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Dirk Popp: „Dresden liegt mir am Herzen“

Dresden 28.10.2012
Sputnika - Interview mit Dirk Popp / CEO Ketchum Pleon

1995 startete Kohtes & Klewes in Dresden. Einer war fast von Anfang dabei: Dirk Popp, Jahrgang 1965. Der Anhaltiner begleitete den Wandel der Agentur: von Kohtes & Klewes zu Pleon, von Pleon zu Ketchum Pleon. Heute ist er Deutschland-Chef der PR-Agentur, die hierzulande rund 350 Mitarbeiter an sieben Standorten beschäftigt.

Ketchum Pleon zählt zu den besten Kommunikationsagenturen Deutschlands. Dem Dresdner Standort bleibt Dirk Popp eng verbunden. Wir sprachen mit ihm darüber.


Herr Popp, Ketchum Pleon hat in Deutschland rund 350 Mitarbeiter an sieben Standorten. Welchen Beitrag leistet Dresden zum Ketchum-Pleon-Konstrukt?

Die Kollegen in Dresden betreuen Kunden vor Ort und aus der Region, sind aber auch innerhalb unseres Netzwerks gefragte Experten – vor allem für Corporate Communications. Die Dresdner decken auch darüber hinaus eine große Bandbreite an Themen ab, arbeiten zum Beispiel im Vertriebsmarketing. Wir haben hier außerdem Spezialisten für Design und extrem gute Berater für Krisen- und Veränderungskommunikation, die deutschlandweit gefragt sind. Am liebsten wäre es mir deshalb – scherzhaft gesagt –, wir könnten die Kollegen verdoppeln, verdreifachen und dann den anderen Standorten zur Verfügung stellen. 

Sie haben gerade die lokalen Kunden angesprochen. Dazu zählen die Ostsächsische Sparkasse, das Uniklinikum Dresden und der Freistaat Sachsen. Haben die Krisen?

Kunden kommen ja nicht nur wegen des Krisenmanagements zu uns. Für das Universitätsklinikum Dresden übernehmen wir zum Beispiel die gesamte Medienarbeit und das Marketing. Das heißt, wir sprechen über die exzellenten Leistungen, die das Klinikum anbietet, und zwar auf allen Kanälen. Ich muss aber sagen, dass die lokalen Kunden mittlerweile in der Unterzahl sind. Wir arbeiten deutschlandweit. 

Noch einmal kurz zurück zur Mannschaft hier vor Ort. Was sind denn das für Berufsbilder, die hier agieren? Auf was kann man sich einstellen, wenn man sich als junges Talent bei Ketchum Pleon bewirbt?

Die Bandbreite an Berufsbildern ist groß. So beschäftigen wir in unserem Kreativbereich Art Direktoren und Kreativdirektoren – vom Junior bis zum Senior. Aktuell wollen wir die Spezialisierung im Social-Media-Bereich weiter ausbauen. Social-Media-Experten sind schon deshalb gefragte Leute bei uns, weil wir große Kampagnen für internationale Marken umsetzen. Diese Spezialisten müssen Communities steuern können, aber auch eine gute Schreibe haben. Im klassischen PR-Bereich finden sich Consultants, Konzeptioner, Fachleute für Medienarbeit, Experten für Krisen, um nur einige Spezialisierungen zu nennen. Viele von uns haben zuvor Erfahrungen in anderen Agenturen gesammelt oder sind schlicht Quereinsteiger wie Juristen und Naturwissenschaftler. Außerdem bilden wir aus. Die Qualität unserer Ausbildung ist mehrfach prämiert: In diesem Jahr haben uns Nachwuchskräfte aus der Kommunikationsbranche zur besten Agentur Deutschlands gewählt. Wer bei uns sein Traineeship erfolgreich absolviert, hat sehr gute Karrierechancen. 

Bei rund 25 Mitarbeitern hier am Standort Dresden haben Sie ja ein recht enges Verhältnis zu Ihren Mitarbeitern. Sind Sie ein guter Chef, Herr Popp?

Das müssen Sie die Kollegen fragen. Nur so viel: Bei uns haben alle eine eigene Meinung, einen eigenen Kopf und die trauen sich auch, mir zu widersprechen, wenn sie anderer Ansicht sind. Und das ist gut so. Auf meinen Titel bilde ich mir nichts ein und das ist auch ein Stück weit Teil unserer Philosophie: Ich glaube, dass sich in einer starren Hierarchie gute Leute deutlich schwerer entfalten können. Respekt erarbeitet man sich bei uns durch Kompetenz und gute Leistungen für den Kunden. Die Messlatte liegt hoch. Dafür haben wir auch einiges zu bieten. 

Zum Beispiel?

Außer spannenden Projekten, großartigen Kunden, standortübergreifender Zusammenarbeit und attraktiven Entwicklungsmöglichkeiten bieten wir einfach Rahmenbedingungen, die in der Agenturwelt ihresgleichen suchen. So haben alle Kollegen zum Beispiel die Möglichkeit, an zwei Tagen in der Woche von zu Hause aus zu arbeiten. 

Als CEO bei Ketchum Pleon haben Sie umfangreiche Aufgaben, die in ihrer Tragweite die ganze Gruppe betreffen. Wie muss man sich den Tag eines Dirk Popp vorstellen?

Der ist zunächst mal mit sehr viel Reisen verbunden. Deshalb bin ich schon froh, wenn ich, so wie heute, in Dresden sein kann. Ein typischer Tag heißt auch, ständig mit den Kollegen in Kontakt zu sein. Man darf nicht vergessen: Ketchum Pleon Deutschland besteht aus rund 350 Leuten. De facto beinahe alles Berater, die am Kunden arbeiten. Da gibt es viel zu entscheiden. Ich schaue mir viele Konzepte an und bin bei sehr vielen Präsentationen vor Kunden selbst dabei. Dazu habe ich als Krisenexperte viele vertrauliche Projekte auf dem Tisch. Hinzu kommen Einzelmandate, bei denen ich Unternehmenschefs berate. Und so pendelt sich der Tag letztendlich ein in ein Drittel Management der Agentur, ein Drittel direkte Kundengespräche und ein Drittel Gespräche mit Mitarbeitern und Führungskräften. Gerade diese Diskussionen sind mir sehr wichtig. Nur im direkten Austausch können die Kollegen wirklich erleben, wie ich mir die Entwicklung der Agentur vorstelle. Mir geht es vor allem darum, eine bestimmte Haltung zu erzeugen, das heißt auch zu vorzuleben. Wenn ich zum Beispiel sage, wir müssen stärker ranklotzen, muss ich morgens auch als Erster im Büro stehen und darf nicht als Erster gehen. 

Das ist ja schon ein hohes Level, was Sie da fahren. Da braucht man einen Ausgleich und muss sich auch wieder erden. Wie schaffen Sie das? 

Natürlich spielt meine Familie dabei die entscheidende Rolle, sie gibt mir Kraft. Ich habe den Vorteil, dass ich morgens aus Dresden wegfliegen und häufig abends wieder zurückkommen kann. Abgesehen davon neige ich nicht dazu, abzuheben.

Kommen wir doch mal auf Ihren Blog zu sprechen, Herr Popp. Ist „Crisiseverywhere“ eine Liebelei oder Kalkül?

Ein bisschen von beidem, würde ich sagen. Seit mehr als zehn Jahren beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Krise und habe viele Erfahrungen gesammelt. Deshalb beschäftige ich mich auch in meinem Blog mit diesem Thema. Ziel ist natürlich auch, dass Ketchum Pleon in diesem Feld als relevanter Player wahrgenommen wird. 

Im Blog gibt es die Krisen der Woche. Das ist neu. 

Das ist zunächst eine Testphase. Die Idee ist, eine Rangliste der Krisen zu erstellen, die medial am stärksten für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Natürlich wollen bei Erfolg weiterführen. Perspektivisch wäre es interessant nach einem Jahr zu bewerten, wer am Kritischsten wahrgenommen wurde. 

Sie stehen ein wenig auf Krisen, Herr Popp, oder? Machen Ihnen Krisen Spaß? Man könnte ja auch über schönere Sachen berichten. Oder?

Das ist eben einfach meine Profession. Dabei spielt natürlich eine Rolle, dass ich Unternehmen, Marken und Menschen helfen kann – und zwar in Situationen, in denen sie wirklich Hilfe benötigen. Und das mache ich gern.

Herr Popp, vielen Dank für das Gespräch.

Interview: Tino V. Göbel // Fotos: Nico Müller (nicomueller.de)

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