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Reizvolles Konzept, erlesene Speaker - #OMR17 machte trotz Pannen Spaß

Dresden 08.03.2017
webit! war vergangene Woche mit vier Kollegen beim Online Marketing Rockstars Festival in Hamburg dabei. Das ganz persönliche Recap von Geschäftsführer Sven Haubold gibt es exklusiv bei Sputnika.

Nachdem das Online Marketing Rockstars Festival im letzten Jahr satte 15.000 Besucher und jede Menge positive Berichterstattung verbuchen konnte, hatten wir uns für 2017 fest vorgenommen, das neue Konferenz-Flaggschiff aus dem Norden selbst in Augenschein zu nehmen.

Gesagt, getan: Vier Tickets und ein Hotel gebucht, noch schnell dreimal über den weggefallenen Direktflug nach Hamburg geflucht, das Angebot an Masterclasses durchforstet und angemeldet. Die erste Ernüchterung folgte in Kürze: Leider habe nur ich Zusagen für die Masterclasses erhalten – alle anderen Kollegen erhielten Absagen. Falls das an meinem Jobtitel gelegen hat, werden wir nächstes Jahr wohl mit einem CEO, CFO, CIO und CMO anreisen. Wegen der Masterclass-Misere haben wir dann auch beschlossen, nur noch am zweiten Tag, dem Konferenztag, teilzunehmen.

Das war nicht die schlechteste Idee, denn der erste OMR-Tag #OMR17 wurde durch einen Systemausfall der Einlasstechnik überschattet. Bis zu 1,5 Stunden warteten die Besucher vor den Toren der Hamburger Messe im Regen, bis der Veranstalter entschied, einfach alle Besucher hineinzulassen. Zu diesem Zeitpunkt waren aber die meisten Besucher schon pitschenass, zahlreiche Masterclasses bereits verpasst und die Stimmung ziemlich im Eimer.

Das lief am Freitag alles viel entspannter. Hamburg begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein und dank Vorabend-Check-In in der Messe waren wir in nicht einmal fünf Minuten drinnen.

Es folgten eine Vielzahl von Vorträgen mit recht unterschiedlichem Niveau: Positiv in Erinnerung geblieben sind mir die Vorträge von Andrew Bosworth, VP Advertising bei Facebook sowie Gary Vaynerchuck, der mit seinem mantraartigen „get practical“ unterhaltsam und zugleich motivierend daherkam. Wer einmal in Garys Gedankenwelt eintauchen möchte, dem sei sein YouTube-Channel #AskGeryVee empfohlen. 


Carlo Szelinsky von AppLike auf der #OMR17 Bühne

Die Kollegen berichteten derweil nur Gutes über die Lightning Talks zum Thema „Mobile & Messaging“ auf der ExpoStage. Bjoern Sjut – Geschäftsführer von Navinum und Gründer der Beratungsagentur Finc3 – zeigte hier live, wie man seinen eigenen Messenger Bot programmiert und die Geschäftsführer von AppLike Jonas Thiemann und Carlo Szelinsky gaben einen tieferen Einblick in den globalen Rollout Ihrer Mobile App unter dem Motto „10 Countries in 10 weeks“. Insbesondere die Ausführungen zu lokalen Distributionspartnern sowie kulturellen und lokalen Unterschieden haben wir als sehr lehrreich empfunden.


offizielles Recap Video der Veranstalter

Mit großer Spannung habe ich den Auftritt von Alexander Nix erwartet. Er ist Kopf von Cambridge Analytica, die mit ihrem Ansatz zur gezielten personenbezogenen Ausspielung von Werbung den Wahlkampf von Donald Trump maßgeblich beeinflusst haben soll. Erste kleine Enttäuschung: Nix hält exakt den Vortrag, den man auch schon vorher auf YouTube finden konnte: “The Power of Big Data and Psychographics in the Electoral Process“. Egal, den Mann live erleben zu können, ist ja auch etwas. 

Zweite Enttäuschung: Nix erntet am Ende einzelne Buhrufe. Dafür, dass er Trumps Wahlkampf unterstützt hat - dafür, dass er ihn möglicherweise positiv beeinflusst hat. Ganz ehrlich, ich konnte diese Reaktion des Publikums überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn es stimmt, dass die Nix’sche Kampagne maßgeblichen Einfluss hatte (was durchaus umstritten ist, weil es kaum direkt Messbares und Belegbares gibt), dann sollte jeder Marketeer und insbesondere die, die sich im Online- und Performance Marketing tummeln, tunlichst die Ohren spitzen. Denn mit „Unsere Kinder werden nur noch Werbung kennen, die auf jeden Einzelnen zugeschnitten ist.“ - dem Satz, den er mehrfach wiederholt - trifft er den Nagel auf den Kopf und weist allen Online-Werbetreibenden dieser Welt klar den Weg. Dritte Enttäuschung: Das Expertenpanel, dass während der gesamten Konferenz an der OMR-Bar sitzt, Cocktails schlürft und die Vortragenden mit Nachfragen konfrontiert, verpasst leider die Chance, Nix wegen der „mauen Beleglage“ seiner Kampagne in die Mangel zu nehmen.

Besonderes Bonbon des Konferenz-Freitags war natürlich der Auftritt der Fantastischen Vier, die mit fünf Titeln für beste Stimmung unter den Teilnehmern sorgten.

Was gibt es noch zu berichten? Für die Konferenzteilnehmer gab es Drinks and Food for free und das rund um die Uhr und in ausreichenden Mengen, auch für Vegetarier.

Mein Fazit: Die Online Marketing Rockstars, eine Mischung aus Content und Party, ist ein reizvolles Konzept. Die Speaker sind erlesen und die Räumlichkeiten auch für die angekündigten 25.000 Besucher gut dimensioniert, denn im Unterschied z.B. zur dmexco findet man eigentlich immer einen Sitzplatz. Wenn das Team um Philipp Westermeyer nun auch noch den Zugang zu den Masterclasses besser löst, dann ist das Online Marketing Rockstars Festival immer einen Besuch wert und mit 450 Euro pro Ticket dann auch absolut fair bepreist.

Fotos: webit!
 

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