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So hat man Leipzig noch nicht gesehen

Leipzig 18.12.2017
Michael Bader vereint Welten in einer surrealen Bildserie für die LWB

Wohnen hat viel mit dem Charakter einer Stadt und dem jeweiligen Lebensgefühl zu tun. Anders ausgedrückt: Was verbindet (und was verbinden) Menschen mit den Städten, in denen sie leben? Um das Thema „Stadträume und Zugehörigkeit“ ging es auch in einem Kreativwettbewerb, an dem Fotograf Michael Bader kürzlich teilgenommen hat. Er hieß [Unser] „Zuhause in Leipzig“ und wurde ausgelobt von der LWB. Sie ist eine der größten Wohnungs- und Baugesellschaften in der Messestadt. Bei der Entwicklung ihrer Ideen waren die Teilnehmer dabei sehr frei, es wurden aber Vorschläge bevorzugt, in denen LWB-Häuser zu sehen sind.

Vision und Vorstellung

Insgesamt fünf Fotografen aus Leipzig hatten an dem Wettbewerb teilgenommen und ihre Konzepte eingereicht. Die besten davon wurden ausgewählt und in ihrer Umsetzung finanziert – darunter auch die Serie „Freigestellt“ von Michael Bader. Sie wird ab Jahresende in Form hochwertiger Drucke in den Empfangsbereichen, Kundencentern und Büroetagen der LWB zu sehen sein. Doch welche Idee steckt hinter der Bilderserie? Fotograf Michael Bader erläutert seinen Grundgedanken:

„Ich habe mir das Thema Stadträume genommen und überlegt, wie man das klassische urbane Umfeld neu denken könnte. Wie kann man das besondere Leipziger Gefühl in einem Bild darstellen? Indem man das allgegenwärtige Grün und die markante Stadtarchitektur in einem Motiv verbindet.“

Unterwegs in Stadt und Land

Also zog Michael Bader los, um prägnante Häuser der LWB in Leipzig zu fotografieren – vom Kreuzviertel über Lindenau bis zum Waldstrassenviertel. Zugleich war er aber auch auf der Suche nach verschiedenen natürlichen Landschaften in Leipzig und Umgebung, die er als Hintergrund in Szene setzen konnte. Fündig wurde der Fotograf dabei am Elsterkanal, an den Seen um Leipzig und in städtischen Parks. Dass Shootings an der frischen Luft oft ihren eigenen Regeln folgen, kann der Fotograf nur bestätigen:

„Ich habe die Bilder über einen recht langen Zeitraum und on location produziert. Dadurch konnten sie sich ganz eigenständig entwickeln. Anfangs habe ich meist eher orthogonal fotografiert, später dann immer mal die Perspektive gewechselt. Dadurch bekam ich zum Beispiel einen Ruderer auf dem Elsterkanal mit in den Fokus. Solche kleinen Zufälle sind es oft, die den Aufbau eines Motivs schließlich perfektionieren.“

Nachbearbeitung vereint Welten

In einem nächsten Schritt wurden die scheinbaren Kontraste Natur und Architektur vereint, indem die verschiedenen Motive in der Bildbearbeitung übereinandergelegt wurden. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Markus J. Reinhardt. Mit ihm hat Michael Bader schon bei verschiedenen Projekten zusammengearbeitet. Produziert wurde das Ganze über einen längeren Zeitraum von Mai bis Oktober 2017. Warum sich der Fotograf dabei ganz gezielt für eine so starke Verfremdung durch Nachbearbeitung entschieden hat, begründet er so:

„Die Bilder sind eine ganz bewusste Fiktion, klar. Sie stehen symbolisch für das Lebensgefühl, das ich von vielen Leipzigern kenne: Die Freude darüber, in einer modernen Großstadt Natur so unmittelbar genießen zu können. Kurz gesagt: Ich wollte die schönen Stadthäuser dem urbanen Umfeld rauben und sie an die Stellen rücken, an denen ich sie am liebsten hätte – in der freien Natur. Städter wie ich träumen wohl oft davon, diese beiden Welten verbinden zu können ...“

 

Bildquelle: Michael Bader Fotografie

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