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Wann bringt Homeoffice eigentlich etwas?

Dresden 22.03.2018
Die Macher von NEUARBEITEN erklären, weshalb die Arbeit von zu Hause hierzulande immer noch ein Nischenthema ist und wie sie Arbeitnehmern und -gebern dennoch nutzen kann.

Dass das heimische Büro in Deutschland bisher eher in der Theorie als in der Praxis existiert, ist auch dem Team hinter NEUARBEITEN klar. Nur 12 Prozent arbeiten hierzulande tatsächlich oder zumindest gelegentlich im Homeoffice. Dabei führen knapp 40 Prozent der Arbeitnehmer eine Beschäftigung aus, der sie auch problemlos von zu Hause aus nachgehen könnten. Als Ursache werden oft die Arbeitgeber genannt, die Angst vor Kontrollverlust hätten und zu wenig Vertrauen in ihre Mitarbeiter setzten.

Vorreiter USA: Rückkehr in die Büros? 

Hierzulande hat es sich noch nicht einmal richtig durchgesetzt, da wenden sich Unternehmen im Homeoffice-Vorreiterland USA bereits wieder davon ab. Prominentes Beispiel: das IT- und Beratungsunternehmen IBM. Die komplette Marketingabteilung mit über 2.000 Mitarbeitern wurde hier in die Büros zurückbeordert. Zur Begründung diente unter anderem eine Studie der Harvard University, nach der die direkte Kommunikation unter Kollegen mehr innovative Ideen hervorbringe.

Wie sieht Homeoffice nun genau aus?

Die Größenordnung dieses Rückrufs erklärt sich vor allem aus dem US-amerikanischen Ansatz. Der kennt fast nur ein „Entweder … oder“: Entweder die Arbeitnehmer sitzen alle gemeinsam in einem Büro oder man einigt sich einheitlich auf das Homeoffice. Im Fall der Heimarbeit spart das Unternehmen so die Kosten für einen zusätzlich bereit gehaltenen Arbeitsplatz.

Für Isabell Krenzer, Team Leader bei NEUARBEITEN, ist das aber der falsche Ansatz:

„Der Fokus sollte nicht auf der Kostenersparnis des Arbeitgebers liegen, sondern auf dem Wohlbefinden der Mitarbeiter. Sie sind schließlich das wertvollste Gut jedes Unternehmens. Homeoffice sollte in diesem Zusammenhang eher eine Option als eine Pflicht sein. Denn es verschafft Unternehmen die nötige zeitgemäße Flexibilität.“

Stichwort „neu arbeiten“: Die Möglichkeiten des Homeoffice sind längst nicht nur auf das Arbeiten in den eigenen vier Wänden beschränkt. Es besteht eher in einer Reihe von Alternativen zum Büro: Arbeiten im Zug, beim Kunden, im Park, im Café oder wo auch immer.

Mehr Flexibilität, Zufriedenheit und Produktivität

Homeoffice bietet Mitarbeitern vor allem eines: mehr Flexibilität. Diese führt fast unweigerlich zu einer höheren Zufriedenheit und macht gleichzeitig produktiver. Für Routinearbeiten kann das durch Nicholas Bloom von der Stanford Universität bestätigt werden. Seine Probanden gaben an, durch das Homeoffice im Schnitt 13 Prozent effektiver arbeiten zu können.

Eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit kann übrigens auch die Attraktivität eines Unternehmens nach außen verbessern: ein entscheidender Faktor in Zeiten, da Fachkräfte händeringend gesucht werden.

Die richtige Einstellung und Ausstattung

Arbeiten von zu Hause eröffnet den Mitarbeitern zwar mehr Freiraum, erfordert jedoch auch Flexibilität, Kontrollabgabe und Vertrauen vom Arbeitgeber. Bei Fragen zur Einhaltung der Arbeitszeit, der Erreichbarkeit, des Unfall- und Datenschutzes sowie zu Präsenzzeiten im Büro sollten daher klar definierte Regeln für einen stabilen Rahmen sorgen.

Um das Homeoffice ganz praktisch umsetzen zu können, braucht es, wie Isabell Krenzer weiß, auch eine geeignete technische Ausstattung und Infrastruktur:

„Ein ordentlicher Schreibtisch, ein Laptop, ein Headset und natürlich eine Internetverbindung sind die Grundausstattung. Noch viel wichtiger ist allerdings eine Arbeitsplattform, mit der Mitarbeiter von überallher und jederzeit auf notwendige Dokumente zugreifen und mit Kollegen kommunizieren können.“

Bei den Machern von NEUARBEITEN setzt man auf Office 365, mit Tools wie SharePoint, OneDrive und Skype for Business.

So haben alle was davon

Beim Thema Homeoffice gibt es kein Schwarz oder Weiß, kein Ganz-oder-gar-nicht. Entsprechend fällt auch das Fazit von Isabell Krenzer aus:

„Wirklich effektiv ist Homeoffice nur als Option, die bei Bedarf in Anspruch genommen werden kann. Wir haben mit dieser Methode gute Erfahrungen gemacht. Die Mitarbeiter sind flexibler und zufriedener, gleichzeitig bleibt aber auch die Identität und der innere Zusammenhalt des Unternehmens bestehen. So haben wir durch das Homeoffice für beide Seiten eine Win-win-Situation geschaffen.“

 

Bildquelle: StockSnap @ Pixabay

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