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Der Weg zum besseren Designprozess - 5 Dinge, auf die wir gern schon früher gekommen wären

Dresden 15.12.2017
Digitale Projekte werden zunehmend komplexer und nehmen entsprechend immer mehr Zeit und Arbeit in Anspruch. Im Zuge dessen haben die Jungs und Mädels der Dresdner Full-Service-Agentur Mindbox gemerkt, dass sie nicht mehr wie gewohnt weiter machen können. Um ihren Designprozess zu optimieren, haben sie ihren Workflow komplett angepasst.

Mehrstufiges Direktmarketing, 360°-Kampagnen, Content-Pieces und Content-Hubs – was wie das kleine 1x1 der Marketer klingt, ist in der Umsetzung viel Arbeit. Das digitale Projekte immer komplexer werden, ist keine Überraschung. Genausowenig wie der Umstand, dass im Zuge dessen der Workflow angepasst werden muss. Aber wie das so ist mit den alten liebgewonnenen Dingen, an denen das Herz hängt: Loslassen muss man erstmal können. Daher bekam der Kreationsprozess der Mindbox eine Frischzellenkur, um „agiler“ arbeiten zu können.

"Für einen besseren Workflow war das Zusammenspiel mit den angrenzenden Disziplinen entscheidend: Die wahren Zeitfresser verstecken sich meistens an den Schnittstellen."

Kevin Albrecht, Creative Director Digital bei Mindbox

1. Sei Gnadenlos - Prozess auf den Prüfstand 

Eine Idee haben ist die eine Sache, sie bis zum Ende zu durchdenken und auszuproduzieren eine andere. Gerade im Bereich der Kreation haben die Jungs und Mädels von der Mindbox auch intern immer wieder gesagt: “Dafür brauchen wir mehr Zeit”. Leider hat man die manchmal eben nicht. Die größten drei Knackpunkte jeder Kreation sind daher:

  • Kurze Timings vs. Anspruch an großartige Ergebnisse
  • Komplexe Aufgabe vs. einfacher Lösungsansatz
  • Begrenztes Budget vs. maximaler Output

Oft war auch bei der Mindbox der Prozess zu starr und statisch. PDFs, JPEGs und Co. haben das Team langsam gemacht. Deshalb setzen sie sich heute das Ziel, weniger „Drumherum“ zu produzieren.

2. Workflow ist alles. Und noch viel mehr

„New. Newfinal. Newfinalfinal. Newfinalestfinal.“ Hand hoch, wem derlei Dateiendungen bekannt vorkommen? Es ist überraschend, wieviel Zeit für den Workflow selbst draufgeht. Also nicht nur für die reine Kreativarbeit wie Ideenansätze oder Entwürfe, sondern für das Aktualisieren von Dateien und Dokumenten, Anmerkungen, Korrekturschleifen, Anmerkungen, Feedback & Co. Der größte Zeitfresser überhaupt war bei Mindbox die Übergabe in die Entwicklung – entweder durch die Aufbereitung von Styleguides als Grundlage oder wenn sich die Entwickler (mal wieder) selbst durch Photoshop-Dateien klicken mussten, um Schriften, Größen, Farbwerte und Abstände herauszusuchen. Alles natürlich, wenn der Designprozess noch nicht abgeschlossen ist, das Layout aber schon umgesetzt werden muss. „New“ hieß es deshalb für den Workflow der Mindbox, die mit InVision ihre “eierlegende Wollmilchsau” gefunden haben. Das kann InVision:

  • Wireframes und Designs werden direkt aus Sketch heraus synchronisiert und stehen für alle und immer aktuell zur Verfügung.     
  • Tschüss umständlicher Austausch von Dokumenten in endlosen E-Mail-Kaskaden!
  • Feedback (intern und extern) wird direkt über InVision gesammelt und kann nahtlos eingearbeitet werden.     
  • Entwickler ziehen alle Angaben direkt über das integrierte Entwickler Tool InVision Inspect. 

Win-Win für alle!

3. Photoshop ade. Hallo Sketch!

Photoshop war lange „Best Buddy of Mindbox“. Warum? In der Zusammenarbeit mit Externen, Kunden oder anderen Projektbeteiligten waren austauschbare Daten für die Mindbox extrem wichtig. Gleichzeitig verfolgte man jedoch auch die Entwicklungen wie Sketch, Adobe Experience Design und Co. gespannt, bis sie sich dann endlich trauten, Photoshop in Rente zu schicken. Okay nicht ganz, aber zumindest in Altersteilzeit. Denn Photoshop nutzt die Mindbox mittlerweile nur noch für Aufgaben, für die es eigentlich gedacht ist: Bildbearbeitung, Retouche & Co.

Mit Sketch arbeiten wir gefühlt 30-50 % schneller. Wiederverwendbare Objekte, kleine Dateien, Multi-Zeichenflächen in einem Dokument und die ideale Verknüpfung mit InVision sei Dank – und auch das Wireframing setzen wir mit diesem Tool um.

Kevin Albrecht, Creative Director Digital

4. Ade Statische Screens - Hallo Prototypen

Animationen und Mikro-Interaktionen können mit statischem Screen nur schwer vermittelt werden. Fakt ist allerdings, dass es für eine starke Kreation einen engen Austausch mit dem Kunden geben muss. Wenn man den Kunden von Anfang an mit auf die Reise nimmt, lässt sich eine Idee viel einfacher vermitteln und ergänzende Anforderungen kommen schneller ans Licht. Leider gestaltet sich das in der Praxis oft schwieriger als gedacht. Für große Meilensteine wie Konzept- oder Designpräsentationen sind Präsenztermine daher absolute Pflicht. Die Kraft einer starken Idee oder einer eigenständigen Visualität entfaltet sich bei einer persönlichen Präsentation einfach am besten. 

Aber gerade bei Zwischenschritten oder kleineren Projekten sind Vor-Ort-Termine mit langen Anfahrtswegen oft nicht wirtschaftlich. Klassische Telkos können die gemeinsame Arbeit an einem Tisch meist nicht ersetzen, daher arbeitet Mindbox inzwischen mit Live-Präsentationen und Video-Calls. Je nach Konzeptstatus versenden sie klickbare Wireframes oder bereits interaktive Prototypen, die anschließend via Screen-Sharing vorgestellt und gemeinsam besprochen werden sollen. Mit der Whiteboard-Funktion wird Feedback direkt ergänzt und nach dem Call eine Zusammenfassung sämtlicher Änderungen per Klick an alle Teilnehmer verschickt – ohne langen Dokumentationsaufwand.

5. Tools ersetzen Ideen ... Nicht!

Einige dieser Tools verbessern zwar die Kommunikation untereinander, vereinfachen die Dokumentation und helfen dabei effizienter zu werden – aber den Kern der Kreation beeinflussen sie nicht. Hier bleibt Liebgewonnenes eben doch erhalten: Die Jungs und Mädels von Mindbox kreieren daher immer noch am besten mit der Hand am Arm, mit Stift und Papier, Whiteboard oder Flipchart, allein oder im Team-Sparring.

Digitale Tools machen nicht kreativer – aber sie helfen dabei, mehr Zeit für die wirkliche Kreativarbeit zu haben.

Kevin Albrecht, Creative Director Digital

Tools schaffen also genau die Arbeitsschritte ab, die vom eigentlichen Schaffensprozess abhalten, ersetzen aber nicht die eigenen Gedanken. Eine Idee kann man schnell und effizient umsetzen – aber was ist, wenn man keine hat? Das Schaffen von Neuem geht immer noch am besten durch denken, visualisieren, verändern, verwerfen, neu denken … Also scribblt Mindbox auch jetzt noch analog, wenn das Projekt in den Startlöchern steckt. Der einzige Unterschied ist, dass das Ergebnis anschließend direkt an der entsprechenden Stelle im Entwurf digital festgehalten wird.

Das Ende der Geschicht: Jetzt ist es schon super, aber es wird noch besser!

Nach einigen Monaten mit dem neuen Workflow ist Mindbox nun bereit für ein Fazit. Nach einer überraschend kurzen Einarbeitungsphase hat sich die nahtlose Integration der verschiedenen Tools rasch gelohnt. Weniger Doku, mehr Raum für die Kreation.
Mindbox ist zufrieden, doch behalten sie ihren Prozess nun stetig im Blick. Am Horizont leuchtet nämlich schon der nächste Stern: Mit InVision Studio steht ein spannender Konkurrent für Sketch in den Startlöchern. Wenn das hält was es verspricht, wird gerade das Anlegen von geräteübergreifenden Layouts zukünftig noch einfacher. Muss man heute in der Regel noch für jeden Breakpoint einzelne Entwürfe anlegen, soll mit InVision Studio schon im Layoutprozess responsives Verhalten umgesetzt werden können. Bisher gibt’s nur einen Early Access, ab Februar verspricht InVision aber den Launch des neuen Tools. Mal sehen, was es bringt – vielleicht gibt es dann schon die nächste Optimierung für den Mindboxinternen Kreationsprozess. 

 

Bildquelle: Mindbox
 

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