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StretchBoards und -Poster - Der lange Weg zur kleisterfreien Innovation im Außenwerbe-Bereich

Dresden 29.09.2017
Gute Ideen kommen stets spontan und eher zufällig. So erging es auch dem Plakatexperten Frank Ellerhold, heute Aufsichtsratvorsitzender der Ellerhold AG und Mitbegründer des Qualitätszirkels Plakat, bei der Erfindung der kleisterlosen Plakatbewirtschaftung. Im Rahmen eines Kooperationsvorhabens mit einem französischen Geschäftspartner entstanden die ersten Gedanken zur Ellerhold-Innovation.

Wer kennt sie nicht? Riesige Plakatwände, die witterungsbedingt herabhängen oder die bereits zur Hälfte eingerissen sind. Ein Anblick der vermutlich jeden Vollblut-Außenwerber wie auch den Radebeuler Druckdienstleister Ellerhold lange schon störte und den es zu beheben galt. So suchte Ellerhold bereits seit Jahren nach einer leimfreien Alternative für die Plakatierung, die den verschiedenen Wetterbedingungen standhält. Der Weg zu den wetterbeständigen, günstigen und dennoch ansprechenden StrechBoards und StretchPostern, wie sie Ellerhold heute anbietet, war nicht immer einfach. Wieder und wieder wurde das Team vor neue Herausforderungen gestellt, berichtet Frank Ellerhold.

Alles eine Materialfrage

Die wohl größte Herausforderung neben der perfekten “Anbringtechnik” war es zunächst, das perfekte wettertaugliche Material zu finden. Es sollte faltbar, haltbar und so günstig wie möglich sein, dabei jedoch nicht an Qualität einbüßen. Ellerhold experimentierte daher in den letzten 13 Jahren mit verschiedensten Materialien und führte zahlreiche Tests mit klassischem, durch BOPP-Folie kaschiertem Bilderdruck- oder Affichenpapier, einem faltbaren Kunststoff aus China namens “Tarpaulin” oder auch einem nassfestem Tapetenvlies durch. Dabei musste man sich stets in Geduld üben, da die benötigten Materialen nicht immer in den Lagern der deutschen Papierfabriken vorrätig waren. Letztendlich machte das klassische Affichenpapier, welches rückseitig durch 12 my PET-Folie kaschiert wurde, das Rennen. Im Gegensatz zu den klassischen Dauerwerbeplakaten aus gewebter PP-Folie (Polypropylen) aus China erfüllt die PET-Folie alle Qualitätsanforderungen für ansprechende Außenwerbung.

Gespannt statt geklebt

Neben dem passenden Material entwickelte Ellerhold eine Technik zur Bewirtschaftung der Flächen, die ganz ohne Kleister auskommt. Ein absolutes Novum in der Branche! Während man vielerorts die 4-teiligen Druckbögen noch mit Kleister an den Wänden fixiert, werden die StretchPoster und StretchBoards heute mit einer speziellen Spannvorrichtung in horizontaler und vertikaler Ebene angebracht. Die Plakate werden an den Rändern über sogenannte Pilzkopfstifte aufgezogen und zum Schluss im Ganzen Seite für Seite straff gespannt. Anfangs gelangte bei schlechtem Wetter noch das Wasser durch die Stanzlöcher am unteren Plakatende in das Papier und kroch durch Kapillarwirkung begünstigt in den Papierfasern weiter hoch, sodass Wassereinschlüsse deutlich erkennbar wurden. Dieses Problem wurde nach und nach durch die Materialanpassung behoben.

Außerdem wurden die Plakate anfangs nur in gerollter Form angebracht, weil man davon ausging, dass bei gefalteten Plakaten immer die Knicke und Falten auf dem fertigen Plakat sichtbar bleiben würden. Heute weiß Ellerhold, dass dies eine Fehleinschätzung war und liefert nun gefaltete Plakat an, die sogar deutlich weniger Platz als die gerollten Formate benötigen. Dadurch entfällt auch der Transport mit teureren Sprintern. Neben den StretchBoards und -Postern entwickelte Ellerhold übrigens auf Kundenwunsch, die StretchSäule (auch EllerholdSäule), bei der bewusst auf eine Schutzscheibe verzichtet wurde. So sollten Reflexe, welche die Farbwiedergabe beeinträchtigen würden, vermieden werden.

Angst vor Veränderungen

Während Ellerhold an der richtigen Technik und am idealen Material “tüftelte”, versuchten sie nach den ersten Tests einige der führenden OOH-Anbieter vom Konzept zu überzeugen. Diese schreckten aber zunächst von der völlig anderen Bewirtschaftung der StretchBoards zurück. Bis auf einen Großauftrag eines namenhaften Discounters im Jahre 2009, bei dem 3.000 Werbeträger im 205x150 cm-Format bestellt wurden, fehlte es Ellerhold daher anfangs an Kunden, die bereit waren, der kleisterlosen Bewirtschaftung zu folgen. 

“Wir verloren allmählich die Zuversicht in die Zukunft des Produktes”

Frank Ellerhold

Neue Zuversicht brachten 2010 dann schließlich die Aufträge der Deutschen Telekom für die Stadtmöblierung in Bremen. Ellerhold installierte dort erstmalig flächendeckend seine modernen Werbeträger -  insgesamt 300 StretchBoards und 100 StretchSäulen. Damit ist Bremen die erste Stadt in Deutschland, die seit Jahren die kleisterlose Plakatbewirtschaftung umsetzt und damit der Außenwerbung zu einer neuen Qualitätsstufe verholfen hat.

Ende 2015 präsentierte Ellerhold schließlich der AWK AUSSENWERBUNG GmbH, einem wichtigen Partner im Außenwerbebereich, einen Umrüstsatz, der aus deren Werbeträgern TopLine eine StretchBoard-Variante speziell für Dauerwerbeflächen zauberte. Damit kam endlich der Durchbruch. Damit konnte die Idee der kleisterlosen Plakatbewirtschaftung schließlich auch weitere Partner und Marktteilnehmer überzeugen. Nachdem die StretchBoards nun schon zweimal auf der Plakadiva - Deutschlands führendem Wettbewerb für vorbildliche Aussenwerbung - präsentiert wurden, scheint in der Branche kein Zweifel mehr an dieser Form des modernen Werbeträgers zu bestehen. Ellerhold arbeitet weiterhin aktiv daran die Qualität der Außenwerbung zu verbessern und die hohen Marktanforderungen der werbetreibenden Unternehmen zu erfüllen.

“Auf geht’s in die kleisterlose einteilige digitale Druck-Zukunft, bevor wir alle von LED-Bildschirmen überflüssig gemacht werden.”

Frank Ellerhold

 

Bildquelle: Ellerhold

 

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