201701-digitalwert-e-commerce-trends-2017-titel.JPG

Von Robotern beraten! Ein paar Trends für 2017

Dresden 18.01.2017
Die Jahresvorschau für 2017 ist im Hause digitalwert schon durch. Zumindest, wenn es darum geht, welche Trends im Bereich E-Commerce in diesem Jahr auf der Matte stehen.

Die E-Commerce-Trends setzen sich für digitalwert im Jahr 2017 aus einigen alten Bekannten und vielen neuen Sachen zusammen. Die beiden Geschäftsführer Christian Scheibe und Daniel Dietze verraten im Gespräch, was ihrer Meinung nach Neues in diesem Jahr kommt und welche Sau nochmal durchs Netz getrieben werden muss.

 

1. Mobile-Optimierung

Ja, immer noch, wie man sagen muss. Viele Anbieter wissen es schon lange: responsive Websites und Online-Shops sind in Zeiten von Smartphones und Tablets unerlässlich. Aber auch 2017 bleibt und wächst der Nachholbedarf überall. Christian Scheibe erklärt:

“Das Thema ist noch lange nicht vom Tisch, denn zu viele Unternehmen sind in diesem Bereich einfach noch gar nicht aufgestellt. Besonders aktuell wird die Problematik, weil Google Anfang des Jahres seinen Suchindex umgestellt hat. Das heißt konkret, dass in Zukunft die für mobile Endgeräte erzeugten Suchergebnisse primär angezeigt werden und die bisherigen Desktop-Ergebnisse in die zweite Reihe rutschen. Daher herrscht für Unternehmen großer Nachholbedarf, wenn die Produkte und Informationen weiterhin gefunden werden sollen.”

Eine wichtige Rolle bilden, nach Aussage von Daniel Dietze, in diesem Zusammenhang auch die Ladezeiten von responsiven Websites:

“Alles, was länger als 3 Sekunden zum Laden braucht, wird mobil nicht effektiv wahrgenommen beziehungsweise lädt nicht zum Verweilen auf der Seite ein. Der Trend wird also dahin gehen, Ladezeiten von Websites und Online-Shops noch stärker zu minimieren, um das Nutzererlebnis zu verbessern. Denn wer warten muss, geht einfach zu Amazon und kauft dort. Google gibt hier sogar einen Wert von 1,5 Sekunden als Schwelle zwischen “gut” und “schlecht” vor.”

 

2. Spracherkennung für Assistenzsysteme

Hierfür prognostiziert digitalwert für 2017, dass sich mehr und mehr das Internet of Things (IoT), Alexa von Amazon, Smart Watch oder Google Home verbreiten werden. Die Gemeinsamkeit dieser Systeme: sie reagieren alle auf Sprache. Daniel Dietze von digitalwert:

“Für E-Commerce-Anbieter bedeutet das, Produktdaten künftig noch stärker so aufzubereiten und anzubieten, dass Spracherkennungssysteme diese Daten verwenden können. Wer das nicht macht, wird Marktanteile verlieren. Unser Fazit lautet daher: das Einkaufen am Bildschirm wird abnehmen, während sprachunterstütztes Einkaufen zunimmt.”

 

3. Krypto-Währungen als Zahlungsmethode

Wir haben bereits mit digitalwert über Wesen und Arten von Krypto-Währungen gesprochen. Kein Wunder, dass Bitcoins daher auch bei den Trends für 2017 eine Rolle spielen. Daniel Dietze über das Thema virtuelle Währungen:

“Wir sind davon überzeugt, dass auch dieses Jahr eines sein wird, in dem sich Krypto-Währungen zunehmender Beliebtheit erfreuen. Allen voran Bitcoin. Die Entwicklung zeigt, dass Unternehmen Krypto-Währungen als alternative Zahlungsmethoden einbinden sollten.”

 

4. Chatbots - von Robotern beraten

Nach Aussage von digitalwert wird online-geführte Beratung in Zukunft zunehmend von Chatbots unterstützt beziehungsweise durch diese ersetzt. Chatbots sind textbasierte Kommunikationssysteme, die in natürlicher Sprache reagieren und auf Datenbänke zugreifen können. Telefon-Berater können durch sie unterstützt werden. Möglich ist auch eine komplett geführte Chatbot-Beratung in Textform. Christian Scheibe hierzu:

“Das Angebot an Diensten, die man durch Chatbots abdecken kann, wird stetig größer. Jedes Unternehmen muss natürlich selbst entscheiden, ob so ein System für die eigene Arbeit sinnvoll ist. Wer auch in Zukunft ausschließlich Wert auf persönliche und durch Menschen geführte Beratung Wert legt, wird sicher keine Chatbots nutzen. Für alle anderen Firmen kann diese Technologie jedoch eine gute Ergänzung sein, um hohem Anfrageaufkommen gerecht zu werden.”

 

5. Side-Wide SSL-Verschlüsselung

Hier kommt eine weitere Neuerung von Google zum Tragen, die seit diesem Jahr angewendet wird. Es geht darum, dass jede Website, die ein Formular verwendet, komplett SSL-verschlüsselt sein muss. Andernfalls wird die jeweilige Website als nicht vertrauenswürdig eingestuft. Daniel Dietze zur Bedeutung dieser Neuerung:

“Der Google Chrome Browser ist mittlerweile der am weitesten verbreitete Browser und  ab Januar 2017 wird er Webseiten als unsicher darstellen, wenn man Passwörter, Kreditkartendaten oder andere sensible Informationen unverschlüsselt ohne SSL-Zertifikat übertragen will. Das Senden der Informationen funktioniert dann zwar noch, aber das eigene Image kann leiden, wenn dem Seitenbesucher die Information: "Die Verbindung zu dieser Website ist nicht sicher" angezeigt wird. Jeder sollte sich daher in den kommenden Monaten ein SSL-Zertifikat für seine Website zulegen. Punkt.”

 

6. Data-Analytics - Data-Prediction - Kunden-Analyse

Hier geht es um Kundenbeziehungsmanagement (CRM) und Big Data. Christian Scheibe hierzu:

“Ich weiß, diese Sau wurde schon oft durchs Dorf getrieben, aber es ist wie mit der schon erwähnten Responsivität: viele Kunden befinden sich da einfach noch im Tiefschlaf, wenn es um eine optimale Ausnutzung der gesammelten Kundendaten geht. Da wird einfach zu wenig gemacht, um Kundendaten effektiv ins Marketing einzubinden, um ganz gezielt immer die richtigen Kunden zu erreichen. Unser Tipp daher: Daten nicht nur sammeln, sondern auch anwenden.”

 

7. Personalisierung – Immer noch Trend!?

Bei diesem Thema geht es digitalwert darum, darauf aufmerksam zu machen, dass man nicht nur Content personalisieren kann - also wie es bei Facebook-Kampagnen und Zielgruppenansprache geschieht. Ebenso interessant und zukunftsweisend sieht die Agentur die Personalisierung von Dienstleistungen und Produkten. Christian Scheibe dazu:

“Die digitale Abbildung von Prozessen erlaubt es Unternehmen, nicht nur in die Größe zu skalieren, sondern auch individueller zu werden. Nike und Adidas können Dir individuelle Schuhe produzieren oder Coca-Cola kann Deinen Namen auf eine Cola-Flasche drucken und diese direkt zu Dir nach Hause liefern. Schlussendlich geht es auch hier darum, Kundendaten besser und individueller zu nutzen. Vorreiter ist und bleibt Facebook. Die wissen letztlich mehr über ihre User, als die User über sich.”

Daniel Dietze holt noch weiter aus und bringt das Thema Preisgestaltung mit hinein:

“Auch bei der Preisgestaltung wird es zunehmen, dass Preise individuell bis auf den Nutzer angepasst werden. Je nachdem welche und wie viel Daten ein Unternehmen vom jeweiligen User besitzt und diese auf die Preisgestaltung anwendet. Flugpreise fallen jetzt schon auf mobilen Endgeräten höher aus als am Desktop Rechner. Einfach deshalb, weil das System davon ausgeht, dass Personen, die auf dem iPhone Flüge suchen auch mehr Geld ausgeben können und wollen als diejenigen, die das am heimischen PC oder schnell in der Mittagspause machen.”

 

8. Same hour delivery

Christian Scheibe erklärt, was es mit same-hour-delivery und Zustellmethoden im Jahr 2017 auf sich haben könnte:

“Neue Logistikkonzepte sind nichts Überraschendes, aber was wir kommen sehen, sind mehr Konzepte im Bereich Logistik der letzten Meile (Last-Mile-Logistics). Kurz gesagt, geht es dort um ökonomische Zustellkonzepte, um dem Anstieg von Bestellungen am heimischen PC oder von unterwegs Herr zu werden. Wir bemerken zunehmend wie in Dresden Kurierkonzepte und Mitbringdienste entstehen. Andere Zustelllösungen wie durch Drohnen sehen wir in 2017 aber noch nicht kommen. Aber auch daran wird eifrig gearbeitet. Generell gilt: Lieferzeiten werden kürzer. Es geht nicht mehr um same-day-delivery, sondern eher um same-hour-delivery. Und darüber hinaus geht der Trend zur Zusammenlegung. Also wie wenn Lieferando Dir noch die Medikamente aus der Apotheke und die Wäsche aus der Reinigung mitbringt.”

 

9. Brands First – Marken machen es den Händlern schwer

Hier geht es um einen Trend, der nach Aussage der Agentur, auch in 2017 weiter zunehmen wird. Im Kern geht es darum, dass Marken mehr und mehr unabhängiger von Online-Plattformen als Vertriebskanal agieren wollen. Jedoch auf Kosten des Services. Daniel Dietze erklärt, was genau passiert:

“Marken drängen immer mehr direkt an den Endkunden heran. Sie eröffnen ihre eigenen Online-Stores oder verbieten Händlern, ihre Produkte bei Amazon zu listen. Das Ziel: der Direktabsatz ohne Zwischenhändler. Zum Leidwesen von Händlern und Vertriebsplattformen, wie man sagen muss. Das ist natürlich durch Digitalisierung problemlos möglich, allerdings sehen wir ohne Zwischenhändler das Problem schwindender Beratungs- und Servicekompetenz. Jemand, der gute Produkte produziert, ist nicht unbedingt ein geborener Onlinehändler. Marken sollten daher einfach ein wenig mehr Demut an den Tag legen und nicht zu blind auf die Digitalisierung setzen ohne sich darüber im klaren zu sein, dass dies genau so viel Kraft und Anstrengungen erfordert wie die Pflege und Weiterentwicklung der eigenen Produkte.”

 

10. Internet of Things - neue Wege fürs Shopping

Barbies, die im WLAN eingeloggt sind und das Kinderzimmer bespaßen. Kaffeemaschinen, die den Lieblingskaffee selber bestellen. Das Internet of Things, kurz IoT, beschreibt eine Welt, in der es vor intelligenten Geräten und Vernetzung wimmelt. Gruselig oder einladend? Christian Scheibe schildert seine Sicht der Dinge:

“Das Internet der Dinge erschafft unheimlich viele neue Kundenansprachen, Vertriebsmöglichkeiten und Absatzwege durch Vernetzung und intelligente Endgeräte. Hersteller und Händler müssen also beim E-Commerce sehr genau hinsehen, was da in Zukunft passiert. Beispiel Kaffeemaschine: wenn die in Zukunft anzeigt, dass der Kaffee alle ist und optional gleich die Lieblingssorte neu bestellen kann und Kaffeehersteller xy dann nicht im Pool der lieferbaren Sorten ist, ist man raus. Dann findet man in diesem Markt nicht mehr statt. Genau aus diesem Grund bringt Melitta auch eigene Vollautomaten raus, um neue Wege zum Endkunden zu finden. Genau darum geht es beim IoT. Darum geht es letztlich bei allen Aspekten im Bereich E-Commerce. In 2017. Und natürlich auch darüber hinaus.”

digitalwert steht in diesem Zusammenhang beratend und lösend bei allen aufgezeigten Trends und Entwicklungen zur Seite. Wenn Marken, Unternehmen oder Agenturen also Fragen zu den angesprochenen Themen haben, können sie sich gern an Christian Scheibe und Daniel Dietze wenden. Per Mail, am Telefon oder vor Ort. Ganz gleich, ob mit und ohne Chatbot.

Kommentare

Weitere Artikel von digitalwert

Wie man in Zukunft bei Golden Gates Edelmetalle via App managed
DAS Environmental Expert - Globalisierung made in Dresden
Wahre Spielfreude nach Relaunch bei Gaming Guru
Neues Touristik Online-Buchungssystem für Jugendreise-Portal