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Weniger Konflikte bei öffentlichen Großprojekten? Das Zauberwort lautet Akzeptanzkommunikation

Dresden 19.07.2017
Ob beim Ausbau von Energienetzen, größerer Immobilien- und Investitionsvorhaben oder gesellschaftspolitische Themen – private und öffentliche Bauherren haben es zunehmend schwerer, ihre Projekte – wenn überhaupt – konfliktfrei und pünktlich umzusetzen. Dabei setzen sie häufig viel zu spät auf Kommunikation – und wenn, dann häufig nur als „Brandlöscher“. Die Veranstaltungsreihe „Akzeptanzkommunikation” der Deutschen Public Relations Gesellschaft e.V. (DPRG) will zeigen, wie Großprojekte mit Hilfe von Kommunikation konfliktärmer und schneller vonstatten gehen können.

„Kommunikation muss bei Infrastruktur- und Investitionsprojekten vom Ende an den Anfang rücken“, lautete einer der Kernsätze auf der Auftaktveranstaltung zur DPRG-Veranstaltungsreihe „Akzeptanzkommunikation in der digitalen Mediengesellschaft“. Initiiert wurde die Veranstaltung als Austausch unter professionellen Kommunikatoren von Thomas Zimmerling, Mitglied im DPRG-Bundesvorstand sowie Geschäftsführer von Die Karrieremacher GmbH, Sybille Höhne, Mitglied im DPRG-Bundesvorstand und Vorsitzende DPRG-Landesgruppe Sachsen sowie Ulf Mehner, Geschäftsführer der Dresdner Kommunikationsberatung WeichertMehner.

Wenngleich für viele Kommunikationsprofis Akzeptanzkommunikation kein Neuland ist, wurde sie bislang wissenschaftlich wenig durchdrungen. Selbst zur Begrifflichkeit herrscht in Fachkreisen Dissens. Anlässlich der Relevanz des Kommunikationsfeldes luden unter dem Dach der Deutschen Public Relations Gesellschaft e.V. (DPRG) Thomas Zimmerling, Geschäftsführer von Die Karrieremacher GmbH und DPRG-Bundesvorstand sowie Sybille Höhne, ebenfalls DPRG-Bundesvorstand und Referentin Marketing + Öffentlichkeitsarbeit bei der Schneider + Partner GmbH gemeinsam mit Ulf Mehner von WeichertMehner am 29. Juni zum fachlichen Diskurs in der Vertretung des Freistaates Sachsens beim Bund in Berlin ein. 50 angemeldete Teilnehmer, drei namhafte Referenten und eine lebhafte Diskussion - das ist die Bilanz der ersten DPRG-Veranstaltung zum Thema.

Kommunikationsberater Ulf Mehner eröffnete die Auftaktveranstaltung mit einem Grundlagen-Vortrag zum Thema Akzeptanzkommunikation. Grundvoraussetzungen für deren Gelingen sei die frühzeitige kommunikative Prüfung von Vorhaben, die Beteiligung von professionellen Partnern und eine kontinuierliche, glaubwürdige, konsistente und ehrliche Kommunikation. Aus der Praxis berichtete Dr. Volker M. Brennecke, Geschäftsführer Technik im Dialog beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI) e.V.. Das Vertrauen in Entscheidungen für Großprojekte und Vorhaben sei merkbar gesunken, wohingegen das Teilhabebedürfnis von Außenstehenden deutlich steige. Seine Empfehlung lautete deswegen, Dialoge in den zeitlichen Ablauf des Projektes zu integrieren und die Kommunikation vom Ende an den Anfang zu rücken. Eine Grundlage dafür bilde beispielsweise die VDI-Richtlinie 7000 als Qualitätsstandard für erfolgreiche Projektkommunikation.

Ulf Mehner von WeichertMehner:

„Akzeptanzkommunikation spielt eine immer wichtigere Rolle, um Projekte und Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Sie verbessert nachweislich eine konfliktärmere Umsetzung, spart Kosten und Zeit. Besonders bei Infrastrukturprojekten existieren bei Kommunikatoren Erfahrungen und Vorgehensmodelle für erfolgreiche Projektkommunikation. Mit Blick auf neue Technologien und gesellschaftspolitische Debatten gibt es weitere Themenfelder, bei denen Kommunikation einen Beitrag für Akzeptanz leisten kann. Egal ob neue Gesetze, ethische Themen im Kontext von Bio- und Medizintechnik oder die Veränderung der Arbeitswelt durch Digitalisierung – hier ist Kommunikation ein entscheidender Enabler für die Erreichung von Akzeptanz und die Verringerung gesellschaftlicher Ablehnung.“

Auch Dr. Datuna Kneipp, Leiterin Öffentlichkeitsbeteiligung beim Netzbetreiber 50hertz Transmission GmbH, sprach sich für eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung aus und führte weitere Vorteile auf: Die Einbeziehung der Öffentlichkeit in der Planungsphase bringe regionales und lokales Wissen in die Planung und Planungsstände würden frühzeitig geprüft. Sie berichtete vom Neubau einer rund 40 Kilometer langen Hochspannungsleitung in Mecklenburg-Vorpommern, bei dem die Projektverantwortlichen mit insgesamt über 800 Stakeholdern Kontakt hatten. Dabei wurden neun Vorschläge aufgrund der Bürgerpartizipation in das Vorhaben überführt, was ein weiteres Argument für die frühe Bürgerbeteiligung im Rahmen der Projektkommunikation sei.

Sybille Höhne, Vorsitzende der DPRG-Landesgruppe Sachsen:

„Wir als DPRG wollen den Bereich Akzeptanzkommunikation in Zukunft stärker besetzen.  Große Infrastrukturprojekte, gesellschaftspolitische Fragen, Investitionsvorhaben, neue Technologien - in all diesen Bereichen beschäftigen sich Kommunikatoren mit der Akzeptanz von Projekten.“

Mathias W. Send, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation und Public Affairs der ENTEGA AG, präsentierte Learnings aus der Errichtung einer Windkraftanlage in Nordhessen: In seinem Vortrag berichtete er von den Erfahrungen aus dem Umgang mit Bürgerinitiativen und Lerneffekten für Folgeprojekte.

Thomas Zimmerling, Geschäftsführer DKM – Die Karrieremacher GmbH

„Die bisherige Resonanz auf unsere Einladung und die Veranstaltung hat uns extrem positiv überrascht. Dabei haben uns die ersten Rückmeldungen darin bestärkt, das Thema weiter zu verfolgen und einen zweiten Aufschlag noch in diesem Jahr zu machen.“

 
 

Bildquelle: WeichertMehner, DPRG

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