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5 Jahre Software mit Augenmaß

Dresden 11.01.2018
Sputnika hat sich zum 5. Geburtstag mit der Gesellschaft für Technische Visualistik getroffen und wollte wissen, was sich genau hinter dem Namen verbirgt und wie das Start-up sich in den letzten Jahren aus der Uni heraus entwickelt hat. Neben einem Ausblick haben wir auch spannende Einblicke in Projekte erhalten, die sich allesamt rund um neueste Technologien und um die Digitalisierung drehen.

„Gesellschaft für Technische Visualistik“ – klingt kompliziert, was genau macht ihr?

Klingt kompliziert!? Ist eigentlich ganz einfach. Wir entwickeln individuelle Software mit Augenmaß! Der Fokus unserer Arbeit liegt auf der Konzeption und der Entwicklung interaktiver Applikationen. In enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden entstehen so Informationsvisualisierungen und innovative Softwaresysteme, die einzigartige Geschichten erzählen. Verlauf und Ausgang dieser Geschichten werden allein vom Anwender bestimmt. 

Wie kam es vor 5 Jahren zur Gründung – was hat Euch angetrieben?

Wir haben schon viele Jahre zusammen an der Professur für Mediengestaltung, der Fakultät Informatik (Technischen Universität Dresden) gearbeitet. Mehr und mehr entfaltete sich bei uns der Wunsch, innovative Konzepte und neuartige Technologien mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft in produktive Unternehmensanwendungen zu überführen.

Unsere Vision: Unternehmen bei den Herausforderungen der Digitalisierung zu begleiten und mit Ihnen gemeinsam Innovationen zu entwickeln. Kurz entschlossen gründeten Dr. Ingmar Franke, Dr. Martin Zavesky, Dr. Jan Wojdziak und Dr. Dietrich Kammer am 24. Oktober 2012 die Gesellschaft für Technische Visualistik. Heute blicken wir stolz auf die ersten fünf Jahre zurück. Wir haben viel Erfahrung gesammelt, sind auf 18 Mitarbeiter gewachsen und können auf einen repräsentativen Kundenstamm bauen.

Was waren wesentliche Meilensteine in Eurer Entwicklung?

Die erste Herausforderung, die es zu bewältigen galt, war die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für die Erfüllung unserer Träume. In der Würzburger Straße fanden wir eine Villa, die wir gemeinsam mit unserem Vermieter für unsere Zwecke maßschneiderten. Der Grundstein für ein kreatives Arbeitsumfeld war gelegt. Ein großer Erfolg für uns ist die langjährige und verstetigte Kundenbeziehung mit AUDI und BMW. Seit Beginn arbeiten wir in diversen Projekten mit diesen Partnern eng zusammen. Seit 2 Jahren entwickeln wir auch verstärkt im Bereich Augmented Reality und Virtual Reality interaktive Systeme und erweitern so unser Portfolio um einen innovativen Geschäftszweig.

Wer sind Eure Kunden und was macht ihr für sie?

Unsere Kunden sind Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen: Automobilindustrie, Gesundheitswesen und E-Commerce, sowie Kommunen als auch Museen. Wir begleiten unsere Kunden von der ersten Analyse ihrer Daten über die Konzeption bis hin zur Umsetzung sowie Pflege und Wartung. Nicht selten arbeiten wir in unseren Projekten mit Dresdner Marketingagenturen zusammen und unterstützen uns gegenseitig mit Fachkompetenz. 

 

Habt ihr vielleicht ein, zwei Beispielprojekte?

Seit April 2016 geben wir der Zukunftsvision für eine digitale Qualitätssicherung des Porsche Werkes Leipzig eine Gestalt. Informationen über Fahrzeugteile werden dabei mittels Augmented Reality schnell, präzise und direkt am Fahrzeug abgerufen und angezeigt. Der direkte Zugang zu den Daten trägt erheblich zur Qualitätssicherung beim Fahrzeugbau bei. Ein erster Demonstrator wurde im Mai 2016 dem Vorstand der Porsche AG präsentiert. Mit dem durchweg positiven Feedback entwickeln wir gemeinsam mit dem Qualitätszentrum die Vision weiter, um sie in die alltägliche Arbeit bei der Qualitätssicherung zu integrieren.  Seit November 2017 ist die Anwendung im Testeinsatz und wird 2018 in den produktiven Einsatz gebracht.

Melanie Pürschel fand im September 2016 in uns einen Partner, der sie bei der Realisierung eines neuartigen Werkzeuges unterstützt. Der „Team Mood Tracker“ ist ein Tool für die Erfassung von Stimmungen in Projektteams. Das Werkzeug ermöglicht es, ein individuelles Stimmungsbild jedes Projektmitglieds zu skizzieren, aus denen Rückschlüsse auf die Teamarbeit gezogen werden können. Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit Melanie Pürschel eine innovative Idee in eine neuartige interaktive Anwendung verwandelt haben. Seit Juni 2017 ist die Betaversion online und bei ausgewählten Testteams im Einsatz. Auch in diesem Projekt streben wir eine Release für 2018 an.

Welche Themen beschäftigen Euch sonst noch? Soviel wir wissen, seid ihr sehr uni- bzw. forschungsnah unterwegs.

In vielen Projekten bewegen wir uns tatsächlich im Gebiet der forschungsnahen Anwendungsentwicklung. Wir überführen dabei Innovationen und neuartige Technologien in den Produktiveinsatz und erzeugen dadurch einen Mehrwert im Unternehmen. Um diesen Anspruch zu untersetzen, arbeiten wir im Bereich Interface- und Interaktionsdesign eng mit der Technischen Universität Dresden zusammen. In der Kooperation entsteht ein Visualisierungswerkzeug, um komplexen, multidimensionalen Unternehmensdaten ein visuelles Erscheinungsbild zu geben. Außerdem forschen wir im Bereich formbare Displays, um Besuchern von Messen und Museen einen haptischen Zugang zu digitalen Informationen zu ermöglichen. Gemeinsam mit der Uniklinik Leipzig arbeiten wir ferner an neuartigen Sichtweisen auf Patientenakten, um Ärzten und Patienten eine schnelle Erfassung von behandlungsrelevanten Informationen zu bieten. 

Wo soll es hingehen mit der GTV, was habt ihr in den nächsten Monaten spannendes vor?

Wir freuen uns auf viele neue Herausforderungen. 2018 wollen wir die Schwerpunkte Informationsvisualisierung und Interfacedesign weiter ausbauen sowie im Bereich Augmented Reality neue Dimensionen aufdecken. Dafür wollen wir unser Team erweitern. Softwareentwickler, Projektmanager ebenso wie Gestalter mit viel Liebe fürs Detail sind bei uns herzlich willkommen. Eine Unterstützung bekommen wir ferner durch unsere Schwesterfirma in Magdeburg, die TVG – Technische Visualistik GmbH, die wir zu unserem 5-jährigem Jubiläum gegründet haben.

Wir danken für das Interview!


Bildquelle: GTV – Gesellschaft für Technische Visualisitk mbH, Baldauf & Baldauf

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