen, sondern informativ, authentisch und dennoch emotional zu bleiben. Bei der Kampagne für die Polizei kam außerdem hinzu, dass wir eine sehr breite Zielgruppe ansprechen mussten. Viele der potenziellen Bewerber tauschen sich mit Freunden und Verwandten aus, ehe sie sich irgendwo bewerben. Das alles galt es zu berücksichtigen. Und das ist uns damals sehr erfolgreich gelungen.”

Über die ”Verdächtig gute Jobs”-Kampagne von Heimrich & Hannot für die Wachpolizei Sachsen hat Sputnika ebenfalls berichtet.

Im aktuellen Fall der Zusammenarbeit zwischen AVANGA und der Unternehmensgruppe Theo Müller lief das Ganze ähnlich ab, denn auch hier sollten Berufsbilder authentisch und emotional im praktischen Arbeitsalltag gezeigt werden, um Interesse zu wecken. Darüber hinaus wollte der Kunde Filme im Modulsystem haben, um die einzelnen Bausteine frei kombinieren und verschiedentlich einsetzen zu können. Tina Illgen zur Vorgabe:

„Man muss sich das wie einen Baukasten vorstellen. Das Intro lässt sich separat als Imagefilm des Unternehmens nutzen, da es in zwei Minuten allgemeine Informationen gut vermittelt. Dann kann man jeden der Job-Filme anfügen und das Ganze via Outro abschließen.”

In Hinblick auf die Umsetzung der einzelnen Filme erklärt AVANGA Produktionsassistentin Anna-Helen Brendler:

„Wir waren erst am Standort in Leppersdorf und in Freising auf Motivtour. An beiden Orten mussten für den anschließenden Dreh viele Vorschriften berücksichtigt werden, da wir mit Regie, Kamera und Tonmeister sowie zwei Beleuchtern im laufenden Betrieb gedreht haben. Zusätzlich war Jeremias Erbe vor Ort, der die Drohnenflüge über den Werken verantwortet hat. Die Protagonisten der Filme, die uns vom Kunden vorgeschlagen wurden, sind allesamt Mitarbeiter der Unternehmensgruppe, die auch genau in den Berufsfeldern arbeiten, die in den Filmen gezeigt werden. Das war sowohl dem Kunden als auch uns wichtig, um die Authentizität der Filme zu gewährleisten, die in diesem Segment äußerst notwendig ist.”

Entstanden sind letztendlich drei Hauptfilme, die innerhalb der Unternehmensgruppe Theo Müller die Berufsbilder des Produkt-, des Verpackungsentwicklers sowie des Anlagenfahrers und Ingenieurs für Abfülltechnik zeigen. Zusätzlich gibt es noch das erwähnte Intro und ein Outro.

Der Film, beziehungsweise dessen einzelne Module, sind auf der Website des Unternehmens sowie auf dessen YouTube-Kanal zu sehen. Außerdem ist seitens der Unternehmensgruppe Theo Müller eine Verwendung bei Berufsinformationsveranstaltungen geplant.

 

Bildquelle: AVANGA

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