201805-clicks-online-business-online-shop-ausland.png

So startet ein Online-Shop im Ausland durch

Dresden 30.05.2018
Clicks Online Business erklärt, wie ein Online-Shop für das Ausland sinnvoll umgesetzt werden kann.

Mit dem Online-Handel über die deutsche Landesgrenze hinweg erreichen Unternehmen potenziell neue Kunden und können ihre Zielgruppe vergrößern. Bei Clicks Online Business weiß man, dass eine länderspezifische URL dabei erst der Anfang ist. Deshalb verraten die Experten hier, wie die Internationalisierung Schritt für Schritt angegangen werden sollte.

Schritt 1: ein Land auswählen

In jedem Land ist mit unterschiedlichen Bedingungen für einen Online-Shop zu rechnen. Um weder Geld noch Zeit zu vergeuden, ist ein genauer Blick auf die einzelnen Länder ratsam. Dabei lässt sich schnell feststellen, welche sich für den geplanten Online-Shop am ehesten eignen.

Österreich und Schweiz – bei den Nachbarn durchstarten

Die deutschsprachigen Nachbarländer bieten eine sichere Anlaufstelle für den Start in „internationale Gewässer“. Österreich und die Schweiz sind vielversprechende Märkte: Mit vergleichsweise geringem Aufwand können hier potenziell 16 Millionen Kunden erreicht werden. Diese haben eine hohe Kaufkraft und im Fall der Schweizer sogar ein Faible für internationale Shops.

Niederlande und Großbritannien – die Tore zur Welt

Wer einen englischsprachigen Online-Shop in den Niederlanden oder in Großbritannien startet, erreicht damit zusätzlich auch leichter den großen weltweiten Markt.

Die Niederlande sind zwar ein eher kleines Land, doch die Bevölkerung gibt inzwischen ganze 18 Milliarden Euro jährlich im Online-Handel aus und der Markt befindet sich weiterhin im Wachstum. Mit Großbritannien entscheidet man sich ebenfalls für einen starken Markt von rund 43 Millionen britischen Online-Shoppern.

Frankreich – Kaufkraft und mehr

Bei unseren westlichen Nachbarn können hiesige Unternehmen gute Geschäfte machen. Das liegt zum einen an der hohen Kaufkraft der Bevölkerung und zum anderen an der SEO-Affinität deutscher Anbieter. Denn: SEO-Maßnahmen, die in Deutschland gut funktionieren, können meist unkompliziert für den französischen Markt adaptiert werden.

Spanien und Italien – Vorsprung durch SEO

Auch Spanien und Italien sind lohnende Märkte. Das liegt nicht zuletzt an der Online-Verbundenheit der jüngeren Bevölkerung. Ein weiterer Vorteil: mit dem erstklassigen SEO-Knowhow aus Deutschland besitzt man hier etwa zwei Jahre Vorsprung in der Suchmaschinenoptimierung. 

Besonders wichtig: In diesen Ländern laufen noch nicht alle Verkaufssparten online richtig gut. Deswegen muss die Kaufkraft für das eigenen Angebot jeweils individuell betrachtet werden.

Polen, Tschechien, Russland – Märkte im Osten erschließen

Auch östlich von Deutschland gibt es Länder, in denen ein Online-Shop sehr lukrativ sein kann. Hier trifft man derzeit noch auf wenig Konkurrenz und kann mit einer Optimierung der Shop-Seiten für Suchmaschinen vergleichsweise schnell Erfolge erzielen.

Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen – auf online-affine Länder setzen

Die nordischen Länder Europas gelten als sehr internetaffin und sind daher begehrte Online-Marktplätze. Die Kunden haben einen guten Ruf. Sie wissen meist genau, was sie wollen und es kommt zu vergleichsweise geringen Retouren.

China – großer Markt, aber schwieriger Zugang

Der chinesische Markt ist gewaltig: 1,2 Milliarden Menschen leben hier. Allerdings wird die Euphorie etwas gebremst, wenn man sich die mächtigen Hürden vor Augen führt. Nicht nur die chinesischen Schriftzeichen, sondern auch verschiedene, „technische“ Besonderheiten wie die Great Firewall erschweren den Zugang.

Schritt 2: Mitbewerber unter die Lupe nehmen

Sobald man sich den passenden ausländischen Markt herausgepickt hat, sollten die Mitbewerber genau betrachtet werden:

  • Wer mischt im gewünschten Bereich mit?
  • Wie gut sind die anderen Shops in den Suchmaschinen sichtbar?
  • Welche Onlinestrategie verfolgen die Wettbewerber?
  • Was sind die eigenen Vorteile gegenüber den Wettbewerbern?

Diese und weitere Marketingfragen sollten nun bestmöglich beantwortet werden. Wer dies tut, kann zum einen seinen zu erwartenden Erfolg besser abschätzen und erhält andererseits wertvolle Informationen über die Stärken und Schwächen der Konkurrenz.

Tool-Tipp: Sistrix

Oft wissen Unternehmen nicht, mit wem sie es auf den neuen Märkten zu tun bekommen. Hier kann ein Tool wie Sistrix helfen. Damit lassen sich Wettbewerber auch auf den internationalen Märkten bestimmen. Man kann sich so die stärksten Konkurrenten direkt zur eigenen Domain anzeigen lassen. Das Ganze sieht dann beispielsweise so aus:

Schritt 3: neue Kunden kennenlernen

Warum Unternehmen mit ihrem Wissen der heimischen Märkte nicht automatisch auch im Ausland erfolgreich sein müssen, weiß Nils Winterstein, Head of SEO bei Clicks:

„Ein Sprichwort sagt ‚Andere Länder, andere Sitten‘ – zu Recht. Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass unsere Kunden im Ausland das gleiche Kaufverhalten haben wie wir Deutschen. In jedem Land gibt es andere politische und kulturelle Bedingungen sowie wirtschaftliche und geografische Besonderheiten.“

Um Erfolg zu haben, sollte man sich daher zuvor mit dem Land und den Menschen auseinandergesetzt haben. Wer sind sie und was wollen sie? Unter anderem sollten folgende Fragen dabei eine zentrale Rolle spielen:

  • Wie begehrt sind die vom eigenen Unternehmen angebotenen Produkte?
  • Wie viele Menschen kaufen online oder mobil in Shops ein?
  • Welche Online-Shops sind am beliebtesten?
  • Wie bezahlen die Kunden gern?
  • In welcher Währung zahlen sie?
  • Welche Sprachen sprechen sie?
  • Worauf legen die Kunden den Fokus (Qualität oder Preis, schnelle Lieferung)?
  • Bis zu welcher Höhe werden Versandkosten akzeptiert?
  • Welche Gewohnheiten in Bezug auf Retouren haben die Kunden?

Schritt 4: die richtige Sprache sprechen

Zwei Semester Spanisch an der Uni reichen nicht aus, wenn man einen Online-Shop im Ausland aufziehen möchte. Immer daran denken: Die (ausländischen) Kunden übertragen ein niedriges Sprachniveau schnell auf die Qualität des Shops und auf die Produkte. Daher sollten Unternehmen unbedingt mit professionellen Übersetzern (Idealfall: Muttersprachler) zusammenarbeiten, wenn sie selbst an ihre Grenzen stoßen.

Neben Produkttexten und Kategoriebeschreibungen müssen gegebenenfalls auch folgende Shop-Elemente übersetzt werden:

  • Navigationselemente
  • Menüpunkte
  • PDFs
  • News und Pressemitteilungen
  • Datenschutzerklärung, Kontaktformulare und Impressum

Schritt 5: den Shop für Suchmaschinen optimieren

„Wer das Potenzial seines Shops voll ausschöpfen möchte, sollte ihn nicht einfach nur 1:1 in die neue Sprache übersetzen. Um auch in den Suchmaschinen im Ausland an vorderster Stelle aufzutauchen, müssen Online-Shops entsprechend optimiert werden. Zu berücksichtigen sind dabei die Suchanfragen und Suchgewohnheiten sowie häufige Nutzerfragen. Die können sich teils gravierend von den deutschen unterscheiden“

gibt Nils Winterstein zu bedenken.

Ganz wichtig: Die Optimierungen für die jeweils relevanten Suchmaschinen vornehmen. In Tschechien suchen beispielsweise viele Menschen über Seznam und in Russland ist Yandex die größte Suchmaschine. Hier ein paar SEO-Tipps fürs Ausland:

  • relevante Titel-Tags und Meta-Descriptions verwenden
  • Keyword-Analyse in der Landessprache durchführen
  • landestypisches Suchverhalten berücksichtigen
  • einen Standort im Ausland auf die Seite setzen     
  • Inhalte auf die ausländischen Kunden ausrichten
  • Kooperationen im Ausland eingehen und Backlinks (externe Empfehlungen) aufbauen

Schritt 6: die Marketing-Maßnahmen fürs Ausland vorbereiten

Gewohnte Marketing-Maßnahmen können weitestgehend auch aufs Ausland übertragen werden. Wichtig ist dabei lediglich, die Besonderheiten des jeweiligen Landes zu berücksichtigen. Nicht überall bringen beispielsweise Google-Adwords-Anzeigen den größten Erfolg, weil im Ausland auch andere Suchmaschinen entscheidende Marktanteile besitzen können.

Darüber hinaus sollte man besondere Tage in den jeweiligen Ländern kennen und sein Marketing darauf ausrichten. Es wäre beispielsweise mehr als ärgerlich, in China den 11. November zu verpassen: Der chinesische „Singles Day“ ist immerhin der größte Onlineshopping-Tag der Welt.

Schritt 7: die Details nicht aus den Augen verlieren

Ein Online-Shop besteht aus sehr vielen Einzelheiten, die man nicht übersehen sollte. Sie entscheiden darüber, wie mögliche Kunden den Online-Shop wahrnehmen. Je gründlicher auch auf die Kleinigkeiten geachtet wird, desto besser kommt man auf dem ausländischen Markt an. Hier ein paar Beispiele:

  • Sind die Währungen angepasst?
  • Stimmen die Maßeinheiten und Gewichte?
  • Passen die sprachlichen Details (Beispielsweise existiert im Schweizer Hochdeutsch kein „ß“)?

Geheimrezept für einen Online-Shop im Ausland: gute Planung

Sein Fazit zum Thema fasst Nils Winterstein in die folgenden Worte:

„Ein Online-Shop im Ausland ist kein Selbstläufer. Wir müssen ihn gründlich und zielgerichtet planen. Eine erstklassige Übersetzung aller Inhalte ist bei einem internationalen Shop ebenso wichtig wie die Konkurrenzanalyse und die Suchmaschinenoptimierung. Ist an alle Punkte gedacht, kann unser Shop im Ausland viele, neue Kunden erreichen und Gewinne einspielen.“


Bildquelle: Titelbild: Sale vector created by Freepik bearbeitet von Clicks Online Business, Screenshot: Clicks Online Business

Kommentare

Weitere Artikel von Clicks Online Business

Was bringen interne Mitarbeiterschulungen?
Wie bleiben Onlineshops auf der (rechts-)sicheren Seite?
So macht der Webseiten-Relaunch Sinn
Klingt kompliziert, macht das Texten aber leichter: Content Attributierung