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So mobil sind Dresdens Agenturen wirklich

Dresden 13.12.2016
Seit “Mobilegeddon”* sind mittlerweile über 18 Monate vergangen. Doch haben sich die Dresdner Agenturen seitdem in Sachen mobile Webseitenoptimierung bewegt? Wir haben bei der Dresdner Digitalagentur ostec nachgefragt, welche Kriterien wichtig sind und daraufhin die Webseiten von 100 lokalen Agenturen einmal gemeinsam genauer unter die Lupe genommen.

Wenn man die Websites von Dresdner Agenturen durch die technische Brille betrachtet, bieten sich für einen Benchmark jede Menge Vergleichs-Kriterien an. Angefangen von Barrierefreiheit über sauberen Code bis hin zu einer ordentlichen Darstellung auf verschiedenen Browsern. Wir legen in unserem Test den Fokus auf drei sehr wesentliche Faktoren: SSL-Verschlüsselung, Performance und mobile Optimierung. Auch Ostec nutzt diese Kriterien regelmäßig, um die eigenen Projekte vor einem Go Live zu bewerten. 
(Die Ergebnisse des Tests finden sich am Ende dieses Beitrags)


1. SSL-Verschlüsselung

Beim Thema Verschlüsselung geht es um mehr als “nur” um Datensicherheit und Datenschutz. Auch bestimmte Funktionalitäten einer Website sind nur mit Verschlüsselung möglich. So können sog. Push Notifications und Offline Versionen nur für Webseiten mit HTTPS angeboten werden.

Hauptaspekt ist hier aber natürlich die Sicherheit. An öffentlichen Hotspots können bei nicht verschlüsselten Websites z.B. Formulareingaben mitgelesen und manipuliert werden. Werden Websites jedoch mit HTTPS ausgeliefert, ist die Übertragung der Daten zwischen Server und Browser verschlüsselt und damit nicht einsehbar bzw. manipulierbar. Eine verschlüsselte Übertragung ist also ein echter Vorteil für Nutzer und so gibt auch Google HTTPS Seiten einen kleinen Ranking-Bonus. 

Unsere Auswertung zeigt ein überraschendes Ergebnis: Nur 36 von 100 Agenturen bieten aktuell eine verschlüsselte Verbindung per HTTPS an. Davon haben nur 24 Agenturen ihre Server so konfiguriert, dass die Website auch wirklich mit HTTPS ausgeliefert wird. 

Stefan Queisser, Geschäftsführer von ostec kommentiert:

"Hier besteht aus meiner Perspektive Nachholbedarf. Vor allem unter dem Aspekt, dass die Preise für Verschlüsselungs-Zertifikate ständig sinken und mit https://letsencrypt.org/ auch ausgezeichnete kostenfreie Zertifikate angeboten werden, sind die Hürden kaum noch auszumachen."


2. Performance

Die Geschwindigkeit, mit der sich eine Website aufbaut, hängt nur zu einem kleinen Teil von der Leistungsfähigkeit des Redaktionssystems, Webservers und Netzwerks ab. Denn schließlich zählt nicht, wann das erste Byte beim Browser eintrifft, sondern wie lange der Besucher warten muss, bis eine Website benutzbar ist, also der sichtbare Bereich sich komplett aufgebaut hat. Hier spielen das sog. Rendern von HTML und das Nachladen von Ressourcen eine sehr große Rolle. 


Die Developer Tools von Chrome zeigen die Ladegeschwindigkeiten der einzelnen Seitenbestandteile (Beispiel sputnika.de). 

Um das Rendern einer Website zu optimieren, sollten z.B. Bilder, HTML, CSS und JavaScript Dateien so weit wie möglich komprimiert und optimiert sein. Mit modernen Kompressionsverfahren geht dies in aller Regel verlustfrei. Tools, mit denen das sehr leicht geht, gibt es reichlich, ostec empfiehlt z.B. den Berliner Anbieter kraken.io

Weiterhin können mit einfachen Caching-Einstellungen Dateien, die sich nie oder nur selten ändern, so ausgeliefert werden, dass diese vom Browser nur einmal heruntergeladen und zwischengespeichert werden. Das spart nicht nur Traffic, sondern wirkt sich positiv auf die Geschwindigkeit beim Seitenaufbau aus.

Bei der mobilen Version einer Website müssen für eine Google-Optimierung weitere spezielle Anforderungen erfüllt werden, die sich auf eine besondere Form der Einbindung von JavaScript und CSS beziehen (sog. Render-Blocking in Above The Fold Inhalten). Bei unserer Auswertung hat sich gezeigt, dass die allerwenigsten Agenturen diese Kriterien erfüllen. Aus der Sicht von Stefan Queisser liegt das jedoch nicht an fehlenden Tools:

"Das Fehlen von praktischer Erfahrung und Routine im Umgang mit den Optimierungstools sind meiner Meinung nach der Grund für nicht optimierte Websites. Im besten Fall wird der Einsatz automatisiert, so dass sich der Aufwand auf das initiale Setup beschränkt."

 


Auch die neue mobile Webseite von sputnika.de hat noch Optimierungspotential.

Mit dem Google Page Speed Test lässt sich einfach überprüfen, wie Google die Performance einer Website bewertet. Unser Test zeigt: Von 100 Dresdner Agenturen wird die Desktop-Version der Website bei 22 Agenturen als gut bewertet. Bei der mobilen Version der Website sind es nur 3 Agenturen. Da auch die Geschwindigkeit einer Website ein Google-Rankingfaktor ist, besteht hier also bei den meisten untersuchten Agenturen Handlungsbedarf.


3. Mobile Optimierung

"Mobile first" ist ein alter Hut und man kann am Horizont bereits den Trend zu "Mobile only" erkennen. Die mobile Website gehört einfach dazu, was sich auch bei den Dresdner Agenturen widerspiegelt.

Unser Test hat ergeben: 80 von 100 Agenturen bieten ihre Website auch als mobile Version an, in der Regel via responsive Design. Der Vergleich zwischen einer ersten Auswertung im Oktober und einer zweiten im Dezember hat gezeigt, dass in dieser Zeit 5 Agenturen mit mobilen Webseiten nachgezogen haben.

Mit Hilfe eines Crawlers wurden 100 Websites gescannt und ausgewertet. Hier findet sich die vollständige Liste der Ergebnisse.

 

*Mobilegeddon: https://de.wikipedia.org/wiki/Mobilegeddon

Bildquellen: pexels.com/ ostec
 

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