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Die Branche ist ein Personengeschäft

Berlin 05.10.2016
Eine Agentur, die Probleme löst? Klingt irgendwie sympathisch. Sputnika traf Nina und Michael Preuss, um mit ihnen über ihre Agentur PREUSS UND PREUSS sowie aktuelle Projekte zu sprechen.

In der Friedelstraße, unweit vom Maybachufer entfernt – dem wohl schönsten Fleckchen Berlin Neuköllns –, ist die Agentur PREUSS UND PREUSS beheimatet. 2010 von Nina und Michael Preuss gegründet, arbeitet die Agentur heute mit einer Stammmannschaft von 15 festen Mitarbeitern für viele große Marken, Institutionen, aber auch kleinere Kunden. Im Gespräch mit den Gründern konnten wir mehr über PREUSS UND PREUSS erfahren.

Michael Preuss (l.) und Nina Preuss (r.), Geschäftsführer PREUSS UND PREUSS

Sputnika: PREUSS UND PREUSS – die Agentur für Problemlösungen. Mit welchen Problemen kommen Kunden zu euch und welche Probleme könnt ihr lösen?

Nina Preuss (NP): Wir lösen in erster Linie kommunikative Probleme. Dazu gehören natürlich Kampagnen, aber auch sehr strategische Projekte. Auf Kundenseite sind die Vorstellungen darüber, was sie benötigen, oft schon sehr konkret: Plakate, eine Social-Media-Kampagne oder „was Virales“. Doch das sind nicht immer die richtigen Lösungen, um zu erreichen, dass plötzlich alle ein bestimmtes Produkt kaufen oder anders über eine Marke oder Institution denken. Da muss man schon eine Ebene tiefer einsteigen.

Michael Preuss (MP): So kommt es oft vor, dass in der Zusammenarbeit mit uns das Ergebnis, das wir mit unseren Kunden in enger Abstimmung entwickeln, keine klassische Kampagne ist, sondern zum Beispiel ein neuer Name, ein Kundenprogramm, ein Webspecial oder ein Verkaufstool für den Vertrieb.

Sputnika: In einer Veröffentlichung über euch heißt es, dass die Unternehmen, die ihr betreut, zur Agentur passen sollen. Was bedeutet das? Wie ist PREUSS UND PREUSS?

MP: Die Branche ist ein Personengeschäft. Menschen müssen Lust aufeinander haben. Es gab schon Anfragen, da fanden wir die Marke sehr spannend, aber im Meeting hat es menschlich einfach nicht gepasst. In solchen Fällen sagen wir den Job ab. Daher ist für uns ein persönliches Gespräch unerlässlich, bevor man ein Projekt startet.

NP: Das heißt nicht, dass wir harmoniesüchtig sind und überall Duftkerzen aufstellen, sondern dass wir das Gefühl haben müssen, dass man sich gerne zusammen auf eine Reise begibt, bei der unter Umständen nicht immer die Sonne scheint. Sonnencreme haben wir trotzdem immer dabei.

Sputnika: Euer Standort liegt in Neukölln. Das ist ungewöhnlich, liegen viele der namhaften Agenturen doch in Mitte. Wieso also Neukölln?

MP: Berlin Mitte ist doch durch. Deshalb haben wir uns vor ein paar Jahren bewusst für Neukölln entschieden. Das finden sowohl Mitarbeiter super als auch Kunden, die sich durch unser Büro und die Lage „inspiriert“ und am Puls der Zeit fühlen.

© Agentur PREUSS UND PREUSS

Sputnika: Jung von Matt, Heimat, Meire+Meire, Scholz & Friends … das sind nur einige Agenturen, für die ihr in der Vergangenheit gearbeitet habt. Woher kam der Wunsch, eine eigene Agentur zu gründen?

MP: Nach etwa 15 Jahren in Top-Agenturen waren wir einfach reif für die Selbstständigkeit. Wir wollten auch nicht aufs Geschäftsführerrondell, auf dem sich viele alte Kollegen bewegen, und alle zwei Jahre auf einem neuen Stuhl sitzen, an dem schon gesägt wird.

NP: Wir wollten einfach selbstbestimmt arbeiten. Mit einem schlanken Team und ohne Bürokratieblase. An Projekten, die wir spannend finden und an denen wir solange arbeiten, bis das Ergebnis wirklich gut ist. Und das kann manchmal länger dauern, als ein Controller in einer großen Agentur gutheißen würde.

Sputnika: Letztes Jahr habt ihr fünfjähriges Jubiläum gefeiert. Was waren die wichtigsten Meilensteine und eure persönlichen Herzensprojekte?

MP: Das war ein schönes Fest, das wir auch dazu genutzt haben, unsere Arbeiten in Form einer interaktiven Werkschau zu zeigen. Insgesamt konnten so alle Besucher ein Spektrum unseres Schaffens erleben.

NP: Zu unseren persönlichen Highlights gehört natürlich unsere erste Arbeit überhaupt, die Imagekampagne „Die Meister sind hier “ für das Museum der Bildenden Künste Leipzig.

Film zur Kampagne "Die Meister sind hier"

MP: Dazu natürlich einige der ausgezeichneten Kampagnen für den Kölner Zoo und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Spot „Kölschglas“ für den Kölner Zoo

NP: Nennenswert ist auch unser Anteil an Deutschlands größtem Familienprogramm „dm glückskind“, das Branding und den Aufbau der B2B-Kommunikation für die XING AG in D-A-CH und die erste große Kampagne von ALDI SÜD, die 2015 viel besprochen wurde und deren Strategie und Claim „Einfach ist mehr“ heute weiterlebt – in der ersten deutschlandweiten TV-Kampagne des Discounters.

© Agentur PREUSS UND PREUSS

 

Sputnika: Zum Schluss ein Blick in die Zukunft: Wo steht PREUSS UND PREUSS in fünf Jahren?

NP: Wir wollen zu den besten gehören, aber nicht zu größten Agenturen. Wir möchten ein moderner Partner und Arbeitgeber sein. Und wir wollen weiterhin viel Spaß bei der Arbeit haben. Und ja, wir machen dann auch ganz viel Content.

Vielen Dank für das Interview.

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