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Ergebnisse der Studie über die “Wirkung und Verständlichkeit von Erklärfilmen”

Dresden 14.05.2019
In einem früheren Artikel wurde bereits über die geplante Studie zur „Wirkung und Verständlichkeit von Erklärfilmen“ von easyclipr, der TU Dresden und der SIB berichtet – nun liegen die Ergebnisse vor.

easyclipr, Agentur für Erklärfilme, Erklärbilder und E-Learning unterstützt bereits längere Zeit mit ihren Erklärfilmen die SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft und so entstand zwischen Arnd Wenzel (Geschäftsführer easyclipr GmbH) und Denise Wätzig (Marketingreferentin bei der SIB) die Idee, zu untersuchen, welchen Einfluss die Gestaltung und das Konzept von Erklärfilmen auf die Verständlichkeit und die Erinnerung von Fakten und Wissen haben. Die Technische Universität Dresden forscht ebenfalls auf diesem Gebiet. Sie untersuchen, wie in einer immer komplexeren Welt Botschaften aufbereitet sein müssen, um von den Menschen noch verstanden und lange behalten zu werden. In der Kommunikation von vielschichtigen Sachverhalten nutzen die TU Dresden auch Erklärfilme von easyclipr. 

So wurde im November 2017 das gemeinsame Projekt gestartet und das Projektteam, bestehend aus Denise Wätzig (SIB), Dr. Cornelia Mothes und Dr. Anna-Maria Schielicke (TU Dresden, Institut für Kommunikationswissenschaft) und Arnd Wenzel mit seinem Team (easyclipr GmbH) ins Leben gerufen. In 2018 fand daraufhin die Studie statt.

Ziel der Studie mit dem Arbeitstitel „Wirkung und Verständlichkeit von Erklärfilmen“ war es dann, herauszufinden, wie Botschaften und Wissen aufbereitet werden sollten, um die Verständlichkeit optimal zu erhöhen, mit dem Hauptziel, am Ende noch besser verständliche Erklärfilme produzieren zu können. Filme, die punktgenau das Wissen und die Kernbotschaften der Kunden an ihre Zielgruppen vermitteln.

easyclipr hat eine eigene Methode für die Entwicklung von Erklärmedien entwickelt. Diese beruht auf den neuesten Erkenntnissen der neurowissenschaftlichen Forschung und nennt sich “Methode des emotionalen Erklärens”. Diese Methode war die gemeinsame Ausgangssituation für die Entwicklung des Studiendesigns und der Qualitätskriterien, die getestet werden sollten. 

Mit einer experimentellen Fragebogenstudie wurden der Zielgruppe (82 TeilnehmerInnen, Kunden der SIB und finanzaffin, hochgebildet) schließlich 4 verschiedene Versionen eines Erklärfilmes präsentiert. Variiert wurde dazu u.a. die Aufmachung des Films (einfache und anspruchsvollere Animation) und die Art der Erzählung (sachlich und emotional). Anschließend wurde gemessen:

  1. wie aufmerksam das jeweilige Video verfolgt, wie interessant und informativ es subjektiv empfunden wurde, 
  2. welche Informationen aufgenommen und erinnert wurden und 
  3. wie tief die Verarbeitung (im Sinne von Verständnis) war und 
  4. ob das erworbene Wissen in anderen Zusammenhängen angewendet werden konnte. 

Die Studie kam zu folgenden Ergebnissen:

1. Ergebnisse Verständlichkeitsbeurteilung

Emotionale Erklärfilme motivieren stärker als sachliche Erklärfilme zur Auseinandersetzung mit dem Inhalt und erleichtern das subjektive Verständnis von diesem. Die unterschiedliche grafische Gestaltung beim Testen hatte dagegen kaum einen Einfluss auf die Verständlichkeitsbeurteilung.

"Emotionale Erklärfilme sind besser geeignet, optimale Voraussetzungen für die Verständlichkeit von Informationen zu schaffen."

2. Ergebnisse Verarbeitungstiefe

Erklärfilme im anspruchsvolleren Animations-Format ermöglichen etwas stärker als Erklärfilme im einfachen Animations-Format ein Hineingezogenwerden in die Darstellung. Die inhaltliche Gestaltung (emotional/sachlich) hat hierbei zunächst kaum einen Einfluss.
Jedoch ist es eher die inhaltliche Gestaltung, die beeinflusst, inwiefern man die Darstellung letztlich auch mit dem eigenen Leben abgleicht. Hierbei sind es vor allem die emotionalen Erklärfilme, die eine solche Übertragung stärker fördern. Die formale Gestaltung der Animation hat darauf wiederum kaum einen Einfluss.

"Emotionale Erklärfilme im anspruchsvolleren Animations-Format sind besser geeignet, zu einer intensiven Verarbeitung von Informationen beizutragen."

3. Ergebnisse Wissensaneignung

Die inhaltliche und formale Gestaltung der Erklärfilme zeigte keine sichtbaren Effekte auf die Anzahl erinnerter Fakten, weder bei der gestützten noch ungestützten Abfrage. Auch das Verständnis ist in allen vier Experimentversionen gleich hoch ausgeprägt.

"Sachliche und emotionale Erklärfilme im einfachen oder anspruchsvolleren Animations-Format sind gleich gut geeignet, Wissen über das Thema zu vermitteln."

4. Ergebnisse Weiterführende Reflexionsprozesse

Derartige Prozesse betreffen die Frage, inwiefern es Erklärfilme ermöglichen, sich als Nutzer reflektiert mit den dargestellten Inhalten auseinanderzusetzen (kritische Auseinandersetzung) und eigene Handlungsmöglichkeiten besser wahrzunehmen (Selbstwirksamkeit).

Hinsichtlich einer positiv-kritischen Auseinandersetzung mit dem Inhalt zeigen die Erklärfilme keine signifikanten Unterschiede. Die inhaltliche Gestaltung der Erklärfilme (emotional/sachlich) hat hierauf keinen nachweisbaren Einfluss.

In Bezug auf die Selbstwirksamkeit zeigt sich ein Zusammenhang zwischen inhaltlichen und formalen Merkmalen von Erklärfilmen. Es zeigte sich, dass vor allem emotionale Erklärfilme im anspruchsvolleren Animations-Format sowie sachliche Erklärfilme im einfachen Animations-Format eine optimistische Wahrnehmung der eigenen Handlungsmöglichkeiten fördern.

"Emotionale Erklärfilme im anspruchsvolleren Animations-Format und sachliche Erklärfilme im einfachen Animations-Format sind besser geeignet als andere Kombinationen, zu einer gesteigerten Selbstwirksamkeitserfahrung beizutragen."

Beim übergreifendem Blick wird schnell klar, dass emotionale Filme eigentlich fast immer besser geeignet sind. Je nachdem muss mit dem Format variiert werden.

easyclipr, SIB und TU Dresden sind mit der Zusammenarbeit und dem Ablauf der ersten gemeinsame Studie zufrieden.

“Design und Instrumentarium haben sich bewährt und die Zusammenarbeit soll unbedingt fortgesetzt werden. Neue Ideen für weitere Studien gibt es schon.” 

Arnd Wenzel (Geschäftsführer easyclipr GmbH) 

So soll zum Beispiel getestet werden, welchen Einfluss die aktive Beteiligung der Zuschauer durch Interaktionen bei Wissenszuwachs haben und wie nachhaltig der Wissenszuwachs über die Zeit ist.

 

Bildquelle: easyclipr

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