20140513_Social-Media_iStock_000025709660.png

So setzen Sie Social Media bei Events richtig ein!

Dresden 13.05.2014
Learnings und Tipps aus dem MobileCamp und welche Rolle Social Media bei Events spielt

Kolumne "Social Media" // Ein gastbeitrag von Jan Pötzscher, Leiter Marketing, Communardo Software GmbH, Dresden

 

Was für ein Wahnsinns-MobileCamp-Wochenende! Ein neuer Teilnehmerrekord, zwei quasi „Keynotes“ und erstmals eine eigene Website inkl. Anmeldeprozess – dieses Jahr gab es so einige Highlights für das Orgateam des MobileCamp e.V.

Doch ich möchte hier nicht auf das BarCamp, die Sessions, die Sponsoren oder die Stimmung eingehen, sondern vielmehr auf die Social Media Aktivitäten, die für ein Event dieser Ausrichtung essentiell sind. Dabei möchte ich Tipps und Anregungen für andere geben, die sich ebenfalls mit der Eventplanung- und Vorbereitung beschäftigen.

 

Die Eventwebsite

Jede Veranstaltung braucht eine zentrale Anlaufstelle für Informationen. Das kann kein Social Network sein, denn man will niemanden ausschließen. Wir haben in den letzten Jahren immer auf die Community-Plattform mixxt gesetzt, uns für dieses Jahr aber auf eine eigene Website konzentriert. Zum einen ist man auf mixxt doch etwas eingeschränkt, was Usability und Branding anbelangt, zum anderen findet ein Austausch zwischen den BarCamps, unter den Teilnehmer und über die Community nicht oder kaum statt. Also muss man auch nicht zwingend auf die Community Features von mixxt setzen. Außerdem kann man vieles auch auf der eigenen Website abbilden, wenn man ein wenig Gehirnschmalz reinsteckt.  // Update: Dieses Jahr gab es auf mixxt ein grundlegendes Redesign, welches allerdings nach unserer Entscheidung für eine eigene WordPress-Seite stattgefunden hat. Daher kann man diese Plattform für Einsteiger durchaus nach wie vor empfehlen.

Die Eventseite ist in jedem Fall das Aushängeschild der Veranstaltung. Man darf jedoch nicht vergessen, sie auch abseits des eigentlichen Events zu pflegen und zu redaktionieren. Vor allem wenn man, wie wir, noch einen Blog integriert hat. Content is King und das auch außerhalb der Spitzenzeiten. 

 

Die Social Networks

Als BarCamp für mobile Trends und Themen muss man natürlich im Social Web präsent sein. Und hier gilt es, die Zielgruppe an genau den Orten abzuholen, wo sie sich aufhält. Da zählt Twitter in unserem Beispiel zur absoluten Nummer eins, während Facebook und Google+ auf den Plätzen folgen. Ein abgestimmtes Redaktionsteam und auch ein Redaktionsplan sorgen für eine gute Frequenz und für eine kanalspezifische Gestaltung der Posts und Tweets. Wichtig ist, Facebook nicht als Realtime-Medium zu missbrauchen. Die schnellen, kurzen Statusupdates publiziert man über Twitter. Auf Facebook und Google+ kommen dann die Highlights und Zusammenfassungen in Bild und Text. 

 

Die mobile App

Man findet immer mehr Veranstaltungen, die auch eine eigene Event-App in den App-Stores pflegen. Das ist nicht teuer und hat den Charme, dass man auch nach der Veranstaltung noch auf dem Mobile Device des Nutzers präsent ist (sofern er die App nicht löscht, was aber die wenigsten machen). 

Außerdem ist das ein weiterer sehr interessanter Distributionskanal für Informationen. Gerade für Sponsoren ist es durchaus interessant, auf diesem Weg Einzug ins Allerheiligste des Anwenders zu halten, in sein Telefon. 

 

Twitter als Event-Booster

Seit es Twitter gibt, gibt es die Twitterwall. Daher sollte man meinen, dass sie nun jeder kennt. Doch weit gefehlt. Ich werde immer wieder gefragt, was das denn wäre und woher denn die Tweets kommen (natürlich jetzt nicht beim MobileCamp, denn da ist die Twitterwall schon Usus). 

Deshalb nun eine kurze Erklärung zur Twitterwall. Die Twitterwall ist eine Art Aggregator, welcher an einen bestimmten Account adressierte (z.B. @mobilecamp) oder mit einem bestimmten Hashtag versehene (z.B. #mcdd14) Tweets aus dem gesamten Nachrichtenstrom bei Twitter filtert und anzeigt. So sieht man auf der Twitterwall eben nur die Tweets, die sich mit der Veranstaltung befassen. Das funktioniert natürlich nur dann, wenn a) der #Hashtag zur Veranstaltung auch allen Teilnehmern und Interessenten bekannt ist und b) die Teilnehmer auch fleißig twittern. Letzteres hängt zu einem nicht unwesentlichen Punkt mit der Internetverfügbarkeit zusammen. An Orten, wo lediglich 2G verfügbar ist oder in abgeschirmten Räumen (z.B. Flughafen Kongresszentrum) oder bei großen Veranstaltungen und überlasteten Mobilfunknetzen macht eine Twitterwall wenig Sinn. Da muss man dann schon als Veranstalter nachhelfen, in dem man beispielsweise ein eigenes WLAN-Netz aufbaut oder sich in das vorhandene Netz der Location einklinkt. Das ist zwar etwas Aufwand, zahlt sich aber aus und die Macht der digitalen Mundpropaganda sollte niemals unterschätzt werden. 

Wenn also die Technik und die Teilnehmer mitspielen, wird man anhand der Twitterwall jede Menge Feedback und Resonanz erfahren, genauso wie die Welt da draußen. 

Übrigens lässt sich die Twitterwall auch zur Social Media Wall ausbauen, in welche dann auch Facebook Posts und Google+ Posts einfließen können. Wir haben zum MobileCamp beispielsweise die Wall von Tweetwally genutzt, konnten uns aber vor Ort auch mit den Experten von Die Socialisten unterhalten, die u.a. eine sehr schicke Social Wall anbieten. 

 

Tue Gutes und Rede drüber

Dieser Sinnspruch gilt vor allem für ein Event. Wenn sich also die Teilnehmer mit dem Posten etwas schwer tun, dann muss man eben als Veranstalter für die initialen Tweets und Posts sorgen. Fotos und prägnante Statements spielen dabei eine enorm wichtige Rolle! Das hier ist beispielsweise der Tweet mit den meisten Retweets vom MobileCamp Twitter-Account an dem Wochenende.

Natürlich gehört es zum guten Ton, dass man Beiträge der Teilnehmer entsprechend mit „Favs“ und RTs oder Likes würdigt. 

 

Die Verantwortlichkeiten

Jedes Event mit einer gewissen Affinität zum Internet oder zum Social Web und entsprechenden Präsenten braucht jemanden, der sich um die ganze Kommunikation kümmert. Es braucht jemanden, der die Account beobachtet, antwortet, selber schreibt und ggf. auch weiterleitet. Vor allem bei solchen „neumodischen“ Events wie dem MobileCamp fragen die Nutzer per Twitter auch schon mal nach ganz profanen Dingen wie beispielsweise, ob man das Fenster im Saal mal bitte öffnen könne. Im Übrigen gibt es auch ein BarCamp zum Thema „Stricken“ – ein Beweis dafür, dass sich neue Konferenzformate und traditionelles Handwerk nicht gegenseitig ausschließen.

 

Fazit

Social Media und Präsenz-Veranstaltungen jeglicher Art sind eng miteinander verbunden. So lassen sich Events besser vermarkten und auch nachbetrachten, wenn man beispielsweise den Traffic im Social Web auf einer Seite wie Eventifier visualisiert. Spätestens dann, wenn die Teilnehmer ihre „Recaps“ schreiben (englisch für Zusammenfassung/Rekapitulation), zahlen sich online Präsenzen aus, weil darauf verlinkt und verwiesen werden kann. Das wiederum generiert Backlinks, Traffic und im besten Falle neue Teilnehmer für die nächste Veranstaltung. 

 

JP


Mehr Kolumnen "Social Media" // Mehr zu unseren Gastautoren

Kommentare

Weitere Artikel

VOK DAMS vertraut auf die Agentursoftware easyJOB
Corporate Design und Website für AMPEROX
It´s all about Gameday! All!
Ergebnisse der Studie über die “Wirkung und Verständlichkeit von Erklärfilmen”