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3m5. über Recruiting: Der Lebenslauf ist nicht entscheidend

Dresden 20.12.2016
Bei Bewerbungsschreiben scheiden sich die Meinungen der Personalrecruiter. Für viele ist er von großer Bedeutung. Andere dagegen lesen ihn nicht mal bis zum Ende. Wer bei 3m5. arbeiten will, der muss nicht durch ein hübsches Foto oder einen tollen Lebenslauf überzeugen – er muss einen harten Test bestehen.

In wenigen Branchen wird so verzweifelt nach Nachwuchs gesucht wie in der IT-Branche. “Wir nehmen eigentlich jeden, der programmieren kann”, gesteht ein Personalmanager eines mittelgroßen IT-Unternehmens auf einer Jobmesse in München. Mit dieser verzweifelten Haltung steht er scheinbar nicht alleine: Nach Angaben des Branchenver­bands Bitkom können deutsche Unternehmen derzeit etwa 51 000 offene Stellen im IT-Bereich nicht besetzen.

Ein Trend, den die Dresdner Agentur 3m5. nicht mitmachen möchte.

“Wenn uns ein Be­werber fachlich interessiert, dann laden wir ihn erst einmal zu einem Test ein”

 verrät Recruiting-Managerin Sandra Hendrich und ergänzt, dass eini­ge Kandidaten bereits an dieser Stelle abspringen. Doch das nimmt 3m5. in Kauf. 

Geschäftsfüh­rer Michael Eckstein:

“Wir arbeiten für die Besten, also für Marken- und Markt­führer in vielen Branchen. Logisch, dass wir auch die Besten suchen.”

Das bedeutet, dass bei 3m5. nur ca. jeder 20. Bewerber eingestellt wird.

Der Bewerbungstest hat es in sich. Entwickelt haben ihn die 3m5.-Webentwickler selbst. Es gibt ihn für verschiedene Technologien wie Java, JavaScript, PHP oder TYPO3. Etwa zwei­einhalb Stunden hat er Zeit, um die Aufgaben zu lösen. Das kann er auch von seinem Rechner daheim erledi­gen, denn es geht nicht um Auswendiggelerntes, sondern um Programmie­rung.

“Mit dem Bewerbertest wollen wir herausfinden, wer mit seiner Arbeits­weise und seinem strukturellen Ansatz in unser Team passt”,

erläutert Andreas Wiedenfeld von 3m5., der einen der Tests entworfen hat.

“Dabei muss der Bewerber nicht unbedingt alles richtig machen, aber er muss die Grundlagen der Programmierung beherrschen.”

Sauberes, objektorientiertes Entwi­ckeln und Konzipieren sei die Grundla­ge für ein erfolgreiches Projekt bei 3m5. Wer etwas nicht weiß, darf beim Test übrigens das Internet konsultieren - so würde er es im Arbeitsalltag ja auch machen.

“Inspiration ist immer gut und niemand kann alles auswendig, aber man muss schon wissen, wo es steht, sonst braucht man da einfach zu lange und wird den Test nicht schaffen. Eins zu eins kopierter Code wird es da­bei aber schwer haben, weil er meist die gestellten Anforderungen nicht be­steht”

erklärt Wiedenfeld. Doch auch wer sich nicht als Softwareent­wickler bewirbt, wird zu einem Test gebeten.

»Diese Tests sind authentisch und ent­sprechen mit ihren Aufgaben dem spä­teren Tätigkeitsfeld der jeweiligen Stel­le«

begründet Personalmanagerin Hendrich die Vorgehensweise.

Zum fachlichen Test kommt ein Psychologie-Fragebogen, den jeder ausfüllen muss, der sich auf einen Job außerhalb der IT-Entwicklung bewirbt. Dieser Fragebogen wurde eigens für 3m5. von der Psychologie-Professorin Anja Stro­bel von der TU Chemnitz entwickelt:

“Die Fragen beziehen sich auf das Verhalten der Kandidaten in früheren, vergleichbaren Situationen. Es wird nach Begebenheiten gefragt, wie sie in der zukünftigen Tätigkeit mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten werden.” 

Ergänzt wird der Fragebogen durch praktische Aufgaben, die dem späteren Tätigkeits­feld entsprechen. Hier entsteht bereits ein sehr gutes Bild, ob der Bewerber zu 3m5. passt. 

Wer die fachlichen Tests mit einer ausreichenden Punktzahl schafft, beziehungsweise das Ergebnis des Psychologietests den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle entspricht, den lädt Sandra Hendrich zu einem Gespräch ein. Das Bewerbungsgespräch komplettiert das Bild. Die Grundlage da­für hat ebenfalls Psychologin Strobel erarbeitet. Das strukturierte Interview gehöre zu den aussagekräftigsten Verfahren in der Eignungsdiagnostik.

Neben der Persönlichkeit geht es hier vor allem darum, ob der Bewerber ins 3m5.-Team passt. Bei Positionen in Bereichen wie Vertrieb, Projektmanagement oder Marketing müssen die Bewerber zusätzlich eine Präsentation halten. Ausdrücklich nicht entscheidend sind Studienabschlüsse, Lücken im Lebenslauf oder die Frage, ob ein Bewerber Voll- oder Teilzeit arbeiten möchte.

Wer es in das Team von 3m5. schaft, der entwickelt Projekte für Kunden wie BMW, Ravensburger, L’Oréal oder Maggi. Eckstein:

“Solche Unternehmen entscheiden sich für Dienstleister, auf die sie sich verlassen können – ohne Wenn und Aber. So wählerisch diese Topfirmen bei ihrer Auswahl sind, so genau nehmen wir jede Entscheidung für einen neuen Mitarbeiter. Schließlich brauchen wir seine Ideen, seine Leiden­schaft und sein Fachwissen, um für un­sere Kunden immer besser werden zu können.”

Die sehr niedrige Mitarbeiterfluktuationsrate bei 3m5. gibt Eckstein bei dieser Form des Recruitings recht, denn nur sehr wenige Mitarbeiter haben in den vergange­nen Jahren gekündigt.


Bildquelle: 3m5., pixabay

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