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„Die S-Bahn Dresden soll als innerstädtisches Verkehrsmittel wahrgenommen werden“

Dresden 24.04.2015
Kati Müller, Senior-Beraterin bei Ketchum Pleon, spricht im Interview über die Imagekampagne der S-Bahn Dresden, kontroverse Graffiti-Motive und die Freiheiten, die eine eigene Microsite bietet.

Frau Müller, wurde die Kampagne speziell für die Dresdner S-Bahn entwickelt oder wird sie auch in anderen Städten Deutschlands umgesetzt? 
Die Kampagne wurde für die S-Bahn Dresden entwickelt und ist auf sie zugeschnitten. Wenn ich mir die S-Bahnen in andern Städten anschaue, beispielsweise in Berlin, ist sie ganz anders aufgestellt. Von den Zufriedenheitswerten der S-Bahn Dresden können andere Bahnen nur träumen.


Was ist das Ziel der Kampagne? 
Wir wollen, dass die S-Bahn Dresden als innerstädtisches Verkehrsmittel wahrgenommen wird. Jeder weiß, dass man mit der S-Bahn bequem in die Sächsische Schweiz oder nach Meißen kommt. Weniger bekannt ist, dass man auch gut von Dresden-Neustadt nach Strehlen fahren kann oder von Klotzsche nach Reick. Wir wollen verdeutlichen, dass es nicht nur die Straßenbahn gibt. Viele Leute denken, dass sie für die S-Bahn ein extra Zugticket brauchen. Auch damit wollen wir aufräumen. Wir arbeiten deswegen mit dem Störer, der darauf hinweist, dass ein Ticket für alles gilt.


Warum haben Sie eine eigene Website für die Kampagne entwickelt und nicht die Onlinepräsenz der Deutschen Bahn genutzt?
Die Seite bahn.de ist auf Informationen und Ticket-Buchung ausgelegt, Interaktionen finden weniger statt. Wir benötigten eine flexiblere Plattform. Die Microsite gibt uns mehr Freiheiten und hat auch die Funktionalitäten, die wir benötigen. 


Warum haben Sie entschieden, dass die Nutzerbeiträge über die Website eingesendet werden statt zum Beispiel über Social Media?
Das liegt an den Rahmenbedingungen. Die Bahn hat zwar beispielsweise eine Facebook-Seite, aber eine eigene Seite für die S-Bahn Dresden ist nicht vorgesehen. Nur mit einem Hashtag, mit dem wir uns die Einsendungen zusammensammeln, wollten wir nicht arbeiten. Deshalb haben wir uns für die Microsite entschieden, auf der man die Beiträge einstellen, liken und über die sozialen Netzwerke teilen kann. Zudem können wir auf der Microsite weitere Inhalte platzieren. Die Nutzer können ihre eigenen Beiträge darüber hinaus natürlich auch mit dem Hashtag #sbahndd verbreiten. 


Auf Ihren Werbemotiven sind im Hintergrund Graffitis zu sehen. Gleichzeitig gibt die Bahn in Dresden jetzt mehr Geld für die Entfernung von Graffitis aus. War das bei der Kampagnen-Entwicklung ein Thema, das Sie mit der Bahn besprochen haben?
Es gab natürlich Diskussionen um dieses Motiv. Wir wussten, dass es kontrovers ist, haben es diskutiert und uns trotzdem dafür entschieden. Graffiti ist bei der Bahn ein riesiges Thema; bei der S-Bahn Mitteldeutschland in Leipzig zum Beispiel noch viel mehr als in Dresden. Ich glaube, es ist aber für alle klar, dass mit der Kampagne nicht Tür und Tor geöffnet werden soll, Bahnen zu besprühen. Legal eine Wand zu besprühen, ist etwas anderes.


Kati Müller fährt auch privat mit der Bahn und schätzt die geräumigen Doppelstockwagons der S-Bahn Dresden. Sie ist Senior-Beraterin bei Ketchum Pleon und arbeitet seit zwölf Jahren am Standort Dresden. Neben der Deutschen Bahn betreut sie aktuell das Universitätsklinikum Freiburg.

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