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Marketingentscheider im Gespräch - Walter Vogel vom Deutschen Skiverband: "Die digitale Welt eröffnet Technologie getrieben immer neue Galaxien"

Dresden 05.09.2017
Heute ist unser Interviewpartner zum Marketing in der Praxis Herr Walter Vogel, seines Zeichens Geschäftsführer der DSV Marketing GmbH. Er gibt uns einen kleinen Einblick in das Marketing in der Welt des Skisports!

Können Sie uns die Ziele des Marketings des DSV beschreiben – oder anders: Warum macht der DSV Marketing?

Unsere Aktivitäten zielen darauf ab, die Faszination des Skisports im Freizeit-  und Leistungssport einer möglichst breiten Zielgruppe zugänglich zu machen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Vermarktung der Nationalmannschaften mit dem Ziel, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Weltklasseleistungen in den sechs olympischen Sportarten (Alpin, Biathlon, Langlauf, Skisprung, Nordische Kombination und Skicross & Freeski) zu schaffen. Dazu ist eine intensive multimediale Berichterstattung erforderlich, die wir aus dem „Haus des Ski“ steuern. Dies betrifft insbesondere unsere digitale Plattformen, aber auch DSV-eigene TV-Produktionen vieler Weltcup-Events in Deutschland.

Welche Marketingmaßnahmen über welche Kanäle waren bisher für oben genannten Punkte die erfolgreichsten?

Trotz der rasanten Entwicklung im digitalen Bereich ist eine breite TV-Präsenz mit hoher Reichweite nach wie vor unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermarktung. Mit den langen Wintersporttagen haben ARD und ZDF ein Format entwickelt, das unsere Sportarten hochwertig und flächendeckend präsentiert. Als verantwortlicher Dachverband liefern wir mit sympathischen und überaus erfolgreichen Sportlerinnen und Sportlern die Protagonisten für quotenstarke Sendungen. Sponsoring und Event-Vermarktung komplettieren die drei Vermarktungssäulen. Mit skideutschland.de und den dazugehörigen Plattformen im Social-Media-Bereich (DSV nordisch, DSV Biathlon, DSV Alpin und DSV 360) haben wir im vergangenen Winter unsere digitale Wirkung vervielfacht. Die Vermarktung digitaler Pakete steht bei unseren Partnern bereits hoch im Kurs.

Die digitale Plattformen nutzen wir auch, um unsere Sportarten sowie unsere Sportlerinnen und Sportler über die Fernsehpräsenz hinaus attraktiv und ganzjährig den Fans zu präsentieren.

Zu große Vermarktung im Sport wird durchaus auch kritisch gesehen, beispielsweise wenn der Sport Gefahr läuft, in den Hintergrund zu rutschen. Wo sehen Sie da Gefahren oder Grenzen für das Marketing?

Der Skisport hat in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen, dass es möglich ist, einzelne Wettkampfformate oder Rahmenbedingungen so anzupassen und attraktiv für TV-Zuschauer und Besucher zu gestalten, ohne, dass der Kommerz dabei die Oberhand gewinnt. Ich denke da u.a. an spannende Formate wie alpine Parallel- und Teamevents oder Massenstart- und Verfolgungsrennen in den nordischen Disziplinen. Die Werbeflächen sind durch internationale Reglements definiert und begrenzt. Deshalb wird man dabei auch in Zukunft ein Auge darauf haben. Allerdings muss man auch offen für neue Entwicklungen etwa im digitalen Sektor bleiben, wie beispielsweise virtuelle Sponsoren-Einbindungen, um keine Trends zu verschlafen.

Marketing sollte unserer Meinung nach zu einem großen Teil messbar sein. Woran machen Sie den Erfolg für Ihr Marketing fest und wie messen Sie das?

Für den Deutschen Skiverband ist eine Steigerung der Vermarktungserlöse entscheidend für die Sicherung der Erfolge im Sport. Für unsere Partner sind adäquate Gegenleistungen von Bedeutung. Da können wir nicht nur mit hervorragenden Werbeäquivalenzwerten punkten, sondern auch mit Hospitality- und Incentive-Maßnahmen mit Nähe zum Sport und unseren Sportlern. 

Welche Probleme und Herausforderungen bestehen aktuell in Ihrem Marketing oder in der Kommunikation? Wie gehen Sie diese an?

Die digitale Welt eröffnet Technologie getrieben immer neue Galaxien. Da heißt es, die Sinne zu schärfen, welche Raumschiffe für den DSV relevant sind und welche nicht. Gleichzeitig beobachten wir schon seit einigen Jahren, dass der Betreuungsbedarf bei unseren Partnern immer höher und intensiver wird. Gefragt sind individuelle und maßgeschneiderte Lösungen. Entsprechend stellen wir als Sponsoring-Anbieter mittlerweile auch crossmediale Agenturleistungen zur Verfügung.

Wie verläuft die Zusammenarbeit mit Agenturen – über längerfristige Verträge oder projektbasiert?

Wir halten es mit Agenturen, die vorwiegend Vermarktungsagenturen sind, wie mit unseren Sponsoring-Partnern. Heißt: Wir setzen in beiden Fällen auf eine längerfristige und vertrauensvolle Zusammenarbeit, weil nur so die beiderseitigen Ziele erreichbar sind. Projektbezogene Aufträge vergeben wir nur vereinzelt bei Spezialthemen. 

Gibt es für die Zusammenarbeit mit einem Verband bzw. Sportverband bestimmte Anforderungen, die Sie an Agenturen oder Dienstleister stellen?

Das lässt sich mit vier Schlagwörtern beantworten: Kompetenz, inhaltliche Identifikation, Loyalität und selbstverständlich: Erfolg.

Wie viele Mitarbeiter arbeiten in Ihrer Marketingabteilung bzw. im Marketing des gesamten Verbandes?

Derzeit sind in der DSV Marketing GmbH 15 Mitarbeiter festangestellt. Es gibt 2 Geschäftsführer (Sponsoring und Kommunikation), sechs Mitarbeiter im Bereich Sponsoring, Skipool & Hospitality, zwei für Events und TV-Produktion sowie fünf Mitstreiter für Pressestelle, PR & Medien. Darüber hinaus beauftragen wir  einen festen Stamm von Freelancern für unsere diversen TV- und Content-Produktionen.

 

Vielen Dank für das Interview Herr Vogel!


 

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