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50:50-Verhältnis zwischen klassischen und individuellen Arbeitszeitmodellen

Berlin 06.10.2016
Werbeagenturen leben von den Ideen und dem Können ihrer Mitarbeiter. Gute Mitarbeiter zu gewinnen ist jedoch gerade für kleine und mittelgroße Agenturen nicht immer einfach. Wie man sich als Arbeitgeber interessant macht, verraten uns Frederik Hofmann und Volker Jensen von MOTOR Kommunikation.

In Zeiten des War of Talents nimmt das Recruiting von Mitarbeitern einen wichtigen Stellenwert im Agenturalltag ein. Die Agenturen buhlen um die besten Talente und müssen ihre Werte als Arbeitgeber überdenken. Die Berliner Werbeagentur MOTOR macht sich mit individuellen Arbeitszeitmodellen für Bewerber interessant. Was genau sich Frederik Hofmann und Volker Jensen darunter vorstellen, verrieten sie uns im persönlichen Gespräch.

Sputnika: Bei der Jobsuche spielt bei immer mehr Arbeitnehmern – neben dem Gehalt – der Aspekt der Work-Life-Balance eine größere Bedeutung. Flexible Arbeitszeiten ist das Stichwort. Wie positioniert sich MOTOR zu diesem Thema?

Volker Jensen (VJ): Wir sind da generell für alle Modelle, Ideen, Wünsche und Lebensentwürfe offen. Der Job steht bei jungen Talenten nicht mehr bedingungslos auf Platz 1. Und ganz ehrlich, das finden wir auch ganz richtig so. Damit geht einher, dass wir gute Leute auch deshalb für MOTOR begeistern, weil wir ihnen gute Bedingungen bieten.

Frederik Hofmann (FH): Und das ist, was wir brauchen: gute Leute. Da werfen wir ein faires Gehalt und eine gute Arbeitsatmosphäre in den Ring sowie die Möglichkeit, Privatleben und Job miteinander und nicht gegeneinander laufen zu lassen. Tatsächlich stellen wir fest, dass MOTOR da einen echten Mehrwert im Vergleich zu vielen anderen Agenturen bietet.

VJ: Wir ändern das natürlich sofort, sobald wir den internationalen Groß-Etat gewonnen haben. Dann mutieren wir zur Diktatoren und Egomanen – aber bis dahin gilt es zuzuhören und Lösungen zu finden. [lacht]

Sputnika: Wie sieht das konkret aus?

FH: Wir sind flexibel genug, individuellen Bedürfnissen durch maßgeschneiderte Arbeitsmodelle gerecht zu werden – und wir machen das seit jeher. Wir haben und hatten Mitarbeiter, für die eine 4-Tage-Woche genau das Richtige war: Sie geben vier Tage Gas und nutzen einen Tag für sich selbst, fürs Hobby, zum Durchatmen oder für die Familie. Auch weniger Wochenstunden bieten wir an, was vor allem junge Eltern, die beide arbeiten und sich die Erziehung teilen, gerne in Anspruch genommen wird. Das bedeutet Teamwork auf privater und beruflicher Ebene, das kenne ich aus eigener Erfahrung.

VJ: Wir haben bei uns fast ein 50:50-Verhältnis zwischen klassischen und individuellen Arbeitszeitmodellen. Jan, unser Partner bei MOTOR Digital, ist zum Beispiel nur einen Tag die Woche in unserem Büro bzw. mit uns bei Kunden unterwegs.

© Agentur MOTOR Kommunikation

Sputnika: Welche Vor- und Nachteile gibt es auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite?

FH: Klar, das alles erfordert mehr Orga-Aufwand. Aber gerade das Beispiel Jan zeigt, dass es funktioniert. Wir haben regelmäßige Status-Calls, selten länger als 30 Minuten, stehen also im steten Kontakt, ohne aufeinander zu hocken. Ist manchmal sicher effizienter als Meetings, die erstmal mit einer guten Tasse Kaffee beginnen.

VJ: Da ist tatsächlich viel Eigeninitiative von seiten des Teams gefragt – aber genau dieser Orgaaufwand sorgt auch für eine konsequente Feedback-Struktur und eine saubere, weil notwendige, Kapazitäts- und Zeitplanung. Denke, da sind wir nicht schlecht.

FH: Sehr stolz sind wir auch darauf, dass Mitarbeiter recht lange bei uns sind, sowie auf Erfolgsgeschichten wie „als Prakti gestartet, dann die Uni fertig gemacht, danach ein paar Jahre bei MOTOR gerockt und dann zu den ganz Großen gewechselt.“ Das hatten wir schon ein paar Mal.

Sputnika: Bringt die Flexibilität Nachteile für eure Kunden?

FH: Wir besprechen die Strukturen mit unseren Kunden.

VJ: Und wir füllen Lücken durch eine gute Orga, durch Schnelligkeit – und Frederik und mich.

FH: Ja, wir sind eigentlich immer erreichbar.

VJ: Frag doch einfach mal unsere Kunden.

Tatsächlich nahm Sputnika Kontakt mit Ines Ritter auf, Centermanager von KaufPark Eiche, um sie zur Zusammenarbeit mit MOTOR zu befragen. Auf die Frage, ob sie die flexiblen Arbeitszeiten bei MOTOR als gewöhnungsbedürftig oder gar störend empfinde, antwortete sie: "Ich habe noch nie das Gefühl gehabt, dass meine Anfragen ins Leere laufen. E-Mails werden binnen Minuten beantwortet und Anrufe während der Geschäftszeit immer angenommen und weitergeleitet. Auf eine Reaktion muss ich nie lange warten. Die Zuarbeiten sind termingerecht und immer mal ist es ein bisschen mehr als erwartet."

Sputnika: Eine Öffnung der Regeln bezüglich Arbeitszeit und Arbeitsort erfordert viel Vertrauen sowie ein engagiertes, diszipliniertes Team, das auf ein gemeinsames Ziel eingeschworen ist. Wie lautet hier das Erfolgsrezept von MOTOR?

FH: Klare Ansagen. Stetes Optimieren durch uns und das Team.

VJ: Und wir haben das Glück, dass unser Team offensiv Unklarheiten angeht bzw. anspricht. Das wollen wir auch so.


© Agentur MOTOR Kommunikation

Sputnika: Ist der Ansatz „Arbeit UND Freizeit“ im Agenturalltag auf Dauer aufrecht zu erhalten?

FH: Total. Natürlich nicht immer zu 100 Prozent, aber nahe dran.

VJ: Sollen wir jetzt noch ganz ehrlich sein?

FH: Doch nicht vor der Presse!

VJ: Diesen Samstag ist MOTOR voll besetzt – nächste Woche ist Pitch-Präsentation.

FH: Petze.

VJ: Das Wetter wird ja ohnehin nicht so gut…

Vielen Dank für das Interview.

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