201802-cromatics-kami-installation-dresden-titel.jpg

Wie viel Wahrheit zeigen die Medien? Kunstaktion von Sven Sauer unterstützt durch CROMATICS

Dresden 16.02.2018
Ende Januar überraschte Dresden mit einer neuen Kunstaktion auf dem Neumarkt. Die in Nebel schwebenden Protestfiguren, auch KAMI genannt, stammten von dem Künstler Sven Sauer und dem Sound Artist Bony Stoev. Mit ihrer Installation wollten sie auf die von den Medien oft beeinflusste Sichtweise auf Protestkultur und Demonstrationen aufmerksam machen. Wer bestimmt heute, wer gut und wer böse ist? Die Aktion sollte zum Nachdenken sowie zu Diskussionen anregen. Organisiert und durchgeführt wurde sie von CROMATICS. Wir sprachen mit Andreas Schanzenbach über die Motivation hinter so einem Projekt.

Wie kam es dazu, dass CROMATICS dieses Kunstprojekt in Dresden mit veranstaltet hat?

CROMATICS hat seine Wurzeln in urbaner Kunst und Kultur. Durch unser eigenes Format paint-club.com, bei dem Künstler verschiedenster Disziplinen live vor Publikum in einen Illustrations-Wettkampf antreten, kommen wir mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammen. Als Sven Sauer uns vergangenes Jahr in Berlin angesprochen hat, ob wir im helfen KAMI nach Dresden zu holen, waren wir sofort dabei, wohlwissend, dass es keine leichte Aufgabe wird.

Wieso findet ihr so ein Projekt für die Stadt Dresden so wichtig?

Dresden nimmt als unsere Heimatstadt natürlich eine besondere Rolle in unserem Wollen ein. Wenn man hier aufwächst, merkt man allerdings schnell, dass man progressive Impulse vor allem selbst setzen muss. Die Botschaft von KAMI ist im lokalen, aber auch globalen Kontext wichtig. Und wie wir aus dem letzten Jahr wissen, können die Dresdner einiges lernen, wenn es um den Umgang mit politisch motivierter Kunst geht. Mit Offenheit rangehen und dies immer als Möglichkeit zum Dialog zu sehen, statt mit Hass und Hetze zu reagieren, können wir hier gar nicht oft genug gemeinsam „üben“.

Wie kam die Aktion denn letztlich an?

Also in unseren Augen war es sehr erfolgreich. Die Dresdner, ihre Gäste, aber auch die Medien waren überwiegend neugierig und entspannt.

Was waren die größten Herausforderungen?

Es gab mehrere Herausforderungen. Neben der Finanzierung einer solchen nicht-kommerziellen Aktion, galt es einen Standort zu finden, der möglichst einer breiten Öffentlichkeit barrierefrei zugänglich ist. Als uns die Stadt nach mehreren Absagen den Neumarkt anbot, waren wir überrascht und happy. Als nächstes war es gar nicht so leicht Gewerke für das Projekt zu gewinnen. Nachdem die Monument-Aktion mit den Linienbussen aus Aleppo in der öffentlichen Meinung eskaliert war und sogar Drohungen ausgesprochen wurden, wollte keiner so richtig erneut an so etwas ran. Wir haben dann aber großartige Menschen für das Projekt begeistern können und so waren vom Künstler über das Filmteam bis hin zum Kranfahrer alle hochmotiviert. Diese Installation war letztlich für uns ein neuer Prototyp, etwas was wir noch nie gemacht haben. Genau das ist es, was wir bei CROMATICS lieben. Unsere Projektleiterin Katha hat trotz ihrer langjährigen Erfahrung mit dem Semperopernball und dem Internationalen Kinderchor-Festival wieder einiges mitnehmen können und genau dieses Wissen fließt nun in die Organisation zurück. Sprich, mit all seinen Herausforderungen war es genau unser Ding, in jeder Hinsicht.

 

Bilder Credits: Carsten Beier

Kommentare

Weitere Artikel von CROMATICS

Feministische Markenbildung? Echt jetzt?
Feuer frei für die PAINT CLUB BATTLE LEAGUE
City-Take-Over für H&M - mit Ace Tee und The Saxonz in Hamburg
Milka-Waves-Rutschengaudi in Berlin